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App-Hit "Candy Crush Saga": Zuckerflash auf dem Handy

Das Puzzle-Game "Candy Crush Saga" erobert nach Apples App-Store auch Android-Geräte. Was macht das Spiel so beliebt? Unser Autor erlebt bei der Spurensuche selbst das Suchtpotenzial der Candy-Welt.

Von Dominik Brück

Ein kurzer Moment der Schwäche und schon ist es passiert: Ich bin süchtig nach Zucker. Hochkonzentriert sitze ich auf meinem Sofa und kann mich gar nicht mehr von dem Puzzle-Spiel "Candy Crush Saga" losreißen. Wie konnte es soweit kommen? Bevor ich für stern.de in "Candy Crush" Süßigkeiten zerschmettern sollte, habe ich mich nicht für solche Spiele interessiert - reine Zeitverschwendung. Kurz anspielen und mit meiner Bekannten Bettina über ihre Leidenschaft für das Spiel sprechen, das war mein Plan. Jetzt komme ich von den bunten Puzzleaufgaben kaum noch los. Fachmännisch tausche ich mich mit Bettina über die besten Strategien und Herangehensweisen für die einzelnen Levels aus. Wie konnte es so weit kommen?

"Candy Crush Saga" ist ein Browsergame, das auf Facebook ohne zusätzliche Installation kostenlos im Internet gespielt werden kann. Nur besondere Boni wie extra Gegenstände oder eben das Freischalten des nächsten Levels müssen bezahlt werden. Gute Gamer schaffen das Spiel aber auch ohne einen einzigen müden Cent locker zu machen.

Seit April 2012 hat das Spiel über 50 Millionen Fans auf Facebook gewonnen. Auf dem iPhone und dem iPad war "Candy Crush Saga" neun Monate lang die umsatzstärkste App. Auch auf Androidgeräten schlägt das Spiel ein wie eine Bombe. Über 2,5 Millionen Bewertungen hat das Spiel im Google-Play-Store erhalten. Davon haben rund 1,8 Millionen Nutzer volle fünf Sterne vergeben.

Simples Prinzip

Auch meine Nachbarin Bettina ist überzeugte "Candy-Crusherin". Täglich daddelt sie auf ihrem Smartphone und ist inzwischen schon auf Level 92 angekommen. Insgesamt müssen die Spieler, von denen 70 Prozent Frauen sind, über 400 Levels bewältigen, um das Spiel zu beenden. Meistens zockt Bettina in der U-Bahn, aber auch zuhause kann sie nicht von dem Spiel lassen. "Ich finde das sehr entspannend. Für mich ist das, als ob ich ein seichtes Buch lese", sagt Bettina. Das Spielprinzip ist nicht kompliziert: Es geht darum, mindestens drei Süßigkeiten der gleichen Art in eine Reihe zu schieben. Diese lösen sich dann auf, so dass neues Candy von oben nachfallen kann. Auf diese Weise muss man Level für Level verschiedene Aufgaben lösen. Zum Beispiel muss eine vorgegebene Punktzahl erreicht oder bestimmte Felder von Gelee freigeräumt werden. Für die Aufgaben steht mal nur eine bestimmte Zahl an Spielzügen, mal nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung.

Die simplen Aufgaben fesseln. Immer wieder versuche ich Level für Level zu lösen. Ein besonderer Anreiz: Das Spiel zeigt mir, wie weit meine Facebook-Freunde schon sind und wie viele Punkte sie in den einzelnen Levels erzielt haben. Ich sehe meinen Studienfreund David nur zwei Levels vor mir und will ihn unbedingt noch heute einholen. Die Spieldauer ist jedoch begrenzt. Nur fünf Mal darf man sich an einem Level versuchen, dann dauert es eine Weile, bis die eigenen Leben wieder aufgeladen sind. Gegen Bezahlung kann die Wartezeit aber auch verkürzt werden.

Für Bettina ist das kein Thema. "Wenn ich einmal etwas in dem Spiel kaufen würde, könnte ich damit nicht wieder aufhören", sagt sie. Die automatische Begrenzung der Spielzeit empfindet sie als wichtig für ihre Selbstkontrolle. "Könnte ich immer weiter spielen, würde ich noch mehr Zeit damit verschwenden", erzählt Bettina.

Ein großer Erfolg

Rund 70 Prozent aller "Candy Crush Saga"-Spieler sind wie Bettina nicht bereit für besondere Gegenstände oder schnelleres Vorankommen zu bezahlen. Trotzdem ist das Spiel für die Entwickler von "King" ein Riesengeschäft. Durch die hohen Nutzerzahlen sorgen die 30 Prozent der zahlenden Spieler für einen geschätzten Gewinn von rund 623.000 Dollar pro Tag. Das sind rund 227 Millionen Dollar im Jahr. Damit spielt "Candy Crush" in einer Liga mit "Farmville".

Die große Verbreitung und der leichte Zugang sind der Kern des großen Erfolges. Auch Bettina zockt aus diesen Gründen immer wieder "Candy Crush Saga". "Ich habe es immer dabei und kann ohne große Erklärungen sofort loslegen", sagt sie. Komplexere Spiele wie die Fußballsimulation "Fifa" seien ihr zu schwierig.

Obwohl ich regelmäßig an Konsole und PC spiele, bin auch ich gefangen in der Welt von "Candy Crush". Inzwischen bin ich bis in Level 19 gekommen und habe David überholt. Natürlich nicht, ohne ihm einen hämischen Kommentar auf seiner Facebook-Pinnwand zu hinterlassen - ein bisschen Schadenfreude muss sein. Bis ich mich mit Bettina messen kann, werde ich noch ein bisschen brauchen. Doch ich spiele jetzt regelmäßig in der U-Bahn und zuhause vor dem Fernseher. Für den Tag an dem ich Bettina überhole, habe ich mir schon den passenden Spruch für ihre Pinnwand zurechtgelegt.

Viele mögen mich jetzt für verrückt halten. Ich hätte selbst nicht gedacht, dass ich so schnell von dem Spiel gefesselt werden würde. Wer sich jetzt trotzdem selbst der bunten Welt von "Candy Crush" stellen will, sei gewarnt: Ich warte irgendwo zwischen Candystadt und der Candy-Fabrik - und überholen lasse ich mich nicht.

Korrektur: In der ursprünglichen Version des Artikels hieß es, "Candy Crush Saga" sei erst seit wenigen Tagen für Android verfügbar. Tatsächlich gibt es das Spiel bereits seit mehreren Monaten. Im Oktober gab es lediglich ein Update.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.