Connecticut US-Bank verliert 90.000 Kundendaten


Die People's Bank in Connecticut meldet, persönliche Daten von rund 90.000 Kunden verloren zu haben. Obwohl die Bank abwiegelt, sind Kunden empört und verängstigt.

Die People's Bank in Connecticut räumt eine peinliche Panne ein: Rund 90.000 Kundendaten gingen bei einer Postsendung nach Pennsylvania verloren. Die Informationen waren laut Bank auf einem Magnetband enthalten, das per Kurierdienst UPS an das Transunion LLC Credit Reporting Bureau in Woodlyn geschickt worden war. Das Magnetband enthält unter anderem die Namen, Adressen, Konto- und Sozialversicherungsnummern der Kunden.

Während bei UPS Untersuchungen über den Verbleib der Sendung auf Hochtouren laufen, versucht die People's Bank ihre aufgebrachten Kunden zu beruhigen. " Datenschutz steht bei uns an erster Stelle", versucht der Vizepräsident der People's Bank, Bryan Huebner, abzuwiegeln. Zudem sei das Magnetband nur über spezifische Software überhaupt auslesbar, was den Nutzen des Materials für eventuelle Übeltäter verringere. "Obwohl wir die Chance eines Missbrauches für unwahrscheinlich halten, möchten wir uns bei unseren Kunden entschuldigen", so Huebner. Deshalb will das Kreditinstitut nun betroffenen Kunden einen einjährigen, kostenlosen Monitoring-Service für ihre Konten anbieten.

Trotzdem zeigen sich Kunden und andere US-Bürger besorgt über den Verlust der persönlichen Daten. Jährlich werden in den USA 9,5 Millionen Identitäten gestohlen, und die verlorenen Kundendaten könnten in falschen Händen außerdem zum Missbrauch der Sozialversicherungsnummern führen. Auch das Erstellen von gefälschten Kreditkarten sei nicht auszuschließen, berichtet die "Connecticut Post".

Besorgnis erregend ist auch, dass im letzten Jahr bereits sieben andere große Banken wie Ameritrade, Bank of America und City National Bank den Verlust oder Diebstahl ähnlicher Daten veröffentlichten. Insgesamt enthielten die verlorenen Daten persönliche Informationen von 5,9 Millionen US-Bürgern. Der Washingtoner Postinspektor Paul Kreene zeigt sich besorgt, dass nur sehr wenige dieser Daten wieder auftauchen. Laut Kreene sei es nicht auszuschließen, dass Diebstahl im großen Stil dahinterstecke. Trotzdem gibt es bislang noch keine Beweise für die illegale Nutzung der Kundendaten.

Valerie Carlson, Sprecherin der People's Bank, verspricht: "Wir werden keine Daten mehr per Post verschicken. Von nun an werden persönliche Informationen verschlüsselt über das Internet weitergeleitet."

Dies sind dieselben Schritte, die auch "CitiGroup" im Juni letzten Jahres unternommen hatte. Der Kurierdienst UPS hatte damals die Daten von 3,9 Millionen Kunden des Konzerns verloren.

Sophie Nadolny

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