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Musikplayer: Wenn Winamp am iPod saugt...

Sie spielen millionenfach Musik: Winamp auf dem PC, der iPod unterwegs. Die beiden Musik-Giganten sind eigentlich inkompatibel. Doch ein kleiner Zusatz ermöglicht es, Dinge zu tun, die Apple nicht vorgesehen hat.

Zwei Giganten treffen aufeinander: Auf der einen Seite Apples sehr erfolgreicher Musikspieler iPod. Auf der anderen Seite Winamp, eine weit verbreitete und kostenlose Musikabspielsoftware. Eigentlich existieren sie friedlich nebeneinander her, denn ein Kontakt zwischen den beiden ist nicht möglich. Schließlich ist der iPod direkt mit Apples Itunes-Software verknüpft, und die duldet keine Konkurrenz neben sich, wenn es darum geht, das edle Abspielgerät mit Musik versorgen. Nun berichtet das renommierte Online-Magazin "Wired News": Justin Frankel persönlich, der Entwickler von Winamp, hat einen kleinen Zusatz für seine Player-Software basteln lassen, der die beiden Großen miteinander spielen lässt. Und zwar auf eine Art, die Apple nicht unbedingt gefallen dürfte: Das Winamp-Plug-in "ml_ipod" bietet - neben anderen Funktionen - die Möglichkeit, Musikdateien vom iPod herunter auf eine Computerfestplatte zu laden. Diese Richtung des Songtransfers ist von Apple explizit nicht vorgesehen, Musik soll nur vom Computer auf den iPod überspielt werden können. "Viele Menschen danken mir, dass ich sie von Itunes befreie", sagte Computerstudent Will Fisher gegenüber "Wired News". Fisher hat nach den Entwürfen von Winamp-Schöpfer Frankel das "ml_ipod"-Plug-in programmiert.

Freund und Feind: das Copyright

Dass Apple den Weg zwischen iPod und Computer als Einbahnstraße angelegt hat, hat Copyright-Gründe. So soll verhindert werden, dass die Inhalte der tragbaren Geräte sich auf diversen PCs wieder finden. Ebenfalls aus diesem Grund ist jeder iPod an genau eine installierte Kopie von Apples Musikverwaltungsprogramm Itunes gebunden - zumindest solange, bis der Inhalt des Abspielgeräts einmal komplett gelöscht wurde. Wer also seine Musik auf mehreren Rechnern - zum Beispiel im Büro und zu Hause - verteilt hat, schaut in die Röhre. Oder er benutzt Winamp mit dem Plug-in. "Ich glaube fest daran, dass jeder das Recht haben sollte, seine Musik mit Software eigener Wahl zu transferieren", so Fisher gegenüber "Wired News". Und dann sagte er noch: "Ich vertraue unseren Nutzern, dass sie mit dieser Freiheit verantwortungsvoll umgehen und keine Musik stehlen." Ein Satz, den man so oder ähnlich auch von Entwicklern von Dateitauschprogrammen immer wieder hört. Von Apple hat "Wired News" keine Stellungnahme zu dem Thema erhalten.

Übrigens: Kopiergeschützte Musik wie diejenige, die über Itunes gekauft wird, kann erst vom iPod geholt werden, wenn der Kopierschutz mit einem anderen Programm entfernt wurde. Dieses Vorgehen - das Entfernen oder Umgehen von digitalen Kopierschutzmaßnahmen - ist nach dem deutschen Urheberrecht eindeutig illegal.

Die Leute lieben's

Laut "Wired News" wurde das Plug-in bereits mehr als eine halbe Million Mal herunter geladen, Tendenz steigend. Grund für die Beliebtheit dürfte aber nicht nur das beschriebene "Killerfeature" sein, zumal einzelne Tools wie Ephpod schon länger die Möglichkeit bietet, Songs vom iPod herunterzuladen. Doch Winamp ist nun einmal extrem weit verbreitet, und wer seine Musik seit Jahren damit verwaltet und abspielt, stellt sich nur ungern um. Außerdem ist das Programm viel schlanker als Itunes und läuft auch - im Gegensatz Apples Programm - auf älteren Rechnern mit Windows 98. Körperlich ist dieser Gigant also eher ein Zwerg, aber gerade deshalb nicht zu unterschätzen.

Ralf Sander
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.