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Datingbörse für US-Militärs gehackt: Lulzsec wieder auf Kaperfahrt

Die Hackergruppe Lulzsec ist wieder da: Nach spektakulären Festnahmen Anfang März meldet sich die Gruppe unter neuem Namen zurück. Ihr erster Coup: 170.000 Datensätze einer US-Militär-Datingbörse.

Von Christoph Fröhlich

Nehmt ihr einen von uns fest, erscheinen zwei neue auf der Bildfläche. Ihr könnt keine Idee verhaften." Das Motto der Occupy-Bewegung, die sich gerne mit Guy-Fawkes-Masken der Anonymous-Bewegung verkleidet, könnte treffender nicht sein: Drei Wochen nach der spektakulären Verhaftung mehrerer angeblicher Lulzsec-Mitglieder durch das FBI meldet sich die Hackergruppe zurück: 170.937 Datensätze der US-Militär-Datingbörse www.militarysingles.com stehen im Netz für jedermann zum Download bereit, darunter Adressen mit Endungen wie @us.army.mil, @carney.navy.mil und @microsoft.com. Ihren jüngsten Coup verkündete die Gruppe via Twitter unter dem Namen Lulzsec Reborn ("wiedergeborene Lulzsec").

Die Rückkehr der Regenbogen-Katze

Laut der Technikseite Cnet leugnete die Betreiberfirma ESingles zunächst den Angriff. Auf der Plattform Databreaches meldete sich ein angeblicher Mitarbeiter der Datingbörse, der den Hack nicht bestätigen könne und dass die Angelegenheit derzeit noch untersucht werde. Man habe bisher keinen Beweis für den Einbruch gefunden.

Die Antwort der Hackergruppe ließ nicht lange auf sich warten: Die beschimpften den Administrator als Idioten und hinterließen auf einer Unterseite der Datingbörse das Lulzsec-Logo, die im Internet berühmte Nyan-Cat mit einem Regenbogenschweif. Die Unterseite ist nach wie vor erreichbar, sämtliche Bilder auf der Homepage sind aber mittlerweile deaktiviert worden.

Ob es sich bei "Lulzsec Reborn" um ehemalige Mitglieder handelt oder um eine neue Gruppierung, ist derzeit unbekannt. Auf der Videoplattform Youtube wurde vor einer Woche angekündigt, die Gruppe werde am 1. April zurückzukehren. Es sei lächerlich zu glauben, dass Lulzsec durch die Verhaftung von mehreren bekannten Mitgliedern gestoppt werden könne, so die Gruppe. Allerdings distanziert sich "Lulzsec Reborn" von diesen Plänen.

Die Hacktivisten Lulzsec sorgten im vergangenen Sommer für Aufsehen, als sie während ihrer 50-tägigen Kaperfahrt durchs Internet große Webseiten wie die der britischen Tageszeitung "Sun", des US-Geheimdienstes CIA oder von Sony Pictures hackte. Am 26. Juni 2011 löste sich die Gruppe auf, die laut eigener Aussage aus nur sechs Mitgliedern bestand.

Christoph Fröhlich
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