Rückrufaktion Heiße Akkus auch bei Apple


Nach dem Computerhersteller Dell hat nun auch der Konkurrent Apple wegen Brandgefahr Millionen Laptop-Akkus zurückgerufen. Wie bei Dell handelt es sich um Lithium-Ionen-Akkus des japanischen Herstellers Sony.

Insgesamt 1,8 Millionen Akkus in Apple-Rechnern seien von dem Rückruf betroffen, teilte die US-Kommission für den Verbraucherschutz mit. Davon seien 1,1 Millionen in den USA und 700.000 im Ausland verkauft worden. Es bestehe Überhitzungs- und Feuergefahr. Wie viele Batterien in Deutschland umgetauscht werden müssen, war zunächst unklar. Vor knapp zwei Wochen hatte bereits der PC-Riese Dell 4,1 Millionen von Sony hergestellte Akkus zurückrufen müssen.

Betroffen sind die Modelle iBook G4 und PowerBook G4, die von Oktober 2003 an verkauft wurden. Bei Dell waren 4,1 Millionen Laptop-Akkus betroffen. An der New Yorker Börse gaben die Aktien von Apple nach dem Rückruf kurzzeitig um 1,1 Prozent nach, erholten sich danach aber wieder etwas.

Kostenloser Ersatz

Wie die US-Kommission für den Verbraucherschutz mitteilte, geht der Rückruf auf neun Geräte zurück, die überhitzten und bei zwei Benutzern leichte Verbrennungen hervorriefen. "Für uns hat höchste Priorität, die betroffenen Akkus kostenlos zu ersetzen", sagte Apple-Sprecher Steve Dowling. Er betonte, dass die neuesten Apple-Notebooks mit Intel-Prozessor von dem Rückruf nicht betroffen seien.

Für Apple bedeutet der Rückruf unwillkommene negative Schlagzeilen, gerade zu einer Zeit, da die Firma mit neuen Modellen ihren Marktanteil zu steigern versucht. Die Finanzergebnisse sollen aber wie auch bei Dell nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

Schmerzliches Akku-Debakel für Sony

Sony teilte am selben Tag mit, die Rückrufaktionen von Dell und Sony würden das Unternehmen zwischen 20 Milliarden und 30 Milliarden Yen (135 bis 200 Millionen Euro) kosten. Weitere Rückrufe wegen der Akkus seien nicht zu erwarten. Bei der Batterie-Produktion seien von Sony zusätzliche Kontrollen eingeführt worden. Ursache für die Probleme sei, dass mikroskopisch kleine Metallteilchen in den Lithium-Ion-Akkus mit anderen Teilen Batterie-Zellen in Kontakt kommen könnten und dadurch Kurzschlüsse entstünden. Dabei trete eine Überhitzung nur in seltenen fällen auf. Es sei auch weiterhin unklar, ob die Konstruktion der Notebooks zu den Problemen ebenfalls beigetragen haben könnte, hieß es. Apple erklärte, das Unternehmen rechne nicht mit wesentlichen finanziellen Auswirkungen.

Für Sony ist das Akku-Debakel viel schmerzlicher. Der einstige japanische Vorzeige-Konzern kämpft schon seit Jahren darum, seine schwächelnde Elektronik-Sparte in Gang zu bringen und sich nach Rückständen bei vielen Entwicklungen wieder Respekt in der Branche zu verschaffen. In den vergangenen Monaten sah es danach aus als könnte Sony-Chef Howard Stringer erste Erfolge unter anderem durch den Schwerpunkt auf flache Fernsehgeräte vorzeigen.

Reuters/DPA DPA Reuters

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