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E-Sports: Mutter meldet Sohn von Schule ab, damit er Fortnite-Profi werden kann

Gaming statt Bildung: Ein 15-jähriger Schüler wird von seiner Mutter von der Schule genommen, damit er sich besser auf seine Karriere an der Konsole konzentrieren kann. Dieser Schritt sorgt in Großbritannien für Diskussionen. 

Fortnite Symbolbild PC

Um sich vollständig auf seine Fortnite-Karriere zu konzentrieren, meldete eine Mutter ihren 15-jährigen Sohn von der Schule ab (Symbolbild).

Picture Alliance

Wer eine Zukunft als Profisportler anstrebt, muss talentiert sein und hart trainieren. Im ursprünglichen Sinne trifft das wohl auf die körperliche Verfassung von Spitzenathleten zu. In Zeiten von E-Sports reicht es allerdings aus, wenn man diese Attribute am Controller oder an der Tastatur erfüllt. Mittlerweile sehen Millionen von Menschen dabei zu, wie sich die besten Gamer der Welt bei League of Legends oder Fortnite duellieren. Einer der Besten ist der 15-jährige Brite Benjy Fish, besser bekannt unter seinem Pseudonym "Benjyfishy". Dem Teenager gelang kürzlich die Qualifikation zur Fortnite-Weltmeisterschaft. Um den Traum der Profi-Karriere leben zu können, schmeißt der Engländer sogar die Schule. Seine Mutter unterstützt ihn dabei, hat ihren Sohn sogar persönlich von der Schule abgemeldet. 

Fortnite-Turniere gehen bis spät in die Nacht

Benjys Mutter – die auch gleichzeitig seine Managerin ist – will, dass sich ihr Sohn ganz auf seine Gaming-Karriere fokussiert. Da es nicht selten vorkommt, dass die Turniere bis spät in die Nacht andauern, sei der Teenager oftmals sehr müde und unkonzentriert in der Schule. Da in England allerdings eine allgemeine Schulpflicht bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gilt, bekommt der Shootingstar ab sofort Privatunterricht zu Hause. 

Dass sich dieser radikale Schritt zumindest finanziell lohnt, zeigt ein Blick auf den Kontostand des 15-Jährigen. Bis zur Qualifikation hat der Gamer bereits 25.000 Pfund an Preisgeldern erspielt. Hinzu kommen noch einmal 50.000 Pfund für die erfolgreiche WM-Qualifikation. Je nach Platzierung bei der Weltmeisterschaft warten dann sechsstellige Gewinnsummen auf ihn. Ein lukratives Geschäft also, für das Mutter und Sohn die Bildung hinten anstellen.

Der Gamer als Marke

Der Teenager steht bei dem Team von "NRG Esports" unter Vertrag und weiß, wie er sich vermarktet. Auf Youtube und Twitch, den größten Streaming-Plattformen für Gaming, hat "BenjyFishy" jeweils über 100.000 Abonnenten und somit eine zusätzliche Einnahmequelle und eine Bühne, um als "Profi-Zocker" zu Ruhm zu gelangen. Dass junge Menschen mit Youtube oder einer E-Sports-Karriere ihren Lebensunterhalt finanzieren, ist nicht ungewöhnlich.

Dass Erziehungsberechtigte allerdings so weit gehen und ihre Kinder von der Schule nehmen, damit diese sich besser auf ihre Gaming-Karriere konzentrieren können, ist dann doch nicht alltäglich und sorgte in Großbritannien für reichlich Diskussionen. Der "Daily Mirror" postete auf Facebook einen Artikel über den 15-Jährigen und in den Kommentarspalten gab es hitzige Debatten zwischen einzelnen Usern. Die Mehrheit sieht vor allem das Verhalten der Mutter kritisch, andere geben einen Teil der Schuld aber auch der Gesellschaft. Viele jüngere User argumentieren hingegen, dass bei vielen Menschen der Neid spricht. Für "BenjyFishy" geht es Ende Juli in New York um den Weltmeistertitel. Dort muss der Teenager dann live vor einem großen Publikum performen.

Verwendete Quellen: "Daily Mail", "Daily Mirror"

fk