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Scheibes Kolumne: Kein Filter gegen Würgespiele

stern.de-Kolumnist Scheibe bekommt es in dieser Woche mit Würgespielen unter Jugendlichen zu tun: An der Schule seines Sohnes stirbt ein Gymnasiast bei einem "choking game". Die Lehrer klären auf, Schuld ist am Ende wieder einmal das Internet. Die Forderung nach Filtern wird laut. Nur bringt das leider nix.

Die Medien sind voll mit entsprechenden Berichten: In den USA würgen sich Schüler selbst oder gegenseitig bis zur Ohnmacht. Hinter dem sinnbefreiten Tun steckt die Suche nach einer neuen Droge: Man soll sich wie berauscht fühlen, wenn das Hirn keinen Sauerstoff mehr bekommt. Die Tagesschau meldet Würgespiele mit tödlichen Folgen aus Frankreich, "Bild" zählte bereits vor einem Jahr die Toten.

Jetzt wurde auch in Deutschland ein Todesfall bekannt. Ein 14-jähriger Gymnasiast namens Jacob aus Brandenburg ist in dieser Woche gestorben. Er war allein zu Haus und hatte sich mit einem Strick für kurze Zeit die Atemluft nehmen wollen. Das unbeaufsichtigte Experiment misslang, die Eltern fanden den Sohn tot vor. Auf dem Computer des Schülers soll noch die Online-Anleitung zum Würgespiel zu sehen gewesen sein: Eine Anleitung zum versehentlichen Selbstmord.

Der Fall betrifft mich nicht direkt, aber er trifft mich. Der Gymnasiast ging auf die gleiche Falkenseer Schule wie mein Sohn, auf das örtliche Lise-Meitner-Gymnasium. In dieser Woche - es ist eben noch ganz frisch - wurden zu Recht alle Veranstaltungen in der Schule abgesagt, auch das "Public Viewing" der Pro-7-Sendung "Popstars", dessen Finalist Nic aus der gleichen Schule stammt. In die Leere zielt die Frage vieler Eltern: Wie konnte das passieren? Und: Wie kann man das verhindern?

Jugendliche loten Grenzen aus

Die Sozialarbeiterin aus unserem Ort erklärte in einem Interview sehr gut, dass Jugendliche schon immer versucht haben, Grenzen auszuloten und zu überschreiten. Da sei das Würgespiele mit Hundeleinen, Gürteln oder anderen Schnüren eben nur ein Experiment von vielen. Nur eben eins, das furchtbar schiefgehen kann.

In den Tagen nach dem Unfall gab es kaum ein anderes Thema im Ort. Es fanden Belehrungen in den Grund- und fortführenden Schulen statt und die Eltern mussten Zettel unterschreiben, dass sie diese Belehrungen zur Kenntnis genommen haben. Und es wurde von vielen Seiten der Ruf laut, dass Eltern doch bitte schön einen Filter auf den Rechnern der Kinder installieren sollen, der das Laden solcher Würgespiel-Homepages gleich verhindert.

Nun: Hier muss man gleich einmal intervenieren. Es gibt gute Schutzsysteme wie die Kindersicherung 2010 , die tatsächlich einen Filter anbieten. Dieser Filter verhindert auf dem Rechner der Jugendlichen den Aufruf von bekannten Sex-, Gewalt- und Betrugsseiten. Diese Filter funktionieren auf zweierlei Weise. So können sie generell den Zugriff auf Web-Seiten verhindern, wenn auf ihnen bestimmte Wörter wie "Gangbang" oder so verwendet werden. Und sie können den Zugriff blockieren, wenn die konkrete Web-Adresse auf einer internen schwarzen Liste steht.

Eltern, die den Zugriff auf Würgespiele blockieren möchten, müssten den Filter manuell erweitern und dabei entweder das Wort "würge" manuell in den Filter eingeben oder aber jede einzelne Seite ausfindig machen und blockieren, die sich mit dem Thema beschäftigt. Da das Thema aber in allen großen Tageszeitungen auch online schon ausgewalzt wurde, gibt es kaum eine Möglichkeit, das noch so zu blocken, dass die Kids das nicht mehr aufrufen können. Wobei der ganze Filter auch schon wieder für die Katz ist, wenn die Jugendlichen an einem anderen Rechner - etwa in der Schule - surfen oder den Web-Browser im Handy verwenden.

So oder so: Mutproben wie das Würgespiel sind eigentlich reine Mundpropaganda-Geschichten, die verbreiten sich weniger über das Internet als vielmehr wie ein Lauffeuer auf dem Pausenhof. Wie sagte meine studentische Hilfskraft, die auch bei uns im Ort zur Schule gegangen ist: "Ach, diese Würgespiele, die kannte man schon zu meiner Zeit. Das ist ein ganz alter Hut."

Hier im Ort sind die Schüler sicherlich sensibilisiert und abgeschreckt. Hier sehen sie, dass dieses dämliche Spiel ein sehr böses Ende nehmen kann. Ich denke aber, dass das drei Orte weiter schon wieder nicht mehr der Fall ist. Da fühlen sich die Jugendlichen noch unsterblich - wie das in der Pubertät nun einmal so ist. Und das ganze Warnen und Aufklären der Eltern wird das Spiel eher noch interessanter machen. Wollen wir hoffen, dass die meisten Kids nachdenken und sich aus den "choking games" lieber heraushalten.

Ein Kommentar von Carsten Scheibe, Typemania

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.