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"Tony Hawk's Project 8": "Amped" ohne Schnee

"Tony Hawk's Project 8" erfindet die virtuellen Skateboard-Rollen zwar nicht neu, doch die Mischung aus bewährten Elementen früherer Spiele, offensichtlich von "Amped 3" inspirierten Features und neuen Ideen macht einen Heidenspaß. Und auch die Motivation hält dank knackigem Schwierigkeitsgrad und abwechslungsreichen Online-Spielmodi lange an.

Einmal mehr kommt die Großmutter aller Skateboard-Games mit einer typischen Story daher: Der Spieler muss sein ganzes Können aufbieten, um Teil von Tonys "Project 8"-Team zu werden. Und damit er ganz genau weiß, wie weit er von seinem Ziel entfernt ist, gibt's eine 200 Plätze lange Rangliste ...

Um auf dieser nach oben zu rutschen und alle neun Bezirke der Stadt freizuschalten, müssen haufenweise Missionen erfüllt werden, die Passanten oder herumstehende Skater parat halten. Die Zielvorgaben sind dabei in drei Schwierigkeitsgrade unterteilt - Amateur, Profi und - nomen est omen - Krank! Um Letztere zu schaffen, muss schon einiges dargeboten werden. Mit zunehmendem Erfolg melden sich Sponsoren über das trendige Videohandy aus Finnland und spendieren dem virtuellen Sportler jede Menge Marken-Klamotten.

Die Spanne der Herausforderungen umfasst unter anderem Videodrehs und Foto-Shootings, Duelle mit Profis wie Mike Vallely oder Bob Burnquist sowie Skater-Turniere. Zwischendrin muss er skurrilen Gestalten wie einem Biber-Maskottchen oder einem durchgeknallten General helfen, sich seine Knochen bei "Mach dich fertig"-Challenges brechen, Passanten durch coole Moves begeistern und neue Schauplätze freischalten. Klingt fast wie "Amped 3" auf Rollen …

Mit an Bord ist natürlich auch der Klassik-Modus, der diesmal nicht separat angewählt werden muss, sondern im Game integriert ist. An den Zielen, unter anderem Einsammeln der Buchstaben SKATE, Finden der Disk und Schlagen diverser Highscores hat sich nichts geändert.

Dafür aber an den Kunststückchen: "Nail the Trick ist eine vollkommen neue Art, das Spiel zu spielen. Du hast jetzt die totale Kontrolle über deine Füße und kannst so innovative Tricks im Sprung erstellen und der entstehenden Action in Zeitlupe zusehen" steht da auf der Verpackungsrückseite geschrieben. Alles klar? Abgesehen davon, dass es sich hierbei um hochgradiges Blafasel handelt, drückt dieses hilflose Konstrukt nichts von der Faszination des neuen Features aus.

Sobald der Skater in der Luft ist, drückt der Spieler die beiden Analog-Sticks nach unten, um den "Nail the Trick"-Modus zu aktivieren. In Zeitlupe werden hier nur noch die Beine des Skaters gesteuert, während dieser durch die Luft segelt. Wer will, kann dem Board dabei immer wieder einen neuen Spin geben, solange sich das Ganze in halbwegs physikalisch-korrekten Bahnen bewegt. Allerdings wird eine sichere Landung dann immer unwahrscheinlicher ...

Apropos schwer: Der Anspruch ist deutlich höher als in den bisherigen "Tony Hawk's"-Games. Um etwa in einer Klassik-Herausforderung den "Krank"-Rank zu erreichen, muss der Spieler alle zehn Levelziele in einem Run schaffen!

Optisch ist das Game schon auf den ersten Blick als Next-Generation-Titel zu identifizieren. Dank Havoc-Engine sind die Animationen butterweich; Stürze, bei denen die Extremitäten hin- und herpendeln, sehen schmerzhaft realistisch aus. Aber auch das Design der Schauplätze ist erstklassig. Allerdings scheint sich Neversoft bei all der Grafikpracht mit ihren schönen Licht- und Wassereffekten sowie der riesigen, frei zu befahrenden Stadt dann doch etwas übernommen zu haben. Ruckler trüben zuweilen das Funsport-Vergnügen. Sonderlich störend ist das zwar nicht, aber völlig unverständlich angesichts des enormen Aufwands, der bei der Produktion des Spiels betrieben wurde.

Tony Hawk's Project 8

Hersteller/Vertrieb

Neversoft/Activision

Genre

Sport

Plattform

PlayStation2, XBox, Xbox 360

Preis

ca. 60 / 50 / 70 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Hat der Gamer sich nach wochenlangen Sessions und wunden Fingern an die Spitze der Rangliste gekämpft, geht's auf "Xbox Live" online weiter. Acht Spielmodi, darunter "Punkte-Challenge", "Loser" und "Mauern" sorgen für Abwechslung.

Artur Hoffmann/Teleschau / TELESCHAU
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