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Neue Erfolgs-App "Timberman": Hacken, hacken, fluchen

"Timberman" ist nach "Flappy Bird" das nächste Smartphone-Spiel mit hohem Suchtfaktor. Statt durch Röhren zu hüpfen muss man diesmal Holz in Rekordzeit hacken.

Es war das schwierigste und vermutlich frustrierendste Handyspiel des Jahres: "Flappy Bird". Mit seinem simplen, aber süchtig machenden Spielprinzip begeisterte es im Frühjahr mehr als 50 Millionen Gamer. Der Entwickler verdiente schätzungsweise 50.000 Dollar am Tag, bis er das Spiel Mitte Februar löschte. Trotz Dutzender Klone blieb es seitdem weitgehend still im sich sonst rasant verändernden App-Markt. Bis jetzt: Statt des gelben Pixelvogels erobert nun ein Holzfäller die Smartphones.

Hack, hack, Fluch

"Timberman" gibt es seit Mai, doch erst seit Kurzem boomt das Spiel in den App Stores. Allein in den letzten Tagen wurde es mehr als eine Million Mal heruntergeladen, insgesamt wurde es auf Android- und Apple-Geräten bereits 2,5 Millionen Mal installiert. Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Ein dicker Holzfäller muss einen endlos hohen Baum kleinhacken. Je nachdem, auf welcher Seite man eine Scheibe aus dem Stamm hacken möchte, muss man links oder rechts aufs Display drücken. Dabei muss man aufpassen, dass nicht irgendwann von oben ein Ast auf Timberman kracht.

Als wäre das noch nicht knifflig genug, tickt permanent eine Uhr herunter. Nur durch schnelles und fehlerfreies Holzhacken erhält man wertvolle Zusatzsekunden. Endet der Timer oder wird Timberman vom Ast getroffen, heißt es: "Game Over". Zwar ist auch "Timberman" alles andere als einfach, ganz so bockschwer wie "Flappy Bird" ist es jedoch nicht - der Schwierigkeitsgrad steigert sich eher allmählich von Level zu Level.

"Nur noch eine Runde"

Auch optisch ist "Timberman" aufs Wesentliche reduziert, die Grafik erinnert an alte "Super Mario"-Abenteuer auf Nintendos SNES. Eine Handlung gibt es nicht, der einzige Sinn des Spiels ist es, den Ehrgeiz des Spielers wachzukitzeln. Scheitert man - und das kommt ständig vor -, wagt man sofort den nächsten Versuch. Also nochmal: Hacken, hacken, hacken, Ast, Mist. Und wieder von vorne. Ein Teufelskreis.

Den Nutzern scheint es zu gefallen: "Suchtfaktor Deluxe", schreibt ein User im iTunes Store. Ein anderer meint: "Schönes Reaktionsspiel, nette Grafik und geiler Retro-Soundtrack."

Einen witzigen Seitenhieb aufs große Vorbild konnten sich die Entwickler nicht verkneifen: Erreicht man eine bestimmte Punktzahl, kann man für den Holzfäller neue Outfits freischalten. Bei mindestens 700 Punkten oder 100.000 kleingehackten Holzscheiben erhält man eine neue Spielfigur: den gelben, flügellahmen Vogel aus "Flappy Bird".

Das Spiel gibt es kostenlos für Android und iOS. Die Apple-Version wird mit Werbung finanziert, für 89 Cent gibt es eine Goldversion ohne Werbebanner.

Christoph Fröhlich
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