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Microsofts Bewegungssteuerung Acht coole Kinect-Basteleien


Microsofts Kamerasystem Kinect erlaubt mehr als Tanzen und virtuelle Katzen zu streicheln: Clevere Entwickler tüfteln bereits an einem Helm für Blinde und anderen interessanten Gadgets!
Von Christoph Fröhlich

Microsofts Kamera-Modul Kinect ist ein Millionenseller: Rund zehn Millionen Exemplare konnte der Hersteller in einem Jahr an den Mann bringen. Dabei wird die Xbox-Hardware nicht nur zum Zocken benutzt – Wissenschaftler und Entwickler forschen bereits an anderen Einsatzwecken. Das Kamerasystem ist äußerst vielseitig einsetzbar und dank passender Treiber mit nahezu jedem System einsetzbar.

Dank dem Erfolg der freiwilligen Bastler startet Microsoft jetzt auch ein Entwickler-Tool für kommerzielle Anwender. Mehr als 200 Firmen haben sich für das Programm vormerken lassen, darunter der Autobauer Toyota oder die Kreativagentur Razorfish. Doch was ist mit der Spielehardware überhaupt alles möglich?stern.de präsentiert eine Auswahl der besten Kinect-Modifizierungen.

3D zum Anfassen

Für ein bisschen Zukunftsfeeling im heimischen Wohnzimmer sorgt das Holodesk: Mit einer speziellen Spiegelkonstruktion, an der eine Webcam und ein Kinect-Modul angeschlossen ist, können dreidimensionale Gegenstände erzeugt und vom Nutzer physikalisch korrekt beeinflusst werden. So können Würfel gestapelt werden, die gar nicht existieren, oder dreidimensionale Bälle erschaffen werden.

Moderner DJ

Eine beeindruckende Präsentation für mögliche Kinect-Anwendungen zeigt das Projekt Jamkinect: Die Xbox-360-Hardware macht aus dem Körper das ultimative Mischpult. Mit den Armen können einzelne Elemente wie Samples angewählt oder die Abspielgeschwindigkeit verändert werden, dank Tiefenkamera kann sich der DJ frei durch den Raum bewegen. Das erlaubt nicht nur kreatives Mixen, sondern sieht auch noch verdammt cool aus.

Ein Navi für Blinde

Bisher nur ein Prototyp, zeigt der NAVI (Navigationsassistent für Sehbehinderte) das Potenzial der Spielerweiterung für behinderte Menschen. Das Kinect-Modul wird auf einen Helm montiert, der wiederum mit einem Gürtel verbunden ist. An ihm sind drei Sensoren mit Vibrationsalarm befestigt - jeweils einer links, rechts und vorne. Die Kamera scannt die Umgebung und gibt Richtungsanweisungen via Headset und Vibrationsalarm aus.

Im Gegensatz zum Blindenstock erkennt der Helm auch weit entfernte Hindernisse, spezielle QR-Codes könnten zusätzliche Informationen für Blinde bereit halten. Allerdings ist der Blindenhelm noch nicht alltagstauglich: Bisher muss immer ein Laptop mitgeführt werden, zudem ist die Apparatur insgesamt sehr groß.

Schattenspiele 2.0

Beim Schattenspiel werden mit den Händen Schatten auf eine beleuchtete Fläche geworfen, häufig die Silhouetten von Tieren. Die beiden Entwickler Emily Gobeille und Theo Watson haben die angestaubte Tradition etwas aufgepeppt: Das Kamera-System Kinect erkennt die Handbewegungen und visualisiert das Tier als 3D-Modell. Auf Wunsch macht das Tier sogar Geräusche.

Anhänglicher Roboter

Ein wenig erinnert die kleine Maschine an Wall-E aus dem gleichnamigen Pixar-Animationsfilm: Der Roboter erkennt automatisch die Gesichter von Menschen und folgt ihnen, bis er sie aus den Augen verliert. Dann wird einfach nach dem nächsten Ausschau gehalten. Wer wissen möchte, wie der fahrbare Roboter seine Umgebung wahrnimmt, kann mit Hilfe eines iPads die Aufnahmen in Echtzeit verfolgen.

Angry Kinect

Physik zum Ausprobieren: Die beliebte Spielmodifikation "Garrys Mod" bietet ab sofort auch Kinect-Untersützung. Wer also schon immer mal in einen großen Stapel Kisten treten wollte, ohne das Haus zu verlassen – hier ist die Chance dafür. Konservativeren Spielern sei die linkextern adr="http://www.youtube.com/watch?v=zVFijUqMoco">"Angry Birds"-Version für Kinect ans Herz gelegt.

Löchriges Brett + Kinect = Musik

Eine löchrige Bretterwand, eine spezielle Software und eine Kinect-Kamera – mehr braucht Tim Thompson nicht, um Musik zu machen. Sein ungewöhnliches Instrument hört auf den Namen "Space Palette" und kann sogar passende Videos zur Musik erzeugen. Die Kamera erkennt die jeweilige Position der Hände und spielt einen bestimmten Ton ab, der in Höhe, Länge und Klang beeinflusst werden kann. Auch Fans von Luftgitarren oder Fingerklavieren sollten einen Blick auf Microsofts Fuchtelsteuerung werfen.

Hubschrauberfliegen leicht gemacht

Zum Start des nicht-kommerziellen Kinect-Entwicklertools veranstaltete Microsoft ein so genanntes "Code Camp", bei dem sich Entwickler neue Anwendungen für die Xbox-360-Hardware einfallen lassen konnten. Eines der Ergebnisse war dieser Quadrocopter, ein Minihubschrauber mit vier Propellern. Gelenkt wird er ausschließlich mit den Armen, die von Kamera erkannt werden.


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