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Asien-Hilfe: Auktion mit Pannen

Bei der gemeinsamen Tsunami-Hilfsaktion "Wir wollen helfen" von der Deutschen Post und Ebay sind jede Menge Pannen passiert. Ersteigerte Waren gingen verloren, oder es wurden falsche oder beschädigte Produkte geliefert.

Schlampereien belasten die gemeinsame Spendenaktion "Wir wollen helfen" von Deutsche Post World Net und dem Internet-Auktionshaus Ebay für die Tsunami-Opfer in Asien. Dabei wurden Sachspenden über Postfilialen eingesammelt und in rund 200.000 Auktionen versteigert.

Nach Angaben von Ivonne Harenburg, 54, Leiterin des Ebay-Clubs "Spendenauktionen - wir machen weiter" ist Ware oft beschädigt angekommen, viele ersteigerte Pakete seien gar nicht erst beim Empfänger gelandet - vor allem hochwertige Artikel wie Schmuck oder Handys. Häufig sei der Inhalt auch vertauscht worden. "Eine Käuferin ersteigerte einen Staubsauger und erhielt einen Fernseher", so Harenburg. Ohne die Pannen hätten ihrer Ansicht nach wesentlich mehr Spendengelder eingenommen werden können als die erreichten 2,2 Millionen Euro.

Mehr als 2000 negative Bewertungen des Ebay-Verkäuferkontos für die Spendenaktion und zahlreiche Beiträge in Internetforen untermauern die Anschuldigungen. Ebay-Sprecher Nerses Chopurian zum stern: "Ja, es hat Fehler gegeben, und es besteht Optimierungsbedarf."

Das Team von "Wir wollen helfen" hat sich inzwischen in einer E-Mail zu den Vorwürfen geäußert: "Wir haben unsere Mitarbeiter sorgfältig ausgesucht. Trotz ständiger Überwachung und Kontrolle konnten wir einige "schwarze Schafe" unter unseren Mitarbeitern nicht ausfindig machen", heißt es in der Mail, die im Forum des "Spendenauktionen"-Clubs veröffentlicht wurde. Da laufende Auktionen bei Ebay aus technischen Gründen nicht verändert werden könnten, sei es nicht möglich gewesen, Fehler zu korrigieren.

Dirk Liedtke / print