"Tony Hawk's American Wasteland" Von vier Rollen auf zwei Räder


Abgefahren war mal: "Tony Hawk's American Wasteland" widmet sich zwar wieder verstärkt dem Skaten, führt als eine der wenigen Neuerungen aber BMX-Räder (!) ein. Geht den Jungs von Activision und Neversoft die kreative Luft aus?

Kein pathetisches Geschwafel: In "American Wasteland", das Activision nun für PC und nahezu jede Konsole veröffentlicht, gibt es - vom Tutorial einmal abgesehen - keine einzelnen Level, keine Ladezeiten und keine Grenzen mehr. "GTA" gleich flippt, grindet und skitcht der Spieler im Story-Modus als namenloses Landei durch die verschiedenen Viertel der Stadt, vollführt halsbrecherische Trick, um coole Jungs, hübsche Mädels oder potente Sponsoren zu beeindrucken, pimpt mit der gewonnenen Kohle sein Äußeres, klaut Statuen und anderes Zeug zur Verschönerung eines abgefuckten Skate-Parks außerhalb der Stadt und hofft, dadurch irgendwann mal eine Legende wie eben Tony Hawk oder Tony Alva zu werden ...

Spieler, die im Vorgänger noch mit dem MTV-Anarcho Bam Margera und ein paar anderen "Jackass"-Chaoten auf World-Destruction-Tour gingen, merken schnell: "American Wasteland" ist bei weitem nicht mehr so schräg und abgefahren. Das Skaten steht wieder mehr im Vordergrund, was gut so ist. Innovationen sucht man allerdings vergebens. Vielleicht lässt sich dem Thema beim siebten Aufguss auch einfach nichts mehr Neues abgewinnen. Trauriger Beweis für die Stagnation auf hohem Niveau: In "American Wasteland" darf nun erstmals mit herumliegenden BMX-Bikes geradelt werden. Klar, ist auch ein Funsport, hat aber letztlich nichts mehr mit den Brettern zu tun, die für Tony Hawk die Welt bedeuten.

Wer aufgrund des gelungenen Grafik-Styles und den eingeblendeten Comic-Strips Lust auf Retro bekommt, kann im Hauptmenü den Klassik-Modus aktivieren, in dem - wie üblich - unter Zeitdruck Buchstaben gesammelt, Punktevorgaben geknackt und bestimmte Moves vorgeführt werden müssen. Nostalgie pur versprechen ein halbes Dutzend freispielbare Areale, die bereits in den Vorgängern zu sehen waren.

Die Steuerung ist gewohnt ausgefeilt und stellt selbst Einsteiger vor keine unlösbaren Aufgaben. Allenfalls das Biken erfordert eine gewisse Umstellung. Altbekannt, aber nach wie vor genial zum Abreagieren: Virtuelle Skate-Freaks dürfen nach verpatzten Tricks ihrer Wut freien Lauf lassen und ihr Board zerdeppern.

Tony Hawk's American Wasteland

Hersteller/Vertrieb

Neversoft Entertainment/Activision

Genre

Sport

Plattform

PlayStation2, PC, XBox, GameCube, Nintendo DS

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Komplettiert wird "American Wasteland" durch einen fetten Online-Modus, zahlreiche Editoren, mit denen ewig an eigenen Skate-Parks, individuellen Tricks und Graffitis gebastelt werden darf, und einen - wie immer - geilen Soundtrack. Bands wie Bad Religion, Venom, Chemical Romance oder Public Enemy sorgen für die rechte Mucke beim Ride durch die Straßen von L.A.

Gerd Hilber/Teleschau TELESCHAU

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