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"Rise of the Tomb Raider" im Test: Lara Croft ist zurück - und wie!

Zwanzig Jahre, nachdem man das erste Mal Lara Croft spielen durfte, kehrt sie mit "Rise of the Tomb Raider" auf die Playstation zurück. Und ist besser denn je.

Rise of the Tomb Raider Test

Im letzten "Tomb Raider"-Teil kamen die alten Tempel, Klöster und Ruinen etwas kurz. Das ist diesmal anders. Gut so!

Als sich vor zwanzig Jahren Lara Croft das erste Mal durch Ruinen, Höhlen und Kloster ballerte, saß die Zocker-Gemeinde mit heruntergeklappten Kinnladen vorm Bildschirm. Dafür sorgte einerseits die übertrieben sexualisierte Hauptfigur mit ihren riesigen Pixel-Brüsten, aber eben auch das fantastische Gameplay. Ab morgen kommt Lara zurück auf die Playstation. Wir haben "Rise of the Tomb Raider"  in der Playstation-4-Fassung schon für Sie angespielt.

Sein Debüt feierte das Game eigentlich schon im letzten Jahr, damals aber exklusiv für die Xbox One. Im Januar kam "Rise of the Tom Raider" auch für Windows heraus, nun ist Lara auf Sonys Konsole angekommen. Und das macht soviel Spaß wie damals. Aus der knapp bekleideten Sexbombe ist spätestens mit dem Reboot von 2013 eine spannende junge Frau mit nachvollziehbaren Motiven geworden. Hübsch ist Lara aber selbstverständlich weiterhin - und eine echte Action-Heldin natürlich auch.

Rise of the Tomb Raider Test

Bei "Rise of the Tomb Raider" hat man auch wieder an die alten Stärken gedacht: Das Erkunden atemberaubender Ruinen voller Rätsel inklusive

Böse Buben und Unsterblichkeit

Das ist auch bitter nötig. Denn Lara will das Erbe ihres Vaters antreten und seine unvollendete Jagd nach einem mysteriösen Propheten beenden, der das Geheimnis der Unsterblichkeit besitzen soll. Die Suche führt sie um die ganze Welt, immer dicht gefolgt von einem Geheimbund namens "Trinity", der das Geheimnis für die eigenen, dunklen Zwecke missbrauchen will. Für wen das jetzt klingt wie eine Mischung aus "Assassins Creed" und "Uncharted", liegt gar nicht so falsch.

Denn "Rise of the Tomb Raider" bedient sich kräftig bei anderen Erfolgstiteln, was aber nichts Schlechtes sein muss. Die Mischung stimmt schließlich. Die Handlung ist gut inszeniert und immer wieder von spannenden Kletter- und Schießpassagen unterbrochen. Während im 2013er-Spiel das eigentlich ja namensgebende Erkunden alter Gräber und Ruinen doch ziemlich kurz kam, haben die Entwickler sich nun wieder an den Wurzeln der Serie orientiert.

Fotostrecke: So schick ist "Rise of the Tomb Raider"
Rise of the Tomb Raider Test

Aus dem pixeligen Sexsymbol ist in den letzten 20 Jahren eine taffe junge Frau geworden. In Deutsch sprach sie im letzten Teil noch Nora Tschirner, nun ist Jennifer Lawrence' Synchronsprecherin Maria Koschny dran

Schon kurz nach Beginn kriecht, klettert und rätselt sich Lara wieder durch verfallene Tempelanlagen. Das ist nach dem spaßigen, aber rätselarmen Vorgänger eine echte Freude. Geballert wird natürlich trotzdem, ob mit dem Bogen im Wald auf Jagd oder mit jeder Menge Feuerpower gegen die Trinity-Horden. Gut: Weil Lara nicht besonders viel einstecken kann, machen taktisches Vorgehen und gelegentliches Anschleichen das Leben leichter. Wer will, kann natürlich auch einfach drauflos ballern.

Lara in neuem Glanz

Die Optik macht auch auf der PS4 viel her. Die schönen Landschaften, sehr dunklen Höhlen und teils atemberaubenden alten Gemäuer sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet und laden zum Erkunden ein. Laras ausdrucksstarkes Gesicht kann sich ebenfalls sehen lassen. Optisch kommt "Rise of the Tomb Raider" zwar nicht ganz an das umwerfende "Uncharted 4" heran, es fehlt aber nicht viel. Und das, obwohl der Konkurrent genau auf die Technik der PS4 maßgeschneidert wurde.

Fazit: Ein echtes Highlight, nicht nur für Fans

Das Spielekonzept von Tomb Raider mit seiner Mischung aus Klettern, Rätseln und Geballer unterhält auch nach zwanzig Jahren noch prächtig - vor allem, wenn es in so einem schicken Gewand daherkommt. Die Optik ist sehr gelungen, die Inszenierung stimmungsvoll. Und die Action macht ebenfalls Spaß.

Durch besondere Originalität fällt "Rise of the Tomb Raider" zwar nicht auf, das ist angesichts der gelungenen Umsetzung aber zu verschmerzen. Vor allem, weil das Vorbild "Uncharted" wieder selbst mächtig vom alten "Tomb Raider" beeinflusst war.

Wer nur eine PS4 besitzt und auf Action oder gar Lara Croft steht, sollte also zuschlagen. Hat man einen potenten PC, eine Xbox One oder eine Xbox 360, sollte man die Preise für die anderen Plattformen prüfen, dort lässt sich teilweise ordentlich Geld sparen. Allerdings enthält die PS4-Version zahlreiche Download-Inhalte, die auf den anderen Plattformen noch zusätzlich erworben werden müssen.

Achtung: "Rise of the Tomb Raider" ist wegen seiner expliziten Gewaltdarstellung und teils gruseliger Atmosphäre von der USK zu Recht ab 16 Jahre freigegeben. Für Kinder ist es nicht geeignet!

"Rise of the Tomb Raider" erscheint am 11. Oktober für die Playstation 4 und kostet etwa 55 Euro. Für PC, Xbox One und Xbox 360 ist das Spiel bereits im Handel.

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