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Cyber-Kriminalität: Hacker attackieren Weißes Haus

Datenklau im Weißen Haus: Einem Bericht der "Financial Times" zufolge sind von China aus Computer-Hacker mehrfach in das Netzwerk der Washingtoner Regierungszentrale eingedrungen. Dabei wurden offenbar auch E-Mails von ranghohen Beamten abgefangen. US-Computerexperten glauben, dass Peking seine Finger im Spiel hat.

Von China aus operierende Hacker sind mehrfach in das Computer-Netzwerk des Weißen Hauses eingedrungen. Dabei haben sie auch E-Mails von Regierungsbeamten abgefangen. Das berichtet die Zeitung "Financial Times" (FT) und beruft sich dabei auf einen ungenannten US-Beamten.

Den Cyber-Hackern sei es mehrfach gelungen, die Sicherheitsschwellen im Netzwerk des Weißen Hauses zu überwinden, ehe US-Computerexperten das Leck wieder schließen konnten.

"Für eine kurze Zeit durchbrechen diese Leute erfolgreich eine Wand, dann baut man die Wand wieder auf", wird der Beamter in der "FT" zitiert. "Es ist nicht so, dass sie dauerhaft Zugang hatten. Es ist ein dauerndes Katz-und-Maus-Spiel."

Aufgedeckt wurden die Attacken von einer nationalen Computerspionage Task Force, die seit 2007 existiert und zur Abwehr von Hacker-Attacken gegründet worden war. Der Beamte, auf den sich die "FT" beruft, betonte, dass die Hacker bei ihren Angriffen nur Zugriff auf den weniger vertraulichen Datenverkehr des Weißen Hauses gehabt hätten. Der Zugang zu wirklich geheimen Informationen sei ihnen verwehrt gewesen.

Steckt Peking dahinter?

Zwar können die US-Computerspezialisten dem Bericht zufolge nicht hundertprozentig beweisen, dass die Angriffe von höchster Stelle in China in Auftrag gegeben worden sind, doch sie gehen davon aus. "Es gab in der Vergangenheit sehr gezielte chinesische Attacken, es erscheint daher kaum glaubhaft, dass die aktuellen nicht von Organisationen stammen, die unter der Kontrolle der Regierungsbehörden stehen."

Die USA haben ihren Kampf gegen die Cyber-Spionage seit dem vergangenen Jahr deutlich verstärkt. Damals waren chinesische Hacker in das System des Pentagons eingedrungen und hatten unter anderem E-Mails des Verteidigungsministers Robert Gates abgegriffen.

Im Sommer soll es darüber hinaus auch Hacker-Angriffe aus China auf die Computersysteme der US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain gegeben haben, wie die Zeitschrift "Newsweek" berichtet hat. Demnach habe der US-Geheimdienst die Wahlkampfzentralen der Demokraten und Republikaner über den Cyber-Angriff in Kenntnis gesetzt. Den Angreifern war es dem Bericht zufolge gelungen, große Datenmengen herunterzuladen. Dabei sei es vermutlich darum gegangen, mehr über die geplante Politik des zukünftigen US-Präsidenten herauszubekommen.

Im Jahr 2007 hatte es auch in Deutschland Angriffe auf Regierungsrechner gegeben, die in China ihren Ursprung gehabt haben sollen. Die chinesische Regierung dementierte zunächst, sicherte aber ein konsequentes Durchgreifen gegen Online-Spionage zu.

kng
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