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Pac-Man: Eine Ikone mit nur 25 Jahren

Jeder, der schon einmal Computerspiele gespielt hat, kennt ihn: Pac-Man. Der kreisrunde gelbe Kerl feiert seinen 25. Geburtstag. Aus diesem Anlass bekommt er nun ein neues Leben geschenkt.

Für ein Videospiel hat Pac-Man ein schon wahrhaft biblisches Alter erreicht. Die kleine gelbe Scheibe mit dem großen Appetit auf Punkte wird in diesem Monat 25. Vom Original Anfang der 80er über die zahllosen Abwandlungen und Neufassungen in den vergangenen Jahren hat sich dieses Spiel geradezu zu einer Ikone unserer Kultur entwickelt. Die Faszination liegt dabei nicht nur in dem Wettstreit von Pac-Man mit seinen ewigen Rivalen Blinky, Pinky, Inky und Clyde. "Es war das erste Mal, dass ein Spieler als Person in einem Spiel agierte, statt unbelebte Objekte wie Panzer oder Raketenbasen zu kontrollieren", erklärt Leonard Herman, Autor des Buchs "Phoenix: The Rise and Fall of Videogames". "Der Spieler kontrollierte jetzt eine 'lebende' Figur."

Von der Pizza zum Computerspiel

Alles begann in Japan mit einer Eingebung von Toru Iwatani, einem jungen Spieleentwickler bei Namco. Auf die Idee zu Pac-Man kam er durch eine runde Pizza, in der ein Stück fehlte. Puck-Man, so hieß das Original, war geboren. Wegen der Ähnlichkeit mit einem englischen Vulgärwort wurde dann aus "Puck" beim Start in den USA "Pac". Der Erfolg war durchschlagend und ließ eine romantische Beziehung zu Ms. Pac-Man (Frau Pac-Man) entstehen, der dann auch bald ein Kind entsprang: Junior Pac-Man. Das "Pac-Man Fever" erreichte 1982 selbst die Pop-Charts. Billy Mitchell - die erste und einzige bekannte Person, die je ein perfektes Spiel (nach mehr als sechs Stunden Spielzeit und der Bewältigung aller 256 Level kam er 1999 auf 3.333.360 Punkte) spielte, erklärt die Faszination mit der gewaltfreien Einfachheit. Pac-Man "war niedlich und so etwas wie ein Held, wie er da vor den bösen Buben davon rannte. Ob es die 80-jährige alte Dame oder ein Kind war, jeder konnte sich in der Welt von Pac-Man zurecht finden."

Pac-Man betritt die reale Welt

Pac-Mans Einfluss dauert auch heute noch an. Im Rahmen einer Abschlussarbeit stellten Studenten der Abteilung für Interaktive Telekommunikation der New Yorker Universität, die mit Mobilfunk- und WLAN-Geräten ausgerüstet waren, Pac-Man über mehrere Häuserblöcke verteilt nach. Sie nannten das Spiel, in dem vier als Gespenster verkleidete Personen in den Straßen von Manhattan nach Pac-Man suchten, "Pac-Manhattan". Ein genaues Geburtsdatum für Pac-Man kann auch Namco nicht nennen. Von dem ursprünglichen Spielgerät wurden zwischen 1980 und 1987 aber genau 293.822 Stück verkauft. Und Absichten, das Geschäft mit der gelben Scheibe aufzugeben, sind nicht zu erkennen. In diesem Jahr sind mehrere Neuerscheinungen geplant wie "Pac-Mania 3D", "Pac-Man World 3", "Pac-Pix" und "Pac-Man Pinball". Auch eine Sonderausgabe des alten Pac-Man-Geräts soll zum 25. Geburtstag erscheinen. "Die Menschen fragen, 'wer kauft denn Pac-Man?'", sagt Scott Rubin, Chef von Namco America. "Es ist eines der wenigen Spiele, bei denen die Antwort lautet: Jeder. Es war ein Meilenstein in der Geschichte der Videospiele."

Matt Slagel/AP / AP
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