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"Bares für Rares" Ein echter Beuys - Händler schlagen in Rekordzeit zu

Bares für Rares: Colmar Schulte-Goltz, Horst Lichter, Michael Gewohn
"Bares für Rares"-Experte Colmar Schulte-Goltz erklärt Horst Lichter und Verkäufer Michael Gewohn zu welchem Anlass die Beuys-Postkarten entstanden.
© ZDF
Ein echter Beuys steht bei "Bares für Rares" zum Verkauf. Die Händler lassen sich nicht zwei Mal bitten und wickeln das Geschäft in Rekordzeit ab.

"Ich bin Düsseldorfer", sagt Michael Gewohn stolz. Der "Bares für Rares"-Verkäufer spielt damit nicht nur auf die Konkurrenz der beiden Rheinstädte Düsseldorf und Köln - wo die Show gedreht wird - an, sondern auch auf die künstlerische Bedeutung der Landeshauptstadt von Nordrhein Westfalen. Einer der berühmten Studenten der Düsseldorfer Kunstakademie war kein geringerer als Joseph Beuys. Und eines seiner Werke möchte Gewohn in der Show von Horst Lichter verkaufen.

"Wir haben hier zwei Grafiken vor uns", sagt "Bares für Rares"-Experte Colmar Schulte-Goltz über die beiden Postkarten. Zu sehen seien zwei Herren mit charakteristischer Kopfbedeckung: Joseph Beuys und Bernhard Blume, die eine Künstlerfreundschaft verband. Die Postkarten seien anlässlich des Projekts "7000 Eichen" zur Documenta 1982 in Kassel herausgebracht worden. "Damals hat Beuys in Kassel tatsächlich 7000 Eichen gepflanzt", erklärt der Experte. Die beiden Grafiken seien von den Künstlern handsigniert, insgesamt gab es 90 solcher unterschriebenen Postkarten. Die gesamte Auflage sei höher gewesen. "Das sind die begehrten Stücke, die auf dem Kunstmarkt eine Rolle spielen."

"Bares für Rares"-Verkäufer erhielt die Postkarten als Geschenk

Gewohn, der die Postkarten als Draufgabe von einem Freund erhielt, hätte gerne 400 Euro für die beiden Stücke. "Einzelstücke werden bis zu 480 Euro angeboten, aber nicht so hoch verkauft", erklärt Schulte-Goltz. Er schätze den Wert für beiden, gut erhaltenen Stücke auf insgesamt 380 bis 420 Euro. "Mal gucken, was die Händler zu dem Gruß von Beuys sagen", kündigt Gewohn selbstbewusst an.

"Beuys, du lieber Gott", sagt Wolfgang Pauritsch ehrfürchtig. "Ein toller Artikel." Dementsprechend fix gestalten sich die Verhandlungen. Walter "Waldi" Lehnertz startet mit 80 Euro, Pauritsch erhöht auf 300 und David Suppes bietet 500 Euro. Nach zehn Sekunden Bedenkzeit geht der Zuschlag an den Wiesbadener, der damit Besitzer eines echten Beuys wird. Eine der schnellsten Händlerrunden aller Zeiten geht zu Ende.

"Ich werde das Geld für arme Kinder spenden", kündigt Gewohn an. Bei "Bares für Rares" dabei gewesen zu sein, habe ihm viel Spaß gemacht, sagt der Verkäufer. "Wunderbar."

mai

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