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Erotische Onlinespiele: Ideenflaute im Web Sex.Null

Im Internet gibt es fast alles, vor allem aber eines: Sex. Die online erwirtschafteten Umsätze der Pornoindustrie gehen in die Milliarden. Erotische Spielewelten sollen die Gewinne weiterwachsen lassen - doch der Erfolg ist fraglich.

Von Matthias Oden

Von den vollmundigen Versprechen der Sexindustrie ist nicht viel übrig geblieben. Der Versuch der letzten Jahre, in großem Umfang auf den Siegeszug von Fantasy-Spielen wie "World of Warcraft" aufzuspringen, ist gescheitert - kaum eines der Spiele schaffte es, online zu gehen. "Spend the Night" etwa, eines der ersten Onlinespiele dieser Art, kam aus Kostengründen nie über die Entwicklungsstufe hinaus. Und was heute auf dem Markt ist, ist weit davon entfernt, bahnbrechend zu sein: Texturarme Grafiken versprühen so viel Erotik wie eine Steuererklärung. Aber die wenigen verbliebenen Spiele nutzten die Zeit, um mangels Konkurrenten zu wachsen.

Einen aggressiven Expansionskurs fährt etwa das Unternehmen Utherverse. Sein Onlinespiel "Red Light Center" machte vergangenes Jahr den Anfang, ein virtuelles Amsterdam, in dem man virtuelles Gras rauchen und virtuellen Sex haben kann. Im September 2007 kam ein virtuelles Vancouver dazu, weitere Städte sind geplant. Die bisherigen Investitionskosten liegen laut Aussagen von Utherverse-Vorstandschef Brian Shuster bei 10 Mio. US-Dollar.

Weltreise voller Striplokale

Shuster will möglichst schnell eine virtuelle Weltreise voller Nachtclubs und Striplokale ermöglichen: "Wir suchen offensiv Partner auf der ganzen Welt, auch im Franchisesystem, die den jeweiligen Lokalkolorit ihrer Städte zu unserem Universum beisteuern können." Er beziffert die monatliche Zuwachsrate mit 90.000 neuen Usern. Shuster zufolge haben sich bisher 1,1 Millionen Mitglieder registriert. Das Einloggen ist kostenlos, wer allerdings auch für die sexuellen Inhalte freigeschaltet werden möchte, zahlt im Monat 20 Dollar. "Wenn unser Kundenwachstum weiterhin stabil bleibt, rechnen wir damit, noch in diesem Jahr Break-Even zu erreichen", sagte der Utherverse-Chef FTD-Online.

Die Konkurrenten von "Red Light Center" heißen "Jewel of Indra" und "Sociolotron". In der Pipeline der Entwickler warten "Naughty America", "Erotasy Island" und "Heavenly Bodies". Die Unternehmen, die hinter diesen Spielen stecken, tragen Namen Safe Escape Studios oder Nest Egg Studios und sind von ähnlicher Größe wie Utherverse. Ihre Investitionen tätigen sie in einem rapide wachsenden Markt. Der Branchendienst DFC Intelligence prognostiziert, dass sich der Markt für Onlinespiele bis 2012 mehr als verdoppeln wird. In den nächsten fünf Jahren sei ein Gesamtvolumen von mehr 53 Mrd. Dollar zu erwarten. Etwa die Hälfte dieses Umfangs werden klassische Onlinespiele generieren, in denen Tausende User in virtuelle Welten eintauchen, gemeinsam Abenteuer erleben und mit- oder gegeneinander spielen. Erotische Spiele dagegen fristen vorerst ein Schattendasein.

Verdrängungskampf im Pornoland

Virtuelle Spielwelten mit erotischen Inhalten werden von DFC Intelligence zu den sogenannten Social Games gezählt, die momentan erst 2,2 Prozent des Markts ausmachen. Mittelfristig werde sich an dieser Gewichtung nur wenig ändern. Damit machen Erotikspiele zwar nur eine Nische des expandierenden Onlinegaming-Marktes aus. Entwickelt sich der Markt aber wie vorhergesagt, ist für "Social Games" in den kommenden fünf Jahren immerhin ein Volumen von etwa 585 Mio. Dollar zu erwarten - eine Summe, an der die Sexindustrie ihren Anteil haben will.

Der Verdrängungskampf um diese Millionen wird spätestens dann beginnen, wenn mehr als nur eine Handvoll Anbieter um die Aufmerksamkeit geneigter Internetsurfer buhlt. Er wird sich noch verschärfen, weil das Spielprinzip bei allen gleich ist: Um ihre pornösen Spielwelten aufzupeppen, stellen die Studios ihren Usern Chatrooms, Kontaktbörsen und Bildergalerien zur Verfügung. Doch was aussieht wie eine Serviceleistung, ist vor allem ein Indiz für das größte Problem der Online-Sexspiele.

Denn ihnen fehlt genau das, was den besonderen Reiz "normaler" Onlinewelten ausmacht - eine ausgeprägte Langzeitmotivation. Isabelle Pavlova, die in ihrem Blog "MMOrgy" über die erotischen Aspekte von Onlinespielen schreibt, bringt die konzeptionellen Widersprüche von Erotikspielen auf den Punkt: "In einem virtuellen Sexspiel kann man eines haben - mehr Sex... Wie lange wird die durchschnittliche Spielsitzung dauern? Ein Spiel, das jeder Mann nur für zwei Minuten am Stück spielt, könnte ein bisschen schizophren werden." Denn Charakterentwicklung findet nicht statt, sobald der Avatar, die Spielfigur also, nur zum Ausleben sexueller Fantasien benötigt wird, das Sucht erzeugende Suchen und Sammeln von immer besserer Ausrüstung fällt ebenso weg.

Sex - zu heikel für die Spielebranche

Eine Lösung dieses Designmankos ist bei keinem der aktuellen Spiele in Sicht. Den benötigten kreativen Input könnten etablierte Spieleschmieden wie Electronic Arts oder Vivendi liefern, samt dem Know-how, grafisch ansprechende Welten zu erschaffen.

Doch die halten sich bedeckt. Obwohl in Sachen Gewaltdarstellung nicht eben zimperlich, fürchtet die Branche, ihren Ruf buchstäblich aufs Spiel zu setzen, wenn sie statt großkalibriger Waffen ebensolche Brüste programmieren soll - schließlich sind immer noch die als prüde geltenden USA der größte Markt für Computerspiele. Folgerichtig wurde 2006 auch das Sexspiel "Naughty America" von der E3 in Los Angeles gebannt, der größten Computerspielemesse der Welt. Doch möglicherweise erweist sich nicht die Ablehnung der Spieleindustrie als größtes Problem des Genres, sondern die der Spieler. Längst leben nämlich Online-Gamer ihre sexuellen Fantasien dort aus, wo sie sich ohnehin aufhalten: in den Welten ihrer "normalen" Onlinespiele. Für "World of Warcraft" etwa, dem mit 9 Millionen Mitgliedern größten Spiel dieser Art existieren Zusatzprogramme, mit denen die Avatare ihre Hüllen fallen lassen können. Im Netz finden sich diverse Videomitschnitte von Gaming-Sessions der etwas anderen Art.

Störfaktor Pornostar

Der "World-of-Warcraft"-Hersteller Blizzard sieht solche Zweckentfremdungen seiner Spielwelt nicht gerne und ahndet entsprechende Verstöße mit einem Rauswurf. Doch für die Erotik-Bloggerin Pavlova kämpft Blizzard einen aussichtslosen Kampf: "Es wird immer einen Weg geben, Sex in ein Spiel einzubauen." Deshalb seien "normale" Onlinewelten die bessere Alternative für virtuellen Sex im Internet. Wenn man fertig sei, könne man wieder zur üblichen Tagesordnung übergehen: kämpfen, Ausrüstung sammeln, Abenteuer erleben - all das, was den eigentlichen Reiz von Online-Rollenspielen ausmache.

Für Mia Rose, eine amerikanische "World of Warcraft"-Spielerin ist das allerdings nicht mehr möglich. Sie wurde von Blizzard gebannt, weil ihr im wirklichen Leben ausgeübter Job nicht zum Saubermann-Image des Spielekonzerns passte. Ihr Beruf: Pornostar.

FTD
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(