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Amazon Echo: Alexa-Aufnahmen werden von Zeitarbeitern in Polen ausgewertet - so verhindern Sie es

Selbst intime Aufnahmen von Amazons Sprachassistentin Alexa werden von Menschen gehört. Nun kommt heraus: Die Daten werden auch von externen Unternehmen ausgewertet, teilweise sogar im Home Office. Zum Glück kann man das Mithören verhindern.

Amazon - Echo-Lautsprecher - Doppelmord- Aufklärung

Amazons Echo-Lautsprecher steht auf einem Tisch. In den USA könnte der Sprachassistent Zeuge eines Mords geworden sein (Symbolbild).

Picture Alliance

Damit hatten die meisten Nutzer nicht gerechnet: Wenn man mit seinem Amazon Echo spricht, besteht die Möglichkeit, dass es nicht nur Assistentin Alexa zu hören bekommt. Auch 7000 Amazon-Mitarbeiter rufen täglich Aufzeichnungen aus dem Zuhause der Nutzer ab. Jetzt zeigt sich: Die Aufnahmen bleiben dabei nicht sicher in Amazons Zentrale - sondern werden teilweise auch von externen Dienstleistern im Home Office bearbeitet.

Millionen von deutschen Sprachaufzeichnungen werden von polnischen Zeitarbeitern des Unternehmens Randstad ausgewertet, das berichtet "Die Welt". Der Zeitung zufolge bekommen viele von ihnen die sensiblen Daten über ein spezielles Programm sogar direkt nach Hause geliefert. Die Alexa-Aufnahmen aus deutschen Haushalten können also ohne weitere Kontrolle in Privatwohnungen gehört werden. Bisher hatte der Konzern immer betont, die Aufnahmen seien nur in speziellen Räumlichkeiten abrufbar.

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Alexa-Lauschen als Hausfrauen-Job

Amazon bestätigte die Recherchen auf Anfrage der "Welt". "Einigen Mitarbeitern ist es gestattet, von anderen Orten aus zu arbeiten; dabei gelten strenge Sicherheitsmaßnahmen und Richtlinien, an die sich jeder Mitarbeiter halten muss", zitiert die Zeitung einen Sprecher des Konzerns.

Im Alltag scheint das laut des Artikels allerdings etwas anders auszusehen. Zwar würden die Mitarbeiter bei Amazon in Danzig geschult, danach würden sie aber Zuhause arbeiten. Oft als Job nebenbei, während sie etwa die Kinder betreuten. Einer der Zeitarbeiter nannte es laut der Zeitung "ideale Hausfrauentätigkeit". Dabei gingen die Mitarbeiter durchaus mit sensiblen Materialien um. Viele Aufzeichnungen enthielten persönliche Daten wie Namen oder Ortsbezeichnungen, mit denen man die Nutzer identifizieren könnte.

Mittlerweile hat Amazon reagiert. Kurz nach der Anfrage der "Welt" wurde eine Stellenanzeige von Randstad vom Netz genommen, kurz darauf folgte eine - vermutlich von der Recherche unabhängige - Ankündigung, dass man in der Alexa-App nun die Analyse der eigenen Aufzeichnungen durch Menschen unterbinden kann.

So schalten Sie das Mithören ab

Öffnen Sie dazu zunächst die aktuelle Version der Alexa-App und tippen Sie oben links auf das Menü-Symbol. Nun wählen Sie "Einstellungen" und "Alexa-Datenschutz" sowie "Legen Sie fest, wie Ihre Daten Alexa verbessern sollen". Hier müssen nun sowohl die Verbesserung der Amazon Services als auch die Verbesserung der Aufzeichnungen abgewählt, also grau hinterlegt, sein. Dann wird nichts mehr zur Analyse übermittelt. Bereits erfolgte Aufzeichnungen werden so aber nicht von Amazons Servern entfernt. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Späte Maßnahme

Amazon ist mit der Problematik nicht alleine. Auch Apple und Google lassen Aufnahmen der Sprachassistenten von Mitarbeitern analysieren. Der Hintergrund: Die maschinelle Spracherkennung ist noch nicht soweit, alle Befehle immer korrekt zu erkennen. Die Mitarbeiter sollen daher bewerten, ob der Computer die Nutzer richtig verstanden hat und so den Service verbessern. 

Anders als Amazon haben Apple und Google aber deutlich drastischer auf die Berichte reagiert: Beide Konzerne haben angekündigt, die manuelle Auswertung vorerst auszusetzen. Apple will das weltweit tun, bei Google werden immerhin europäische Nutzer zunächst nicht von Menschen belauscht. Ob die Unternehmen eine dauerhafte Lösung finden werden, wird sich zeigen müssen.

Quelle: Welt 

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