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Sonderkündigung wegen Bundesliga: "Wir haben Sie im Sack": So frech antwortet der Sky-Kundendienst auf eine Kündigung

Weil Sky die Exklusivrechte einiger Bundesliga-Spiele verlor, wollte ein Kunde sein Abo früher beenden. Beim Sky-Kundendienst erntete er dafür aber nur Unverständnis - und eine unfassbar dreiste Antwort-Mail.

Ein Mann schaut schockiert auf sein Smartphone

Dass diese E-Mail vom Sky-Kundenservice stammt, ist kaum zu glauben (Symbolbild)

Für sind die Bundesliga-Rechte eine Goldgrube. Kein Wunder, dass der Konzern nicht gerade begeistert reagierte, als 40 Spiele der aktuellen Saison an den Konkurrenten Eurosport vergeben wurde. "Alle Spiele - alle Tore" - das war einmal. Kunden fragten sich daraufhin, ob sie ein Sonderkündigungsrecht hätten. Gegenüber einem Kunden machte Sky seine Meinung dazu mehr als deutlich klar - und einer geradezu unverschämten E-Mail.

"Sehr geehrter Herr XXX, vielen Dank für Ihre E-Mail", fängt die Nachricht noch harmlos an. Dann ändert sich der Ton aber schlagartig: "Da Sie unsere geblümten Worte offensichtlich nicht verstanden haben, möchten wir uns deutlicher ausdrücken: Sie haben kein !!" heißt es dann schon deutlich harscher. Weiter unten überschreitet der Ton dann endgültig die Grenze der Sachlichkeit. "Dieses Gerede von Verbrauchertäuschung und so, ist alles Kokolores ohne Relevanz." Schlicht dreist wird es im letzten Absatz:

Sie haben die AGB bei Vertragsabschluss anerkannt, und Ihren Vertrag innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist nicht widerrufen. Somit haben wir Sie im Sack. Sie sind mindestens bis zum 31. Juli 2018 unser Kunde und bezahlen für Ihre gebuchten Pakete. Was Sie danach machen, geht uns nichts an. Wir bieten das Bundesliga Fernsehen an – 93 % aller Spiele – falls Sie diese sehen möchten, steht es Ihnen frei dieses Programm zu buchen, oder eben nicht. Vielleicht reicht Ihnen ja auch der Empfang von 7 % aller Spiele bei unserem Konkurrenten Eurosport ? 

Die vollständige Mail finden Sie hier.

Ist die E-Mail echt?

"Wir können bestätigen, dass die besagte E-Mail vom 23. August zu einem Kündigungsschreiben bedauerlicherweise von einem Sky Servicemitarbeiter verschickt wurde", so das Unternehmen gegenüber dem stern. Auch wenn sie inhaltlich korrekt sei, wäre man mit Ton in keiner Form einverstanden gewesen, erklärte Sky weiter. Man sei mittlerweile mit dem Kunden in Kontakt getreten und habe sich für die Nachricht entschuldigt. Mit dem Mitarbeiter werde es ein Gespräch geben, man prüfe arbeitsrechtliche Schritte. 

Veröffentlicht wurde die Nachricht von den Anwälten des Empfängers, der auf Medienrecht spezialisierten Kanzlei Wilde Burger . "[I]ch muss gestehen, dass mich diese Mail sprachlos macht", erklärt der sonst nicht um Worte verlegene Anwalt Christian Solmecke. Seiner Ansicht nach haben die Kunden durchaus ein Sonderkündigungsrecht.

Das ergründe sich daraus, dass die AGB Programmänderungen erlaube, wenn sie den Gesamtcharakter des Pakets nicht ändern. Nach Solmeckes Ansicht ist dieser Begriff des Gesamtcharakters für die Kunden aber nicht klar und verständlich genug, er stelle daher eine unangemessene Benachteiligung für sie dar. Damit wäre die AGB ungültig. 

Erste Kündigungswelle letztes Jahr

Die erste Kündigungswelle gab es bereits im letzten Sommer, als der Zuschlag für Eurosport zum ersten Mal bekannt wurde. Beim Kündigungs-Service Aboalarm verdreifachten sich damals die Sky-Kündigungen mit einem Schlag. Ganz so klar, wie es Anwalt Solmecke darstellt, ist die Situation aber wohl nicht, Experten waren diesbezüglich durchaus unterschiedlicher Ansicht.

Selbst einige Verbraucherschützer sehen hier wenig Chancen. "Wir gehen nicht von einem generellen Sonderkündigungsrecht aus", erklärt uns Christine Steffen von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Der Wegfall der Freitagsspiele und einiger anderer Spiele stellt in Relation zum Gesamtangebot keine grundlegende Programm-Änderung dar. "

Lediglich Kunden, die Anfang des Jahres durch den mittlerweile per einstweiliger Verfügung untersagten Werbeslogan "Alle Spiele - alle Tore" zum Vertragsabschluss gelockt wurden, sich unter Umständen vom Vertrag lösen. Hier bestehe für Verbraucher aber ein Prozessrisiko.

Teuer kann es trotzdem werden

Wer seine Kündigung erfolgreich durchsetzt, könnte aber am Ende weniger sparen als erhofft: "Skys AGB erlauben nur die Kündigung einzelner Pakete, etwa eben des Bundsliga-Pakets. Das Basispaket bleibt davon aber unberührt", erklärte uns die Verbraucherschützerin.

Der Empfänger der dreisten Mail darf aber nach Ansicht von Christian Solmecke wohl auf eine schnellere Lösung seines Problemes hoffen. In einem Statement erklärt er: "[D]er Empfänger [genießt] spätestens aufgrund dieser E-Mail ein Sonderkündigungsrecht [...] und zwar wegen Zerrüttung jedweden Vertrauensverhältnisses."

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