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Scheibes Kolumne: Alles geht kaputt!

Es ist wirklich krass - und belastend für den Geldbeutel: Alles geht kaputt oder veraltert. stern.de-Mitarbeiter Scheibe muss gerade wieder eine regelrechte Serie teurer Defekte hinnehmen. Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu. Oder doch?

Was soll ich machen? Ohne laute Musik am Arbeitsplatz kann ich einfach nicht das tun, wofür ich bezahlt werde - arbeiten. Abends schaue ich in einem Windows-Fenster auch gerne eine Video-DVD. Das geht ohne Lautsprecher nun gleich gar nicht. Gut und gerne zwei, drei Jahre durfte ich mich an einem 6.1-Lautsprechersystem von Creative erfreuen. Sieben Lautsprecher einmal rund um meinen Arbeitsplatz, das ließ die Bässe so richtig ordentlich krachen und sorgte für einen angemessenen Arbeitssound. Bis das Fernsehen anrückte. Die Leute vom TV brauchten einen Kommentar zum Thema Ebay und steckten die Stecker für ihre Hochleistungs-Superbeleuchtungstechnik in meine Steckdosen. Die waren dafür nicht ausgelegt, es machte "Fump!" und seitdem hatten meine Boxen einen Knacks weg. Immer wieder knallten, brummten oder zischten sie. Bis sie dann letzte Woche ihren Geist ganz aufgaben und gar keinen Mucks mehr machten. Also wanderte das ganze Boxengestrüpp in den Müll - und ein neues THX-zertifizierte 7.1-Lautsprechersystem musste her. Damit liebäugelte ich schon eine ganze Weile. Zu dumm, dass es im Online-Shop von Creative nicht mehr zu finden war. Zum Glück hatte Amazon noch ein letztes Paket verfügbar.

Weitere Ausfälle

Dann machte der Farblaser schlapp. Erst meldete er, dass der Resttonerbehälter voll war, obwohl das gar nicht stimmte. Dann monierte er immer wieder eine defekte Trommeleinheit und forderte, dass ich zusätzlich auch noch das Transportband austauschen sollte. Wegen mir kann der Drucker meckern und jammern, bis der jüngste Tag anbricht, so lange an einem Ende noch weiterhin bunt bedruckte Seiten aus dem Gerät flattern. Dummerweise stellte der Drucker just bei diesen Meldungen störrisch seinen Betrieb gleich ganz ein und verweigerte jeden Ausdruck. Austricksen konnte ich ihn nur, wenn ich meine Druckaufträge gleich beim Einschalten des Druckers abschickte. Dann ließ er sich kurzfristig übertölpeln, um dann in der ersten Arbeitspause einen Selbstcheck durchzuführen und wieder von Grün auf Rot zu schalten. Letztens wurde mir das dann doch zu dumm und ich suchte bei Ebay nach den angefragten Austauschelementen. 130 Euro sollte die Trommeleinheit kosten, 100 Euro das Transportband. Sind 230 Euro. 100 Euro mehr - und ich bekomme einen vollständigen neuen Drucker mit werkseitig eingesetzten halbvollen Toner-Behältern, die nachgekauft auch leicht 200 Euro kosten. Das habe ich dann schweren Herzens auch gemacht, immerhin gibt es inzwischen das bessere Nachfolgemodell. Die Frage ist jetzt nur, was ich mit dem alten Drucker mache. Noch steht er im Nachbarbüro.

Nicht nur mehr Leistung durch zwei Kerne

Ärger gibt es inzwischen auch mit meinem neuen PC. Der hat einen Dual-Core-Prozessor, was ihn schneller machen soll. Das klappt auch wunderbar. Ärgerlich ist nur, dass mein altes Funknetzwerk von Siemens bei der Installation der Software meldet, dass es nicht mit Dual-Core-Prozessoren zusammenarbeiten kann. Installation abgebrochen, nix geht mehr. Jetzt haben alle Rechner im Büro weiterhin DSL über die alten Siemens-Geräte, nur mein Chefrechner muss via ISDN ins Netz gehen. Inzwischen habe ich mir eine Devolo-Lösung angeschafft, die eine Netzwerkfunktionalität und auch einen Internetzugang über die Stromsteckdose bereitstellt. Das mit dem Netzwerk über die Steckdose läuft problemlos, das mit dem DSL-Anschluss aber leider noch nicht. Da muss ich wohl doch noch einen Techniker holen. Wenn ich bis dahin überhaupt noch genug Geld habe, um auch noch diese Rechnung zu bezahlen. Denn zwischenzeitlich hat auch der Firmenwagen schlapp gemacht - er geht mitten in der Fahrt immer wieder aus und war dieses Jahr schon drei Mal in der Werkstatt.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

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