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SCHEIBES KOLUMNE: Wäre ich bloß im Bett geblieben!

Es muss nicht erst der Wochentag Freitag zusammen mit einer 13 auf dem Kalenderblatt stehen, damit alles schief gehen kann. Sobald technische Geräte mit im Spiel sind, entwickeln die Dinge oft eine unheimliche Eigendynamik...

Keine Frage: Es muss nicht erst der Wochentag Freitag zusammen mit einer 13 auf dem Kalenderblatt stehen, damit alles schief gehen kann. Sobald technische Geräte mit im Spiel sind, entwickeln die Dinge oft eine unheimliche Eigendynamik. Und nachher wundert man sich wieder darüber, warum der Schuh im rauchenden Monitor steckt.

Papier stört Drucker

Zuerst war es der Drucker, der für Irritationen im durchorganisierten Arbeitsalltag sorgte. Als hätte man einen unsichtbaren Hebel umgelegt, druckte er plötzlich nur noch das allererste Blatt eines jeden Printjobs aus. Die restlichen Seiten wurden fein säuberlich im Gehäuseinneren zerknüllt, um mit einem fürchterlichen Rattern einen Papierstau inklusive Fehlermeldung zu erzeugen. Erste Säuberungsaktionen mit dem Ministaubsauger brachten zwar extrem viel Papierstaub zutage, lösten das Problem aber nicht. Frau Junge fand im Telefonbuch einen preiswerten PC-Experten vor Ort. Der kam binnen zehn Minuten vorbei (Auftragsflaute?) nahm den Drucker auseinander, förderte ein winziges Stück Papier an unerlaubter Stelle hervor und schrieb seine Rechnung.

Ein CD-ROM-Laufwerk in der Brunft

Derweil brummte auch schon das CD-ROM-Laufwerk wie ein brünftiger Bär angesichts von sechs kugelrunden Bärinnen, die aufreizend mit dem prallen Hintern wackeln. Ausgerechnet die neue CD, die ich unbedingt testen musste, erkannte das Laufwerk auf einmal nicht. Bei allen anderen Computern im Büro machten die Laufwerke nicht solche Mucken. Also musste mir Herr Franz die begehrten Dateien auf ein ZIP-Medium überspielen, das immerhin ein Gigabyte Daten aufnehmen kann. Auf diesem Weg kam ich doch noch an das CD-Programm heran. Doch - oh Schreck - in anderer Richtung ging auf einmal gar nichts mehr. Das Jaz-Medium meldete sich tatsächlich mit der haarsträubenden Fehlermeldung, dass es fortan nur noch Dateinamen mit nicht mehr als acht Buchstaben akzeptieren könne. Ein versteckter Scherz der Windows-3.1-Jünger?

Ich startete den Rechner neu – mit dem Erfolg, dass sich das CD-ROM-Laufwerk und das Jaz-Medium wieder einkriegten. Dafür waren auf einmal alle meine Systemressourcen alle, wie mir alle zwei Sekunden ein neues Fehlerfenster mitteilte. Ich schloss die knapp hundert Fenster mit schnellem Daumendruck und gab einigen aktiven Programmen, die ich gerade nicht mehr benötigte, den Gnadenschuss. Nur ein paar Korrekturausdrucke von einem fertig layouteten Magazinartikel wollte ich noch rasch mit dem Acrobat Reader ausgeben. Dazu wechselte ich extra den inzwischen wieder intakten Laserdrucker gegen den Farbtintenstrahler aus. Nach 30 Seiten schaute ich kurz zum Drucker hin. Anscheinend waren die Ressourcen noch immer zu niedrig. Der Acrobat Reader hatte in der Folge nur die Bilder der Seiten ausgedruckt und dafür den kompletten Text unterschlagen. Ich versuchte es noch einmal und erntete einen Text in sonderbaren Sonderzeichen – diesmal allerdings ohne Bilder.

Und es ward Bootvirus...

Beim Neustart des Rechners fand mein Virenscanner dann auf einmal einen Bootvirus, der eben noch nicht da gewesen war. Ich wettete alle meine Zahnblomben gegen einen Prozessorbrand, dass sich der Computer diese Meldung nur ausgedacht hatte. Das DOS-Modul des Scanners meldete, dass ein normales Hochfahren von Windows in dieser Situation nicht länger gestattet wird. Ich sollte den Rechner mit meiner Virenscanner-Rettungsdiskette neu booten und den Virus dann von der DOS-Ebene aus entfernen. Denkste. Ich bootete den Rechner neu und stellte dann einfach ein altes Image der Partition wieder her. Aus mit den Virenmeldungen! Den Scanner tauschte ich auch gleich gegen ein neues Modell aus. Der neue Scanner weinte prompt, weil er meinte, viel zu inaktuell zu sein. Ich gab nach und ließ das Programm ins Internet. Zehn Megabyte später war der Scanner wieder in Form, nur von meiner Arbeitszeit war nicht mehr viel übrig.

Natürlich streikte der Internet-Zugang prompt, als ich fünf Minuten später meine neue Post abholen wollte. Zig Konfigurationsversuche später funktionierte es dann doch wieder mit der ursprünglichen Einstellung. Ohne zu gucken, fischte ich alle wartende Mail aus dem Netz, darunter eine 5-MB-Pressemitteilung von einer Firma, die mich nicht interessierte. Die fünf Megabyte stammten von einer nicht komprimierten Word-Datei, in die zahllose hochauflösende Bitmap-Bilder eingelassen waren. Unglaublich.

Alle Rechner gingen aus - und das Licht...

Kaum lief der Rechner endlich rund, streikte die Stereoanlage. Eine Audio-CD »hakte« und tanzte mit sich immer wiederholenden Frauenkieksern auf meinen Nerven herum. Ich wollte gerade zur Fernbedienung greifen, da half mir eine Stromschwankung im Netz. Schwupps - alle Rechner gingen aus und rissen die Texte mit sich in die ewige Verdammnis, an denen Frau Junge und Herr Franz gerade gearbeitet haben. Die plötzliche Ruhe klang unheilvoll, zumal auch die Deckenlampen ausgegangen waren und wir im Keller auf einmal im Dunkeln saßen. Vielleicht wäre ich an diesem Tag besser gleich im Bett liegen geblieben.

Carsten Scheibe

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.