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Kai Pflaume: "Zu viel ist immer ungesund"

Nicht nur die Liebe zählt in seinem Leben: Moderator Kai Pflaume taucht abseits der Fernsehstudios gerne in virtuelle Welten ab. Im stern.de-Interview spricht er über seinen ersten Game Boy, Wettkämpfe mit seinen Kids und über Gewalt in Games.

Herr Pflaume, welchen Bezug haben Sie zu Videospielen?

Ich spiele unglaublich gerne und mit Spaß. Als Vater von zwei Söhnen im Alter von sechs und acht Jahren kommt man gar nicht umhin, sich mit Videospielen auseinander zu setzen. Ich finde das alleine aus pädagogischen Gründen schon sehr wichtig.

Sie sind in der ehemaligen DDR aufgewachsen. Hatten Sie einen Robotron-Heimcomputer?

Nein, meine ersten Erfahrungen habe ich witzigerweise mit dem Game Boy gemacht. Und das noch zur DDR-Zeit. Den hatte mir damals meine Oma von einer Besuchsreise aus dem Westen mitgebracht hat.

Spielen Sie auch heute noch mit dem Game Boy?

Nicht nur. Mittlerweile habe ich eine tragbare PSP-Konsole mit der ich eigentlich am liebsten spiele. Zudem stehen zu Hause eine Xbox, eine Xbox 360 sowie eine Playstation 2. Die drei "großen" Konsolen benötige ich vor allem für den Mehrspielerspaß, denn ich zocke sehr viel zusammen mit meinen Kindern und auch mit Kollegen. Doch auch die Einzelspiele sind wichtig - schließlich muss ich für die Wettkämpfe mit meinen Kindern trainieren, damit ich als Gegner ernst genommen werde. (lacht)

Natürlich werde ich mir im März auch die Playstation-3-Konsole zulegen. Ich habe mir extra dafür bereits einen neuen HD-Fernseher gekauft.

Wie viel Zeit verbringen Sie mit Spielen?

Da gibt es keine feste Zeit, zumal dies meine Arbeit auch nicht unbedingt zulässt. Ich denke im Schnitt wird es eine Stunde am Tag sein.

Welche Games spielen Sie mit Ihren Kinder am liebsten?

Gemeinsam spielen wir am liebsten Sportspiele wie Fußball, Basketball oder Eishockey. Gerne daddeln wir aber auch Fun-Games wie "Singstar" oder "Buzz". Und wenn meine Kids alleine vor dem Schirm sitzen, spielen sie Filmumsetzungen wie "Spiderman" oder "Die Unglaublichen".

Was muss ein Videospiel bieten, um Sie für Stunden vor den Bildschirm zu fesseln?

Enorm großen Wert lege ich auf eine gute Grafik. Wenn ein virtuelles Abenteuer gut aussieht, ist das schon die halbe Miete. Auch die Animationen der Spielfiguren sollten lebensnah wirken. Letztlich braucht ein gutes Spiel noch eine ansprechende Atmosphäre. Sonst fesselt mich das Ganze nicht vor den Schirm.

Was war bislang für Sie die größte Herausforderung in einem Spiel? Oder gibt es einen besonderen Moment, an den Sie sich gerne erinnern?

Spiel ist Spaß und somit keine wirkliche Herausforderung für mich. Und besondere Augenblicke liefert mir das Leben. Es bietet so viele spannende Momente. So genieße ich die Zeit mit meiner Familie. Mit meiner Frau nehme ich jetzt die nächsten zehn Jahre Ehe in Angriff. (lacht)

Videospiele nehmen einen immer größeren Stellenwert im Alltag der Jungendlichen ein. Könnten Games klassischen Unterhaltungsmedien wie dem Fernsehen oder dem Radio künftig den Rang ablaufen?

Nein, nicht direkt. Da die Games immer interaktiver werden und auch online spielbar sind, sehe ich eher eine Verschmelzung der Medien als eine Verdrängung.

Computer- und Videospiele werden nicht selten kritisch betrachtet. Wie sehen Sie die Diskussionen?

Natürlich sollten Kinder keine Gewalt verherrlichenden Spiele spielen, aber gegen kontrolliertes Spielen altersgerechter Titel ist überhaupt nichts einzuwenden. Es ist wie bei allem im Leben: zu viel ist immer ungesund.

Interview: Udo Lewalter