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Mögliches Comeback des Hit-Spiels "Flappy Bird" könnte bald wieder flattern


Der kleine Pixelvogel hebt vielleicht bald wieder ab: Im "Rolling Stone"-Interview sagte der Entwickler von "Flappy Bird", dass er über ein Comeback des Spiels nachdenkt. Mit kleinen Änderungen.
Von Timo Brücken

Optisch simpel, aber spielerisch höllenschwer und hochgradig süchtig machend. So haben Smartphone-Gamer auf der ganzen Welt das Spiel "Flappy Bird" gleichermaßen lieben und hassen gelernt. Um den Jahreswechsel herum wurde die App mit dem kleinen Pixelvogel, der durch ein System von Röhren manövriert werden muss, innerhalb kürzester Zeit zum Hit. Dann, Anfang Februar, war sie plötzlich aus den App-Stores verschwunden. Entwickler Dong Nguyen hatte den Trubel um sein Spiel nicht mehr ausgehalten. Nun hat der 28-jährige Vietnamese dem Magazin "Rolling Stone" ein Interview gegeben - und macht den Fans Hoffnung auf ein Comeback.

Der Reporter David Kushner hat Nguyen zu Hause in Hanoi besucht und mit ihm über die Geschichte von Flappy Bird gesprochen. Er habe das Spiel an einem Feiertagswochenende im vergangenen April programmiert, während die Menschen in den Straßen der Stadt feierten, erzählte der Entwickler. Doch nach dem Release passierte erst einmal nichts, erst im November begann "Flappy Bird", sich über die sozialen Netzwerke zu verbreiten. Mitte Januar stand es auf Platz eins der App-Charts. "Mein Spiel ganz oben zu sehen, war großartig", erinnert sich Nguyen. Doch dann ging der Trubel los: Paparazzi belagerten sein Elternhaus und Medien berichteten, wie viel Geld er mit dem Spiel angeblich verdiente.

Diesmal aber mit Pausen-Warnung

Doch am schlimmsten seien die persönlichen Nachrichten gewesen, erzählte er dem "Rolling Stone": Mütter, die ihm vorwarfen, "ihrer Kinder von der Realität abzulenken". Lehrerinnen, die klagten, sein Spiel sei "so süchtig machend wie Crack". Arbeiter, die behaupteten, wegen "Flappy Bird" ihre Jobs verloren zu haben. "Zuerst dachte ich, sie machen Witze", sagt Nguyen. "Aber dann merkte ich, dass sie sich tatsächlich selbst schaden." All das ließ ihn nicht mehr schlafen, geschweige denn sich konzentrieren oder auch nur vor die Tür gehen. "Flappy Bird" den Stecker zu ziehen sei eine große Erleichterung gewesen.

Für die Fans hinterließ es allerdings auch ein Lücke, die findige Köpfe ausnutzten, um mit zahlreichen Klonen des Spiels Profit zu machen - oder mit gebrauchten Smartphones, auf denen es noch installiert war. "Wegen ihrer Einfachheit können Leute die App leicht kopieren", sagt Nguyen. "Aber sie werden nie ein zweites 'Flappy Bird' machen." Müssen sie vielleicht auch gar nicht. Auf die Frage, ob der kleine Pixelvogel jemals in die App-Stores zurückkehren könnte, antwortete der Entwickler: "Ich denke darüber nach." Eine Änderung am Spiel wünscht sich Nguyen jedoch für das eventuelle Comeback: die "Warnung", öfter mal eine Pause einzulegen.


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