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Computerspiele: "SpellForce": Fantasy-Epos aus deutschen Landen

Umwerfende Grafik, epische Story und die Verknüpfung von Strategie- und Rollenspiel machen "SpellForce" zu einem der heißesten Titel des Herbstes.

Germanische Runen, Zaubersprüche und Heldenabenteuer sind der Stoff, aus dem die Welt von "SpellForce - The Order of Dawn" geschmiedet ist. Optisch ein Genuss, kombiniert SpellForce die beiden Genres Strategie- und Rollenspiel zu einer in dieser Form noch nicht da gewesenen Einheit.

Wie in anderen beliebten Echtzeit-Strategiespielen (etwa in "Age of Empires" oder "Rise of Nations") wuselt es auch auf dem SpellForce-Bildschirm von zahllosen kleinen Figuren, die Gebäude errichten, Rohstoffe sammeln oder in den Kampf ziehen. Im Unterschied zu diesen steht aber bei SpellForce eine Figur im Mittelpunkt, die wie im klassischen Rollenspiel ("Ultima", "Gothic") mit individuellen Eigenschaften ausgestattet wird und mit der sich der Spieler identifiziert.

SpellForce - The Order of Dawn

Hersteller/Vertrieb

Phenomic/JoWooD

Genre

Rollenspiel/Echtzeitstrategie

Plattform

PC

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Preis

ca. 40 Euro

Alles eine Sache der Perspektive

Zwischen beiden Perspektiven auf das Spielgeschehen kann man jederzeit hin- und herschalten: Von oben behält man den großen Überblick über die 3D-Szenerie - in der "Verfolgerperspektive" sieht man die eigene Figur in voller Größe vor sich und steuert sie durch fantastische Landschaften.

Alles beginnt beim Menschen

Von den sechs Völkern für den eigenen "Avatar" stehen zu Beginn des Spiels nur die Menschen zur Verfügung - später kommen Zwerge, Elfen, Trolle, Orks und Dunkelelfen dazu. Die wahlweise männliche oder weibliche Figur kann man mit einem von jeweils 31 verschiedenen Gesichtern versehen und mit unterschiedlichen Graden von sieben Eigenschaften ausstatten: Stärke, Ausdauer, Geschicklichkeit, Wendigkeit, Intelligenz, Weisheit und Charisma. Außerdem wird dem eigenen "Runenkrieger" in diesem ersten Schritt eine von mehreren Kampfarten zugeschrieben. Im Lauf des Spiels werden Erfahrungspunkte gesammelt, neue Fähigkeitsstufen erklommen und unterschiedliche Ausrüstungsgegenstände erworben.

Welchen Zauber soll man lernen?

Vor allem aber werden magische Fertigkeiten entdeckt, die mit strategischem Geschick einzusetzen sind - schließlich bedeutet der Titel des Spiels so viel wie "Kraft der Zaubersprüche". Etwa 90 solcher Zauber sind über das ganze Spiel verteilt, die eigene Figur kann aber nur bis zu zehn gleichzeitig in Bereitschaft halten und muss daher sorgfältig auswählen, welche Zaubereien für welche Aufgaben sinnvoll sind.

Diese sich immer wieder neu stellenden Aufgaben - als "Haupt- und Nebenquesten" bezeichnet - bilden den roten Faden durch das Spiel, das sich über mehr als 20 Landkarten erstreckt. Um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, müssen Siedlungen aufgebaut werden, die mit dem gezielten Einsammeln von Rohstoffen und Nahrungsmitteln weiter wachsen - und in denen Kämpfer für die unweigerlich drohenden Schlachten rekrutiert werden. Da geht es zunächst nur gegen schwächliche Goblins und Höhlenorks, bald aber auch gegen mächtige Dämonen und Drachen.

Vorbildliche Steuerung

In diesem Getümmel geht bei Strategiespielen oft der Überblick verloren, wie man welche der eigenen Einheiten am besten gegen die gegnerischen Kräfte einsetzt. Für SpellForce hat die Entwicklergruppe Phenomic aus Ingelheim bei Mainz eine neue Steuerung entwickelt, die sie als "Click and Fight" bezeichnet: Hier werden die Gegner mit der Maus angeklickt, und unter den Porträt-Buttons der eigenen Figur und der an ihrer Seiten stehenden Helden erscheinen die jeweils möglichen Aktionen. Mit einem zweiten Mausklick auf deren Symbol wird die jeweilige Aktion ausgeführt. Die auch für Einsteiger schnell nachvollziehbare Steuerung wird in einem Prolog spielerisch erklärt.

Umwerfend schön

Einen überzeugenden Eindruck macht die detailreiche Grafik, die das Eintauchen in die Fantasiewelt bis in die unterste Zoom-Ansicht hinein realistisch unterstützt. Wenn in der Stadt "Graufurt", dem Ziel der ersten Reise, am Abend der Mond aufgeht, legt sich eine geradezu beklemmende Atmosphäre über die Szenerie. Störend sind allein die blau-schwarzen, kantigen Randbereiche, in die man bei einer zu heftigen Mausbewegung leicht hineingerät. Aber auch dies lässt sich über die Optionen einstellen, so dass man den Kartenausschnitt nur noch über die Tastatur verändert.

Bei einer geschätzten Spieldauer von 100 Stunden setzt sich der SpellForce-Spieler einer akuten Suchtgefahr aus. Im Multiplayer-Modus können bis zu acht Spieler im lokalen Netz oder über das Internet gegeneinander antreten oder sich zu Teams zusammenschließen.

Der Rechner darf nicht schwächeln

Bevor man sich für die Anschaffung von SpellForce entscheidet, sollte man die verfügbare Hardware genau anschauen. Die Mindestausstattung für das ab zwölf Jahre freigegebene Windows-Spiel (ab 98) verlangt einen Prozessor mit 1 Gigahertz, 256 MB Arbeitsspeicher und eine Grafikkarte mit 3D-Beschleuniger und 32 MB Grafik-RAM. Für einen ruckelfreien Spielablauf sollte aber vor allem die Grafikkarte nicht älter als zwei Jahre sein und mindestens 64, besser 128 MB an eigenem RAM mitbringen. Auf der Festplatte werden satte zwei Gigabytes an Daten abgelegt.

SpellForce wird die Spielerwelt über das nächste Jahr hinaus begleiten. "Wir werden die Marke SpellForce weiter pflegen", sagte Chefentwickler Volker Wertich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP. "Es wird sicherlich ein SpellForce II geben."

Peter Zschunke, AP / AP / DPA
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