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PC-Netzteile: Viel Power ist nicht alles

PC veralten schnell. Wer immer auf dem neuesten Stand sein will, muss sich regelmäßig einen neuen Rechner kaufen oder einzelne Komponenten austauschen. Oft brauchen die neuen Teile allerdings mehr Strom. Welches Netzteil ist dann sinnvoll?

Wenn neue Komponenten in einen PC eingebaut werden, kann es passieren, dass das Netzteil im PC zu schwach ist. Also raus damit und schnell ein neues einbauen. Ernst Ahlers von der Computerzeitschrift "c't" rät, grundsätzlich keine Netzteile für unter 30 Euro zu kaufen. Denn mit Billig-Netzteilen könne man böse Überraschungen erleben. "Diese Modelle versagen häufig unter Volllast. Außerdem kommt es oft vor, dass bei solchen Geräten der Lüfter ständig mit voller Drehzahl läuft." Das bedeute vor allem eine viel höhere Geräuschentwicklung.

Vor dem Kauf muss der Computerbesitzer jedoch erstmal herausfinden, ob ein neues Netzteil fällig ist: "Oft treten plötzliche Abstürze oder Neustarts auf. In seltenen Fällen schaltet sich der Rechner ab", erklärt Daniel Schuhmann vom Internetportal www.tomshardware.de. Das passiere meist, wenn neue Komponenten wie eine stärkere Grafikkarte eingebaut werden. Ein weiterer Hinweis, dass sich das Netzteil am Limit befindet, sei eine ungewöhnlich hohe Temperatur am Lüfterausgang.

Es muss nicht immer das Maximum sein

Bei der Wahl eines Netzteils sollte man nicht nach dem Motto "Viel hilft viel" vorgehen. Peter Knaak von der Stiftung-Warentest warnt davor, ein zu großes Netzteil zu kaufen: "Ein 600-Watt-Netzteil ist für einen normalen Rechner schlicht überdimensioniert. Das geht nicht nur auf den Geldbeutel, sondern ist auch zu laut."

Enno Bruns von der in Hamburg erscheinenden Zeitschrift "Computerbild" gibt zu bedenken, dass neue Netzteile nicht immer mit alten Mainboards zusammenpassen. So seien alte Hauptplatinen mit einem 20-Pin-Stecker ausgestattet, neue Netzteile aber mit einem 24-Pin-Stecker. Prinzipiell sei es allerdings kein Problem, ein Netzteil auszutauschen, da sich die Stecker gar nicht falsch anschließen lassen. "Keinesfalls sollte man das Netzteil an sich aufschrauben", warnt Bruns. Auch wenn der Netzstecker gezogen und das Netzteil schon lange ausgebaut ist, können noch sehr hohe Spannungen auf Teilen des Geräts liegen.

Zu wenig Saft ist auch nicht gut

Wer ein leises Netzteil haben möchte, muss erst einmal überlegen, wozu der Computer genutzt werden soll. "Für den Rechner zu Hause sollte ein lüfterloses Netzteil schon aufgrund der niedrigen Leistung gut überlegt sein", erklärt Schuhmann. Solche Geräte seien für den Einsatz in Büros konzipiert, wo geringe Lautstärke besonders wichtig ist. Die geforderte Leistung sei hier niedriger, da der Prozessortakt und die 3D-Unterstützung einer Grafikkarte eher eine untergeordnete Rolle spielt. Einen Kompromiss bildet ein so genanntes Hybrid-Netzteil: "Ein solches Netzteil besitzt zwar einen Lüfter, dieser schaltet sich allerdings nur bei hoher Belastung ein."

Auf keinen Fall sollte man in ein bestehendes System "blind" ein lüfterloses Netzteil einbauen, so Ernst Ahlers von der "c't": "Bei gewöhnlichen PCs übernimmt der Netzteillüfter immer einen großen Teil der Systemkühlung." Schränkt man diese ein, drohen Abstürze durch Überhitzung. Außerdem altert der Rechner schneller.

Michael Thieroff/AP / AP
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