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Alles dunkel "House of the Dragon": Warum Sie bei der neuen Folge nichts erkennen konnten – und nicht nur Ihr Fernseher Schuld ist

Einige Szenen in der neuen Folge von "House of the Dragon" waren im Fernsehen kaum zu erkennen
Einige Szenen in der neuen Folge von "House of the Dragon" waren im Fernsehen kaum zu erkennen
© HBO / PR
Als gestern die neue Folge von "House of the Dragon" über die Bildschirme flimmerte sahen viele Nutzer – nichts. Zumindest mehrere Minuten lang. Jetzt hat sich der Haussender HBO dazu zu Wort gemeldet. Doch die Erklärung dürfte viele Fans nur noch weiter verärgern.

Auch wenn die Serie mehr auf Dialoge setzt als auf opulente Schlachten: Wie schon sein Vorgänger "Game of Thrones" ist auch "House of the Dragon" mit tollen Kulissen, Kostümen und Special Effects ein echter Augenschmaus. Bei der gestern ausgestrahlten siebten Folge rieben sich aber viele Zuschauer zunächst verwundert und dann verärgert die Augen.

Minutenlang sahen sie geradezu – nichts. Und waren damit nicht alleine. In den sozialen Netzwerken machte schnell die nicht unberechtigte Frage die Runde, ob der eigene Fernseher kaputt ist. Die gute Nachricht: Das ist er vermutlich nicht. Doch die Erklärung für den schwarzen Bildschirm dürfte die meisten Fans trotzdem eher nicht besänftigen. Es handle sich um "eine bewusste kreative Entscheidung", erklärte "HBO", der Haussender von "House of the Dragons" bei Twitter die Nachtszene. 

Dunkel statt künstlerisch

Wer schon "Game of Thrones" gesehen hat, dürfte sich an eine ähnliche Situation erinnern. Ausgerechnet in einer der wichtigsten Schlachten der Serie konnte man als Zuschauer kaum etwas mitbekommen (hier erfahren Sie mehr). "Die lange Nacht" in Staffel 8 war ebenfalls absichtlich dunkel ausgefallen - und wohl nicht zufällig denselben Regisseur: Miguel Sapochnik hatte beide Folgen verantwortet. Und sich für die Dunkelheit als stilistisches Mittel entschieden.

Dass viele Zuschauer deshalb quasi nichts sehen konnten, hat in erster Linie technische Gründe. Moderne Bildschirme und Fernseher mit OLED-Technologie und extrem hoher Maximalhelligkeit können echtes Schwarz darstellen, die Kontraste fallen enorm stark aus. Doch wenn das darauf ausgerichtete Material dann auf klassische Bildschirmen mit LCD-Technik geschaut wird, kommt stattdessen ein eintöniger, viel zu dunkler Matsch heraus.

Wer die Folge bei Skys Streaming-Dienst WowTV gesehen hat, kann zudem noch einmal ein schlechteres Bild erhalten. Die höchste Auflösung ist 1080p, die Bitrate ist niedriger und es gibt keine Unterstützung der modernen Farbdarstellungs-Technologien HDR oder gar Dolby Vision. Die Folge: Das Bild sieht noch schlechter aus – und kann durch eine langsame oder inkonsistente Internet-Verbindung noch weiter verpixelt werden.

"House of the Dragon": Schauspielerin Milly Alcock

Kein Verständnis für die Zuschauer

Die "kreative Entscheidung" wird damit zur kundenunfreundlichen: Indem sich der Regisseur auf die tolle Darstellung auf einem teuren Studio-Referenzmonitor mit extrem weiträumiger Farbdarstellung und Kontrast verlässt, lässt er die Zuschauer im Regen stehen. Was bei klassischen Filmen, die für die große Leinwand gedacht sind, noch halbwegs verständlich ist, lässt sich bei TV-Serien nicht mehr so recht nachvollziehen. Schließlich sieht der allergrößte Teil der Zuschauerschaft die Serie unter völlig anderen Bedingungen.

Selbst wer einen extrem guten Fernseher hat, wird die Folge erst später in voller Pracht sehen können. Nur eine UltraHD-Blu-ray bietet die technischen Vorraussetzungen, um die künstlerische Vision letztlich vollständig nach Hause zu bringen. Und auch dann nur, wenn es im Zimmer nicht zu hell ist.

Quelle:HBO

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