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TV-Geräte mit Internet und Apps voll im Trend: Smart-TV-Hype auf der IFA 2011

Die IFA 2011 zeigt, dass Fernseher mit Internetverbindung im Allgemeinen und Smart TV im Speziellen voll im Trend liegen.

Die IFA 2011 zeigt, dass Fernseher mit Internetverbindung im Allgemeinen und Smart TV im Speziellen voll im Trend liegen.

Die Ankündigung von LG, Philips und Sharp, eine Allianz für einen offenen Standard bei TV-Apps einzugehen, zeigt, dass Smart TV der große, neue Trend ist. Mit ihrer Kooperation wollen die drei Gerätehersteller für TV-Apps denselben Erfolg einleiten, den Apps bereits auf Smartphones und Tablets genießen. Auch konkurrierende Gerätehersteller und Entwickler wurden von den drei Konzernen eingeladen, der Allianz beizutreten.

Die Gründe hinter dem neuen Trend sind offensichtlich: 3D wird bei neuen Fernsehgeräten zusehends zum Standard und Gerätehersteller werden bald neue Inhalte brauchen, die sie verkaufen können. Durch Apps könnten sie innerhalb der Home-Entertainment-Sparte wieder einiges an Boden gut machen und einen Teil von dem erfolgreichen Geschäft für sich beanspruchen, von dem die PC-Hersteller bereits die vergangenen Jahre profitieren konnten. Außerdem können die TV-Geräte-Hersteller nach dem Vorbild von Apples App-Verkaufsmodell Einkünfte durch die Gewinnabgaben der Entwickler erzielen, die ihre Apps auf die TV-Bildschirme bringen wollen.

Der neue Smart-TV-Standard von LG, Philips und Sharp wird auf offenen Standards wie HTML5, CE-HTML und HbbTV basieren und Entwicklern ermöglichen, ihre Apps auf einer größeren Anzahl von Geräten zur Verfügung zu stellen. Durch die damit einhergehende Minimierung verschiedener Plattformen können Entwickler ihre Apps zudem schneller zur Verfügung stellen - zumindest wird darauf gehofft.

Die Vorteile für die TV-Anwender liegen auf der Hand, denn diese können von einem interaktiveren TV-Erlebnis profitieren, als sie es bisher von Laptops und Smartphones gewohnt sind. Während der Zuschauer seine Lieblingsserie anschaut, kann er zum Beispiel mit seinen Freunden über Facebook oder Twitter direkt am Fernseher kommunizieren. Außerdem können die Lieblingsfilme direkt aus dem Internet bezogen oder Multi-Player-Games auf dem TV-Gerät gespielt werden.

Allerdings wird der Erfolg eines offenen Standards bei TV-Apps auch von der Konkurrenz abhängen. Noch sind Sony, Panasonic, Samsung und Toshiba der Allianz nicht beigetreten. Vor allem Sony setzt gerne auf hauseigene Standards, obwohl Hersteller mit proprietären Angeboten in vergangener Zeit eher auf der Verlierer- denn auf der Gewinnerseite standen. Samsung baut ebenfalls auf eigene Apps und hat auf der IFA 2011 eine überarbeitete "YouTube on TV"-App angekündigt, mit der Anwender 3D-Inhalte der Videoplattform auf ihren Smart-TV-Geräten wiedergeben können.

Ein weiteres potenzielles Problem sind die Apps selbst. Durch den ständigen Zugang zu App-Stores wie dem Android Marketplace steigt natürlich die Gefahr, dass Malware auf das TV-Gerät gelangt. Möglicherweise könnten die Gerätehersteller ihre Apps aber auch in Apples Stil von vornherein beschränken und erst nach einer Prüfung online zur Verfügung stellen. Man darf gespannt sein, welche Entscheidungen getroffen werden. Klar ist in jedem Fall, dass wir von Smart TV - in welcher Form auch immer - in Zukunft noch mehr hören werden.

TR / Tech Radar
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