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Release Candidate: Windows 7 kommt näher

Microsoft hat eine neue Vorab-Version seines neuen Betriebssystems Windows 7 für alle Nutzer zum Herunterladen ins Netz gestellt. Der so genannte Release Candidate (RC) des Vista-Nachfolgers steht damit auch normalen Verbrauchern zum ersten Ausprobieren zur Verfügung.

Das nächste Windows-Betriebsystem von Microsoft nähert sich mit deutlichen Schritten seiner Fertigstellung. Jetzt wurde der sogenannte "Release Candidate" (RC) von Windows 7 vorgestellt, eine schon fast vollständige Version des Betriebssystems. Seit Ende vergangener Woche dürfen Firmenkunden und Entwickler den RC ausprobieren. Seit Dienstag ist die öffentliche Testphase für jedermann freigegeben. Die Vorabversion steht in fünf Sprachen zum Testen bereit: Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch.

Microsoft wird laut eigenen Angaben Windows 7 RC mindestens bis Juli zum Download anbieten. Die Anzahl der Downloads und der zu vergebenen Produktschlüssel ist - im Gegensatz zur vorangegangenen Beta-Version - nicht limitiert.

Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich um eine unfertige Version des Betriebssystems handelt, die nur zum Testen und nicht für die alltägliche Arbeit eingesetzt werden sollte.

Live-ID notwendig

Bevor der Nutzer die RC-Version von Windows 7 verwenden kann, muss er sich bei Microsoft mit einer Identifikations-Nummer (Windows-Live- ID) anmelden und erhält daraufhin einen Produktschlüssel. Seit der ersten Beta-Fassung von Anfang Januar hat Microsoft das Betriebssystem mit zahlreichen Funktionen erweitert. So soll man künftig auf zu Hause gespeicherte Medien auch von jedem Rechner unterwegs aus zugreifen können. Auch die Suchfunktionen und die Befehlsleiste wurden noch einmal erneuert und erweitert. Zudem unterstützt Windows 7 auf Rechnern mit berührungsempfindlichem Display auch die Steuerung mit dem Finger und Funktionen wie Drag & Drop.

In Windows 7 lassen sich mit einer Emulationssoftware auch Anwendungen aus Windows XP nutzen. Anders als ursprünglich erwartet, muss dazu allerdings ein separates, kostenpflichtiges Softwarepaket geladen werden, das zunächst nur für die Versionen Windows 7 Professional und Windows 7 Ultimate angeboten wird

Die RC-Version ist normalerweise die Version des Betriebssystems, mit der die Firmenkunden testen können, ob ihre Programme damit zurechtkommen. Software-Entwickler, Hardware-Hersteller und andere Partner von Microsoft können mit dieser Version ihre Produkte auf das neue System abstimmen. Es gilt schon als stabil und als nahezu fertig. Den Vista-RC veröffentlichte Microsoft rund fünf Monate vor dem Verkaufsstart des fertigen Produkts. Wenn Microsoft diesen Zeitplan auch bei Windows 7 verfolgt, könnte dieses Anfang Oktober und damit rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft in den Regalen stehen.

Offiziell gilt zwar immer noch der Zeitplan, dass Windows 7 Ende Januar 2010 erscheinen soll, aber in der vergangenen Woche hieß es schon, möglicherweise werde es schon früher fertig werden. Microsoft hofft, dass viele Firmenkunden, die auf einen Umstieg auf Vista verzichtet haben, nun das neue Windows 7 nutzen. Es setzt auf den technischen Grundlagen auf, die Vista gelegt hat, soll aber gleichzeitig schlanker und schneller sein. Windows 7 soll auch auf vielen sparsamen Netbooks laufen, für die es von Microsoft bislang nur XP gibt.

Der Release Candidate von Windows 7 soll laut Microsoft bis Juni 2010 lauffähig sein. Ab dem 1. März 2010 allerdings wird die RC-Version darauf hinweisen, dass sie demnächst ausläuft und außerdem alle zwei Stunden den Rechner herunterfahren.

san/AP/DPA / AP / DPA
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