Asus EeePC Was kann das Billig-Notebook?


Ein Rechenzwerg wird zum Riesenerfolg: Der EeePC von Asus ist ein absoluter Verkaufsschlager, obwohl das Mini-Notebook nicht mit Leistung protzt. Inzwischen gibt es bereits die nächste Generation für rund 400 Euro mit größerem Display und Windows-Betriebssystem. Lohnt sich der Kauf?
Von Gerd Blank

"Wow, ist der klein!" Die Kollegen in der Redaktion wollen es nicht glauben, dass in dem winzigen Gehäuse ein vollwertiger Computer steckt. "Kann man damit auch ins Internet?" Man kann, und nicht nur das.

Der EeePC von Asus erschien vor etwa einem Jahr wie Kai aus der Kiste und eroberte den Markt nach dem Nintendo-Prinzip. Nicht Leistung alleine zählt im Kampf um die Marktanteile. Und so wie Nintendos Wii-Konsole die viel leistungsfähigeren Spielkonsolen von Sony und Microsoft auf der Beliebtheitsskala übertrumpft, erobert der EeePC die Welt. Bisher wollten alle Computerhersteller unbedingt möglichst viel Leistung in ihre tragbaren Notebooks stopfen, die dadurch oft immer weniger tragbar wurden. Asus, selbst auch im Bereich der Hochleistungs-Boliden aktiv, hat mit dem Rechenzwerg etwas Neues versucht. Kleiner, leichter, weniger Leistung, dafür aber auch ein geringerer Preis. Für gerade einmal 300 Euro kam das Mini-Notebook in den Handel und fand viele Käufer - aber auch Nachahmer.

Die Nachfrage war so groß, dass Asus diese kaum befriedigen konnte. Dabei konnten auf dem Billig-Rechner nicht einmal die gängigen Programme laufen, denn als Betriebssystem fungierte Linux. Allerdings wurde das Gerät mit allen Programmen ausgeliefert, die für einen mobilen Einsatz gebraucht werden: Internet-Browser, E-Mail-Programm und sogar eine Office-Sammlung waren bereits installiert. Lediglich der Bildschirm war mit rund sieben Zoll etwas knapp bemessen.

Asus hat nachgebessert

Nun hat Asus nachgebessert und mit dem 900er-Model nicht nur den Bildschirm auf etwa neun Zoll vergrößert, sondern den Kunden auch die Wahl des Betriebssystems überlassen. Die Mini-Notebooks sorgen dafür, dass Windows XP eine Renaissance erlebt, denn die eigentlich ausgelaufene Programmversion ist inzwischen das Maß aller Dinge bei Rechnern. Wer sich für die Windows-Version entscheidet, bekommt auch noch das Works-Paket von Microsoft dazu - so können auch unterwegs Texte geschrieben werden. Dafür ist der Speicherplatz geringer als bei der Linux-Version.

Damit der Kleine auch auf Reisen Großes leisten kann, wurden ihm viele Anschlussmöglichkeiten spendiert: Neben drei USB-Eingängen verfügt der EeePC auch über Ethernet- und Grafikanschlüsse. Und ist ein Funknetz in der Nähe, kann sich der Zwerg auch per Wlan einloggen.

Der EeePC ersetzt sicher nicht einen vollwertigen Computer, ist aber eine vernünftige Alternative zu schweren Notebooks, wenn man lediglich ein paar Texte schreiben und im Internet surfen will. Außerdem dient der Rechner auch als Abspielstation für Filme. Inzwischen ist Asus nicht mehr der alleinige Platzhirsch, andere Hersteller wollen auch etwas vom Mini-Notebook-Kuchen haben. Doch Asus hat bereits weitere Nachfolger des Erfolgsmodells angekündigt.


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