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"Uncharted 4" im Test Wilder Actionritt für Draufgänger


Wahnwitzige Action, Bombast-Grafik und saucoole Sprüche: Mit "Uncharted 4: A Thief's End" findet eine der bekanntesten Videospiel-Reihen ihren krönenden Abschluss.

Was hat Nathan Drake nicht alles schon überlebt: Flugzeugabstürze in der Wüste, einen entgleisten Zug und Prügeleien, die jeden Bond-Film wie eine Schulhofschlägerei aussehen lassen. Doch offenbar hat der wohl berühmteste Abenteurer der Videospielgeschichte, quasi das männliche Pendant zu Lara Croft, sein Fernweh immer noch nicht gestillt. In "Uncharted 4: A Thief's End" kehrt der vorlaute Abenteurer ein letztes Mal aus dem Ruhestand zurück. Und er gibt noch einmal alles: Selten haben Gamer ein besser inszeniertes Actionspiel bekommen.

"Uncharted 4" ist der nächste Systemseller

Die "Uncharted"-Reihe um den sympathischen Abenteurer Nathan Drake wird seit 2007 vom kalifornischen Entwicklerstudio Naughty Dog exklusiv für Sonys Playstation produziert. Die Spieleserie wurde von Beginn an als sogenannter Systemseller konzipiert - als Produkt, das so begehrenswert ist, dass die Spieler deshalb auch die nötige Hardware kaufen. Und man muss sagen: Die Entwickler haben einen tollen Job gemacht, die drei Vorgänger-Titel bekamen überschwängliche Kritiken und wurden zum Millionen-Seller. Und der vierte Teil ist ein guter Grund, sich jetzt eine Playstation 4 zuzulegen.

Dabei ändert "Uncharted 4" nichts am Grundprinzip der Reihe - und das ist gut so. Erneut verlassen sich die Entwickler auf die klassischen Zutaten eines Abenteuerfilms: Viel Action, exotische Schauplätze und coole Sprüche. Mal düst man mit einem Schnellboot über den Ozean, dann hangelt man sich spektakulär an Mauervorsprüngen entlang. Und natürlich bricht immer der Balken, über den man gerade balanciert! Dazu gibt es jede Menge bleihaltige Luft.

Wow, diese Grafik

Das alles sieht dank der detailreichen Grafik bombastisch aus. Die Reise führt den Spieler vom mediterranen Italien über Panama bis in die schottischen Highlands. Und meist wird man mit einer Aussicht belohnt, die man direkt als Urlaubspostkarte ausdrucken könnte. "Uncharted 4" zeigt eindrucksvoll, wie viel Power in der Playstation 4 steckt.

Nach dem Startgeplänkel im Kinderheim und in einem Gefängnis beginnt das eigentliche Abenteuer. Nathans lange verschollener Bruder Sam taucht auf, gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem millionenschweren Schatz des Piraten Henry Avery und die Piratensiedlung Libertalia, die sich in den Wäldern Madagaskars befindet.

Klettern und Kämpfen

Spielerisch kann "Uncharted 4" wenig neue Akzente setzen: Wilde Actionsequenzen wechseln sich mit Schleich- und Kletterpassagen ab. Der Mix aus Rennen, Kämpfen, Klettern und Rätseln gehört seit dem ersten "Tomb Raider"-Reihe zum Standardrepertoire jedes Action-Adventure-Games. Zudem sind die meisten Pfade von Nathan vorgegeben, es gibt keine wirklich offene Welt wie in den "Elder Scrolls"-Spielen oder die vielfältigen Möglichkeiten eines "GTA 5". Doch darum geht es den Machern auch nicht, hier steht die Geschichte im Vordergrund, die so packend wie möglich erzählt werden soll.

Unübersehbares Vorbild für die "Uncharted"-Reihe sind die "Indiana Jones"-Filme. Leider verhalten sich die Gegner oft genauso dumm wie Indys Widersacher, sie verkommen auf den ersten Schwierigkeitsgraden zu schicker gekleideten Zielscheiben. Aber "Uncharted 4" spielt man ohnehin nicht um zu ballern, sondern um zu klettern.

"Uncharted 4" hat einen Haken

Allerdings ist es etwas unglaubwürdig, dass Nathan selbst im fortgeschrittenen Alter wie ein Boulder-Champion an Türmen hinaufkraxelt. Doch was soll's, es macht einen Heidenspaß. Außerdem gibt es mit dem Enterhaken ein neues Element, mit dem man sich auch über eigentlich unüberwindbare Distanzen schwingen kann. Und wer will, kann in einigen Passagen die Pistole einstecken und sich wie in "Assassin's Creed" an seine Feinde anschleichen und diese aus dem Hinterhalt meucheln.

Je nach Spielweise soll "Uncharted 4" Spielspaß für etwa 12 bis 20 Stunden bieten. Die erste DLC-Erweiterung wurde bereits angekündigt, außerdem gibt es noch einen Multiplayer-Modus. Abenteuer-Fans dürften also eine Weile beschäftigt sein, bis sie alle Schätze erbeutet haben.

"Uncharted 4" ist bereits für die Playstation 4 erhältlich. Es kostet 59 Euro und ist ab 16 Jahren freigegeben.


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