Serie Silent-PC Startschuss für Gehäuslebauer


Vor der Inneneinrichtung muss das Haus stehen, so ist es auch beim Computer. In der zweiten Folge der Serie über den Selbstbau eines leisen PC wird gezeigt, wie man das Gehäuse dämmt und das richtige Netzteil auswählt.

Nach und nach setzen wir die einzelnen Komponenten unseres zukünftigen Silent-PC zusammen. Als Hilfsmittel verwenden wir eine Decke zum Unterlegen, einen Kreuzschlitzschraubenzieher, eine Spitzzange und eine Blechschere. Auch einige Stunden Arbeitszeit sind für das Projekt anzusetzen.

Unser neu aufgebauter PC besteht aus folgenden Komponenten:

KomponenteProdukt
Gehäuse Casetek CS-C1019 SA
Gehäusedämmung MagicFleece FE
Gehäuselüfter1 x Papst 8412 N/2GML / 4 x Papst 8412 NGML
NetzteilMR Fortron 350 Watt ichbinleise Edition
MainboardAsus A7N8X Deluxe Rev. 2
CPUAMD Athlon XP 2500+ (Barton / AQZEA)
CPU-Lüfterichbinleise Cooler 821A
Arbeitsspeicher2 x takeMS DDR-SDRAM 400 CL3 á 512MB
GrafikkarteSapphire Radeon 9800 SE AiW "Enhanced" (Radeon-Shop.de)
GrafikkartenlüfterVGA Silencer Rev. 2
FestplatteSamsung SpinPoint SV1604N (160 GB)
CD-LaufwerkNoName
DVD-BrennerLiteOn LDW 811S
DiskettenlaufwerkNoName
Ext. automatische LüftersteuerungMR Varioregelung (extern)
Ext. Temp.kontrolle/Lüftersteuerung/Fotokartenleser
Zusätzlich verwenden wir:WärmeleitpasteArctic Silver III
Entkopplungsgummisdiverse
Rundkabel IDE (für Festplatte)Magic Flow IDE ATA-133
Rundkabel IDE (für optische Laufwerke)Revoltec U-DMA
Rundkabel für DiskettenlaufwerkRevoltec Floppy

Das Gehäuse

Beim Aufbau eines PCs ist das Gehäuse automatisch die erste grundlegende Komponente. Alle anderen Bestandteile des Rechners werden dort hineinverpflanzt und müssen dann hier, meist für die gesamte Lebensdauer, ihr Dasein fristen. Die Eigenschaften des Gehäuses sind also sehr wichtig für den Computer, der darin Platz findet.

Wir entscheiden uns für einen Midi-Tower CS 1019 von Casetek. Er ist bis auf Front und Griffe vollständig aus Aluminium. Das sorgt für ein extrem geringes Gesamtgewicht von etwa sechs Kilogramm. Durch schlichtes, formschönes Design und Außenflächen aus gebürstetem Aluminium wirkt der Tower edel. Doch auch seine inneren Werte wissen zu überzeugen.

Im Casetek herrscht dank einer enormen Tiefe von 53 Zentimetern viel Platz. Das macht sich gut beim Einbau von Komponenten und ist auch für den Luftfluss günstig. Vier 5,25- und acht 3,5-Zoll-Schächte (davon sechs intern) lassen den Einbau zahlreicher Geräte zu. Die quergesetzte Anordnung der internen 3,5-Zoll-Laufwerkskäfige vereinfachen den Umgang mit Festplatten. Für einen leichten Einbau sorgen außerdem die mitgelieferten blauen Montageschienen, die beim Installieren von Komponenten Schrauben überflüssig machen.

Casetek CS-C1019 SA

Hersteller

Casetek

Vertrieb

MaxPoint GmbH

Link

www.casetek.de

Preis

ca. 110 Euro

Türen sind wichtig
Die Front des Towers besteht aus silber lackiertem Plastik mit Aluminium- und Acryl-Applikationen. Laufwerke und Knöpfe verbergen sich im oberen Teil hinter einer Außentür. Eine Tür ist sehr wichtig für Silent-PCs, da sie, mit Dämmung versehen, enorm zur Geräuschreduzierung beiträgt. Die Außentür oder die gesamte Front lassen sich mit einem Schloss separat öffnen und dann aufklappen. Das vereinfacht den Einbau der optischen Laufwerke und des Diskettenlaufwerks. Außerdem sind so die vorderen Lüfterkäfige gut zu erreichen.

Für eine gute Durchlüftung lassen sich bis zu sieben Ventilatoren einsetzen. Zwei hinter der Front vor die 3,5-Zoll-Laufwerksschächte, einer oben, zwei hinten und zwei in einer speziellen Plastikaufhängung in der linken Seite. Der Außengriff versorgt mit seinen integrierten Luftlöchern gleichzeitig einen der zwei dort einsetzbaren Lüfter mit Frischluft. Bis auf die vorderen Lüfterpositionen sind alle anderen mit Schnappvorrichtungen versehen, was Schrauben und Zeit spart. Zusätzlich sind vier auswaschbare Filter beigelegt.

Auf der Oberseite des Gehäuses sind unter einer Abdeckung Anschlüsse für Firewire, Mikrofon, Kopfhörer und zweimal USB 2.0 zu finden.

Tipp für Sparsame
Wem der Aluminium-Tower zu teuer ist, kann auch auf die aus Stahl gefertigte schwereren Schwestermodelle der CS 1018-Serie zurückgreifen, die ansonsten baugleich sind. Sie gibt es in verschiedenen Farbkombinationen.

Die Gehäusedämmung

Es gibt mittlerweile eine große Zahl unterschiedlicher Dämmsets für PCs auf dem Markt. Ziel ist es, möglichst viele Flächen des Gehäuses im Inneren zu bedecken und so den dort produzierten Schall zu absorbieren. Auch bei der besten Dämmung dringen Geräusche nach außen. Trotzdem trägt diese Maßnahme dazu bei, einen echten Silent-PC zu erhalten.

Die meisten Dämmsets bestehen aus einer Materialkombination von Schaumstoff mit einer Bitumen- oder Schwerfolienschicht. Der Schaumstoff soll den erzeugten Luftschall auffangen. Die schweren Komponenten wirken gegen Vibrationen, den Körperschall, der ebenfalls unangenehme Geräusche erzeugen kann.

Das Gewicht steigt
Wir haben uns mit MagicFleece FE von A Conto NoiseMagic für ein anderes Konzept entschieden. Bei MagicFleece dienen mehrere Schichten aus einem Fließmaterial dem Kampf gegen den Schall. Die Matten setzen sich aus unterschiedlich konzentrierten Mikrofasern zusammen. Der Zusatz "FE" steht für Stahlplatten, die in einer Anzahl MagicFleece-Matten integriert wurden. Damit wird Vibrationen wirksam entgegengewirkt. Gleichzeitig steigt allerdings auch das Gewicht des PCs um einiges und zwar um etwa sechs Kilogramm.

MagicFleece FE

Hersteller

A Conto NoiseMagic GmbH

Link

www.noisemagic.de

Preis

ca. 90 Euro

Der Nachteil ist, dass unser Aluminium-Tower mit dieser Dämmung seinen Gewichtsvorteil einbüßt. Da wir nicht vorhaben, den Rechner häufig zu transportieren, überwiegt der große Vorteil: Das schwerere Gehäuse überträgt Vibrationen schlechter und entspricht nun den in diesem Punkt potenziell überlegenen Stahlkonkurrenten.

A Conto NoiseMagic bietet für sehr viele verschiedene PC-Gehäuse vorkonfektionierte Mattensets an. So auch für den Casetek 1019 und sein stählernes Schwestermodell 1018. Die Matten in verschiedenen Größen und Dicken sind mit Nummern bedruckt, die ihre vorgesehene Position kennzeichnen. Gegenüber Standard-Dämmsets entfällt hier also das jeweilige Ausmessen und Zuschneiden, um die Matten auf die eigenen Gegebenheiten anzupassen

Falten wegdrücken
Vor dem Beginn studieren wir erst die bebilderte Anleitung und schieben die Matten dann probeweise in Position. Erst dann ziehen wir die Folie auf der Unterseite ab und verkleben die Matten im Gehäuse. Damit vermeiden wir Schusseligkeitsfehler und erzielen auf Anhieb ein perfektes Ergebnis. Vorteil des flexiblen Fließmaterials: Eventuell auftretende Falten lassen sich sehr einfach wegdrücken.

Einige Matten sind mit Magneten ausgestattet, um sie bei Bedarf später einfach ablösen zu können. So lassen sich beispielsweise leicht Lüfter im Gehäuse nachrüsten. Die an sich clevere Idee ist bei unserem Aluminium-Tower allerdings unwirksam, da er ja nicht magnetisch ist. Wir haben aber nicht vor, diese Stellen zu bedecken, um später einen besseren Luftdurchfluss im Gehäuse zu erreichen. Wer einzelne Lüfterpositionen nicht mit Ventilatoren bestücken möchte, dem bieten sich doppelseitig klebende Tesa-Posterstrips an, da sie sich später wieder gut ablösen lassen.

Das Netzteil

Netzteile müssen genügend Strom für das Gesamtsystem bereitstellen. Reichen die Leistungsreserven nicht aus, gibt es Probleme - etwa Spannungsschwankungen, die zu Abstürzen führen können. Vorsicht: NoName-Netzteile brüsten sich mit hohen Wattwerten, halten diese aber bei weitem nicht ein. Ein gutes 350-Watt-Markengerät genügt vollkommen, um auch gut ausgestattete PCs mit Strom zu versorgen.

Passivkühlung mit Problemen
Da ein Netzteil nicht zu heiß werden darf, sorgen bis zu zwei Lüfter für Abkühlung. Nebenbei transportieren diese Lüfter auch die von anderen Rechnerkomponenten produzierte Warmluft aus dem Gehäuse. Mehr oder minder laute Nebengeräusche sind bei den üblichen Standardnetzteilen die Folge. Neuerdings werden auch lüfterlose, passiv gekühlte Netzteile angeboten. Der Vorteil liegt in ihrer Lautlosigkeit, der Nachteil in den sehr hohen Preisen und der häufig ansteigenden Gehäuseinnentemperatur.

Wir wählten daher ein MR Fortron 350 Watt ichbinleise Edition mit automatischer Temperaturregelung. Der auf leise PC-Lösungen spezialisierte Elektro-Meisterbetrieb MR Computertechnik modifiziert die ohnehin geräuscharmen Fortron-Netzteile von Hand. Dabei wird ein entkoppelter, schwingend gelagerter Papst-Lüfter mit 120 Millimetern Durchmesser installiert und das Regelverhalten des Netzteils optimiert. Eine Temperatursteuerung sorgt dafür, das der ohnehin leise Papst-Lüfter nur so schnell wie nötig dreht.

MR Fortron 350 Watt ichbinleise Edition

Hersteller

MR Computertechnik GmbH

Link

www.ichbinleise.de

Preis

ca. 109 Euro

In dem dicken Bündel aus dem Netzteil ragender Kabel finden sich genügend Stromstecker, um einen vollbestückten Tower zu versorgen. Ein SATA-Stecker macht beim Einsatz einer SATA-Festplatte zusätzliche Adapter überflüssig. Über ein Tachosignalkabel lässt sich die Drehzahl des Netzteillüfters zur Überwachung an die Hauptplatine melden. Der Einbau des Netzteils in unser Gehäuse erfolgt dank der Standardgröße des MR Fortron ohne Schwierigkeiten.

<a class="link--external" href="mailto:gregorfranz@typemania.de">Gregor Franz</a>

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