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US-Republikaner: Daten von 198 Millionen Amerikanern lagen ungeschützt in einer Cloud herum

Im Auftrag der republikanischen Partei hat eine US-Firma persönliche Daten von fast 200 Millionen Amerikanern gesammelt - und auf einem frei zugänglichen, ohne Passwort geschützten Server gelagert.

Server Daten Republikaner

Datenserver

Auf ungesicherten, öffentlichen Servern hat ein Cyberexperte die Daten von 198 Millionen US-Bürgern gefunden. Mit Anschriften, Telefonnummern, Geburtsdaten und politischen Einstellungen zu heißen Eisen wie etwa Waffengesetze, Abtreibung oder Stammzellforschung. Diese frei zugänglichen Informationen hatte die den Republikanern nahestehende Firma Deep Root Analytics im Auftrag der republikanischen Partei auf Amazon-Servern gelagert. 198 Millionen Datensätze - das entspricht fast 62 Prozent der US-Gesamtbevölkerung.

Kein Passwort, die URL reichte aus

Chris Vickery, von der IT-Sicherheitsfirma UpGuard, hatte laut des US-Website "Gizmodo" die Terabyte an Daten vor einigen Tagen entdeckt. Offenbar war der Zugang nicht einmal mit einem Passwort geschützt, die Kenntnis der richtigen Webadresse reichte aus. Die persönlichen Informationen stammten aus einer Reihe von Quellen, wie etwa von SuperPACs, US-Wahlkampf-Organisationen. Alle großen Parteien in den USA sammeln derartige Wählerinformationen um zum Beispiel maßgeschneiderte Werbespots zu verschicken. Die enormen Mengen dieser Analysedaten können mitunter wahlentscheidend sein. "Gizmodo" etwa weist darauf hin, dass die präzise Kenntnis der Wählerschaft Donald Trump geholfen hat, in umkämpften Bundesstaaten die (knappe) Mehrheit zu erringen.

Laut der US-Wahlbehörde hat Deep Root Analytics mindestens 980.000 Dollar von der Republikanischen Partei für die Wählerdaten erhalten. Vermutlich, so "Gizmodo", dürfte aber deutlich mehr Geld geflossen sein, da sich auf den Servern auch Informationen anderer, konservativer Datensammelinstitute befunden haben. Die Entdeckung der völlig ungeschützten Datenbank bringt Sicherheitsexperten auf die Zinne. "Für Menschen mit ruchlosen Absichten, ist das natürlich ein gefundenes Fressen", zitiert "Gizmodo" den Internetaktivisten Joseph Lorenzo Hall vom Center for Democracy and Technology.


nik