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Scheibes Kolumne: Heute schon geBINGt?

stern.de-Kolumnist Scheibe wird Google mal kurz untreu und schaut sich beim Mirosoft-Konkurrenten Bing um. Schade findet er, dass sich die meisten Funktionen erst dann nutzen lassen, wenn man vorgibt, Amerikaner zu sein. Aber er hat auch ein paar echte Highlights entdeckt.

Google ist über die Jahre so groß und mächtig geworden, dass ganze Existenzen wackeln, sobald die Suchmaschine eine Seite aus dem Index wirft oder den Pagerank reduziert. Aus eben diesem Grund wünschen sich die meisten Web-Aktiven, dass Google möglichst gleich als morgen eine ebenbürtige Konkurrenz erwächst. Auf diese Weise würde sichergestellt werden, dass eine einzelne Suchmaschine nicht länger über Wohl oder Verderben einer online aktiven Firma entscheiden kann.

Nun stellt Microsoft seine Suchmaschine Bing vor. Wer sich hier als Deutscher anwählt, findet eine Suche vor, die Google sehr ähnlich ist. Vor einem stetig wechselnden Hintergrundbild (ein toller Hingucker!) steht eine Textzeile, in die sich ein beliebiger Suchbegriff eingeben lässt. Wer sich hier austobt, bekommt genau wie bei Google gleich mehrere Seiten mit Treffern präsentiert. Diese Ergebnislisten sind ein klein wenig anders sortiert als bei Google und enthalten sicherlich auch andere Links: Man findet aber auch bei Bing sehr gut, was man gerade sucht. "Gesponserte Seiten" nennt Microsoft die eingeblendete Textwerbung, die auf thematisch zur Suche passende Homepages verweist. Alles sieht aus wie Google, nur eben anders.

Bing sucht auch nach Fotos im Web, die sich hier sehr schön filtern lassen - etwa nach der Größe, den Bildproportionen, der Farbigkeit, dem Stil oder dem Inhalt. Gelungen ist die Funktion "Ähnliche finden", die eingeblendet wird, sobald der Anwender auf ein Bild klickt. Wer hier ein Foto von einem Hund findet, kann sich so ganz schnell weitere Hundebilder zeigen lassen. Bing zeigt auch Videos - in einer separaten Übersicht. Die Videos muss Microsoft auf einem eigenen Server hosten. Es reicht nämlich aus, den Mauszeiger auf einen Video-Thumbnail zu führen, um das entsprechende Filmchen sofort abzuspielen. Das überzeugt - und macht im Multimedia-Zeitalter auch wirklich Sinn.

Sex ohne Bilder

Kurios: Wer bei den Bildern oder den Videos nach "Sex" sucht, bekommt nichts zu sehen. Stattdessen steht auf dem Bildschirm: "Die Suche sex kann jugendgefährdenden Inhalt zurückgeben. Ändern Sie Ihre Suchbegriffe, um Ergebnisse zu erhalten." Alles klar, hier greift ein sehr guter Filter, der endlich einmal Kinder und Jugendliche vor dem Schmutz aus dem Web bewahrt. Aber wie kommt Bing dann zu seinem Ruf, eine der heißesten Sex-Suchmaschinen im ganzen Internet zu sein?

Nun Fakt ist: Bing Deutschland ist beschnitten. Das deutsche Angebot beschränkt sich in den weiteren Funktionen auf eine noch rudimentäre News-Nachrichtensuche, einen Link zu einem Shopping-Portal und einen Maps-Dienst, der Landkarten einblendet und einen Routenplaner spendiert.

Bing wird erst als Amerikaner richtig stark

Keine Frage: Bing Deutschland läuft noch an der kurzen Leine, da ist noch deutlich mehr Benzin im Tank. Nur eben nicht in Good Old Germany. Wer den Nitro-Turbo einschalten möchte, kann dies aber schon jetzt gern tun. Dazu reicht es aus, auf den Standort "Deutschland" oben rechts im Bing-Bildschirm zu klicken. Umgehend wird eine Länderauswahl eingeblendet, in der man sich für den Eintrag "USA - Englisch" entscheidet. Dieser eine Klick reicht bereits aus, um Bing komplett zu entfesseln. Der Anwender wird damit zu einem Ami, zu einem Landsmann von Bill Gates.

Die erste Änderung zeigt sich bereits in der ganz normalen Web-Suche. Bewegt der Anwender seinen Mauszeiger an den rechten Rand eines Suchergebnisses, so wird sofort eine senkrechte Markierung sichtbar, an der sich bei weiterem Verweilen des Mauszeigers zügig eine Sprechblase mit weiterführenden Informationen öffnet. Diese Sprechblase enthält Fakten zur angegebenen Homepage wie etwa eine Zusammenfassung, E-Mail-Adressen oder Web-Links. Diese Infos helfen beim "Abchecken" einer Homepage und machen einen tatsächlichen Besuch so oft genug überflüssig.

Listet Bing in der US-Version die Sites von großen Firmen, so präsentiert der Suchdienst in einer Liste auch die Sprungadressen von untergeordneten Seiten. Auf diese Weise fällt es leichter, sich im Angebot großer Unternehmen zu bewegen. Diese Zusatzinformationen fehlen auf der deutschen Seite noch. Das gilt auch für die im US-Bing eingeblendete Zusatzsuche, die es erlaubt, eine Suche gezielt nur auf den Seiten der genannten Domain durchzuführen.

In der US-Version funktioniert auch schon der Wetterbericht. Wer bei Bing "temperature berlin" in die Suchmaske eingibt, bekommt so etwa den Wetterbericht der kommenden Tage für die gewünschte Stadt genannt. Die Angabe in Fahrenheit kann per Mausklick auch in Grad Celsius umgewandelt werden. Diese Routine kommt inzwischen auch mit den deutschen Städtenamen zurecht. Der Anwender kann also auch "München" anstelle von "Munich" eingeben. Auch Börsen-Charts lassen sich auf diese Weise abrufen, wenn das Buchstabenkürzel der entsprechenden Firma bei Bing in die Suchmaske eingetragen wird. Und das ist sicherlich nur die Spitze des Eisbergs. Mit "20 Euro in Dollars" lässt sich etwa auch eine Währungskonvertierung einläuten.

Infos zu den Hintergründen

Haben Sie sich bei Bing über die schönen Hintergrundbilder gefreut? Nun, dann werden Sie das gleich noch mehr tun. In der US-Version sind diese Bilder nämlich gespickt mit verschiedenen Hotspots, die sich anklicken lassen. Passend etwa zum Bild der kanadischen Niagarafälle lernt man so etwa, dass Marilyn Monroe hier einmal für einen Touristen-Ansturm gesorgt hat, dass die Fälle genau an der Grenze zwischen Kanada und den USA liegen und dass viele Lebensmüde schon mal in einem Holzfass die Fälle hinuntergesaust sind. So lernt man jeden Tag etwas dazu.

Bei der Bild- und Videosuche steht in der US-Version der Schutzfilter unter "Safe search" bereit. Hier ist es möglich, den gewünschten Level des Kinderschutzes frei zu wählen.

Wichtig: Die gesetzte US-Einstellung ist beim nächsten Start der Suchmaschine schon wieder vergessen. Wer die Einstellungen dauerhaft speichern möchte, klickt auf "sign in" und lässt sich eine dauerhafte Windows Live ID verpassen. Dann merkt sich Bing, wer Sie sind - und in welcher Konfiguration Sie Ihre neue Suchmaschine in Zukunft am liebsten vorfinden.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.