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Ultrascharfer TV: Wozu brauche ich einen 8K-Fernseher?

In den meisten Wohnzimmern haben sich die modernen 4k-Fernseher noch gar nicht durchgesetzt, da gehören sie schon wieder zum alten Eisen. Erste Hersteller setzen auf riesige 8K-Glotzen. Doch braucht man das überhaupt?

So richtig ist 4K (Ultra HD) bei Fernsehern noch gar nicht in Fahrt gekommen, da gibt es schon erste Unkenrufe, dass die Technik längst überholt sei. Von allen Seiten hört man, dass 4K, also Fernseher mit 3.840 x 2.160 Pixel Auflösung, nur Phase eins der Ultra-HD-Einführung sei und dass am Ende des Weges schon 8K als Nachfolge-Technik aufblitzen würde. Tatsächlich starten Testübertragungen nun mit nochmal dem Vierfachen von 4K (8K = 7.680 x 4.320 Pixel), und selbst die konservativen öffentlich-rechtlichen Stationen ließen verlauten, dies sei das System, wo sich die Aufrüstung dann richtig lohne.

Kaufen wir also mit den hypermodernen 4K-TVs bereits Auflaufmodelle? Mitnichten, meint das "PC-Magazin"! Viel mehr drücken sich ARD und ZDF so vor schnellen Ausgaben in Sende- und Produktionstechnik. Wer weiß, dass solches Investitionsgut auf zwanzig Jahre abgeschrieben werden muss, sieht, dass die Sender sich anscheinend eben erst 720p-Studios gekauft haben.

Kommen bald 8K-Filme?

In weiteren zehn Jahren könnte tatsächlich 8K-Equipment nur unwesentlich teurer sein als 4K-Geräte. Vor diesem Hintergrund ist Zurückhaltung sinnvoll. Dass in 8K aufgezeichnet und produziert wird, heißt übrigens noch lange nicht, dass auch so ausgestrahlt wird.

Gleiches gilt natürlich für die Filmbranche. Auch hier sollen Filme qualitativ deutlich besser gespeichert werden, als sie im Kino gezeigt oder für zu Hause aufbereitet werden. Dass die Branche über über 8K, neue Kameras und Produktionsmethoden spricht, bedeutet noch lange nicht, dass dies den Endkunden erreichen soll. Und das muss es auch nicht.

Vorreiter der ultrahohen Auflösung war der japanische Staatssender NHK. Schon im Jahr 2000 wurde mit der Forschung am 4.000-Zeilen-TV begonnen, und zwei Jahre später gab es erste Demos. Dabei wurde durchaus abgewogen, was technisch machbar und was davon sinnvoll ist. 8K ist technisch absolut faszinierend, weil man bis auf wenige Zentimeter an ein gigantisches Bild herantreten kann, ohne einzelne Pixel zu erkennen. Aber es wurde ganz klar gesagt, dass diese Technik nur für Kino und Public-Viewing-Veranstaltungen gedacht sei, wo Diagonalen jenseits der zehn Meter üblich sind.

Wir brauchen kein 8K, sondern perfektes 4K

Schon vor vielen Jahren wurde festgestellt, dass 4K-Auflösung für "normale" Bilddiagonalen bis 100 Zoll bei einem Betrachtungsabstand von zwei Metern keinen erkennbaren Nachteil bietet. Vielmehr besteht bei der Farbdarstellung, dem Kontrast und der Schlierenbildung Verbesserungspotential. Und genau daran müssen die Hersteller noch arbeiten. 4K ist kein Auslaufmodell, sondern wird in seiner perfekten Qualität - also mit mehr Farben, Brillanz und Bewegungsschärfe - erst noch kommen. Wir brauchen kein 8K, sondern perfektes 4K.

In Zusammenarbeit mit "PC-Magazin"
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