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iTunes Drei Programme statt eines: So will Apple seine meistgehasste Software ersetzen

iTunes: iTunes ist auf dem Mac längst Geschichte
iTunes ist auf dem Mac längst Geschichte
© Jenny Kane/ / Picture Alliance
Die Musikverwaltung iTunes gehörte auf Windows-PCs zu den unbeliebtesten Programmen. Jetzt hat Apple erstmals den Ersatz angeteasert.

Für viele Windows-Nutzer ist es das einzige Apple-Programm auf ihrem Rechner: Wer einen iPod und später ein iPhone nutzen wollte, kam lange nicht an iTunes vorbei. Ohne Cloud-Verbindung lassen sich die Geräte auch heute noch nur darüber befüllen. Dabei hat Apple die Software auf seinen eigenen Mac-Rechnern längst eingestellt. Jetzt gibt es erstmals einen Blick auf die Nachfolgeprogramme.

Die stecken ausgerechnet in einem Microsoft-Produkt: Mit der Vorschau-Version für das kommende Update für Windows 11 lassen sich in Microsofts Software-Shop auch die drei Programme herunterladen, mit denen Apple auf seinen eigenen Rechnern iTunes beerbt hat. Apple Music, Apple TV und Apple Devices sind dann erstmals auch für Windows erhältlich.

Apple ersetzt iTunes: Drei Programme statt eines

Wie auf dem Mac teilen die drei Programme die Funktionen auf, die früher in iTunes gebündelt waren. In Apple Music lässt sich die eigene Musiksammlung verwalten und der gleichnamige Streamingdienst nutzen. Apple TV erlaubt analog dazu Zugang zu über Apple gekaufte Serien und Filme und den TV+ getauften Videostreamingdienst. Apple Devices ist zur Verwaltung der zugehörigen Geräte gedacht, erlaubt Backups, Software-Updates sowie die Synchronisation von Daten wie dem Adressbuch oder dem Kalender auch ohne Cloud-Angebote.

Dass Apple mit der Einführung der drei Windows-Programme nun endgültig den Schlussstrich für Windows zieht, ist eigentlich längst überfällig. Auf dem Mac hatte der Konzern die Software bereits 2019 in Rente geschickt und durch eine tiefere Integration der Programme ins System ersetzt. Auf Windows-Rechnern war iTunes seitdem extrem stiefmütterlich behandelt worden. Außer einigen Fehlerbehebungen und Updates zur Kompatibilität mit neuen Geräten blieb iTunes jahrelang unverändert.

Wenig Liebe für iTunes

Dabei war das Programm alles andere als beliebt. Von vielen Windows-Nutzern als Fremdkörper wahrgenommen, litt die Software von Anfang an unter Performance-Problemen. War sie zunächst nur für die Musikverwaltung gedacht gewesen, wuchs die Software mit der Einführung des Videoangebotes, Ebooks und schließlich des App Stores immer weiter an. Und wurde in der Folge – auch auf dem Mac – immer überladener, unübersichtlicher und langsamer. Kein Wunder, dass sich die Apple-Fans erleichtert freuten, als der Konzern 2019 auf dem Mac den Stecker zog.

Wann die drei Programme auch offiziell erscheinen, ist noch nicht ganz klar. Auch die Kompatibilität ist bisher nicht bestätigt: Die Testversionen funktionieren zwar nur mit Windows 11, theoretisch könnte Apple sie aber auch für Windows 10 anbieten. 

Ganz los werden können iTunes aber ohnehin nicht alle Nutzer: Zwei bisher von iTunes verwaltete Inhalteformen werden offenbar nicht mit den neuen Programmen abgedeckt. Apples Podcast- und Bücherapps werden durch die neuen Programme nicht ersetzt, sie sollen weiter durch eine aktualisierte Version von iTunes abgedeckt werden, erklärt laut "Ars Technica" ein Hinweis in Apple Music. Wer sie nicht braucht, kann aber wohl bald mit iTunes abschließen.

Quellen: Microsoft, Ars Technica

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