(N)onliner Atlas 2006 Der digitale Graben schließt sich


Frauen holen bei der Internet-Nutzung auf, die Ost-West-Lücke wird kleiner und die Generation der über 50-Jährigen geht verstärkt online. Dies sind nur einige interessante Ergebnisse, zu denen eine Studie zur Verbreitung des Internets kommt.

Bei der Internet-Nutzung steigt der Frauenanteil und die Ostdeutschen holen etwas auf. Zu diesem Ergebnis kommt die größte bundesweite Studie zur Verbreitung des Internets, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Der (N)onliner Atlas 2006 zeigt, dass auch die Generation der über 50-Jährigen verstärkt online geht, ihren Rückstand zu den Jüngeren aber nicht verringert hat. Die meisten Onliner halten das Surfen für sicher, eine große Mehrheit schützt sich mit entsprechender Software.

Stetig wachsende Nutzerzahlen

Insgesamt wächst die Zahl der Internetnutzer in Deutschland seit Jahren stetig. Innerhalb von zwölf Monaten erhöhte sich ihr Anteil von 55,1 auf jetzt 58,2 Prozent. Vor fünf Jahren waren es erst 37 Prozent. EU-weit liegt Deutschland bei der Nutzungsquote auf dem neunten von 25 Plätzen. Im Vergleich der Bundesländer verteidigte Berlin seinen Spitzenplatz aus dem Vorjahr.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Hartmut Schauerte, räumte ein, das vor drei Jahren formulierte Ziel, bis Ende 2005 eine Nutzungsquote von 75 Prozent zu erreichen, habe man verfehlt. Die Zielmarke solle nun bis 2010 erreicht werden. Für die Studie der Initiative D21 und des Marktforschungsinstituts TNS Infratest wurden mehr als 50.000 Menschen über 14 Jahre von Januar bis April telefonisch befragt.

Berliner sind im Netz ganz vorne

Von den Berlinern gehen 64,4 Prozent ins Internet. Es folgen Hamburg mit einem Anteil von 62,1 Prozent, dann Hessen und Baden- Württemberg mit jeweils 60,8 Prozent. Schlusslicht unter den Länder ist das Saarland mit nur 49,0 Prozent Onlinern. Auch die ostdeutschen Bundesländer schneiden mit Werten von 52,5 bis 55,7 Prozent relativ schlecht ab. Allerdings verbuchten Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Vergleich zum Vorjahr den stärksten Zuwachs bei der Internet-Nutzung.

Die deutsche Onliner-Gemeinde wuchs seit vergangenem Jahr um rund zwei Millionen Menschen. Auffällig: Die Zahl der Frauen unter den Internet-Neulingen lag bei 1,3 Millionen und war damit fast doppelt so hoch wie die der Männer (700.000). Damit liegt das Verhältnis Männer-Frauen bei den Onlinern nun bei 54 zu 46. Fast die Hälfte aller Surfer (48 Prozent) gehen laut Studie mittlerweile mit einem Breitbandanschluss ins Netz. Dieser ist notwendig, um große Datenmengen, etwa für Filme, herunterzuladen oder um übers Internet zu telefonieren.

Mehr ältere Teilnehmer im Netz

In der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen stieg die Internetnutzung um 3,6 Punkte auf 56,8 Prozent. Von den 60- bis 69- Jährigen sind nur 32,7 Prozent, bei den 70-Jährigen und Älteren sogar nur 12,2 Prozent Teilnehmer des Webs.

Wenig Sorgen bereitet den Surfern das Thema Sicherheit. Rund 80 Prozent fühlen sich im Netz sicher. 48 Prozent sehen sich bei dem Thema selbst in der Verantwortung, dicht gefolgt von der Internetwirtschaft (46 Prozent). "Das Sicherheitsempfinden und die tatsächliche Sicherheit steigen, je besser die Computerkenntnisse und der Informationsgrad der Internetnutzer ist", sagte der stellvertretende D21-Vorsitzende und Microsoft-Deutschland-Chef Jürgen Gallmann. Nach der Studie hatten 65 Prozent aller Onliner schon einmal einen Virus auf ihrem Rechner. Die meisten schützen sich mit Anti-Viren-Software und Firewalls gegen Angriffe von außen.

DPA DPA

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