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Stiftung Warentest: E-Book-Reader bei Warentest: Ein Modell für 69 Euro stiehlt den Luxus-Geräten die Show

E-Book-Reader sind leicht, bei jedem Licht gut lesbar und fassen tausende Bücher. Doch welches Modell lohnt sich wirklich? Stiftung Warentest hat neun aktuelle Modelle verglichen.

Die getesteten E-Book-Reader sind auch draußen sehr gut ablesbar (Symbolbild)

Die getesteten E-Book-Reader sind auch draußen sehr gut ablesbar (Symbolbild)

Getty Images

Auch wenn die Urlaubssaison dieses Jahr wegen des Coronavirus vielleicht ins Wasser fällt: Immerhin bietet die Krise viel Zeit zum Lesen. Und auch Zuhause kann ein E-Book-Reader eine bequeme Alternative zum klassischen Buch sein. Welche Modelle sich lohnen, hat gerade Stiftung Warentest geprüft. Die interessanteste Erkenntnis: Selbst die günstigsten Modelle sind kaum schlechter als die Luxus-Ausführungen.

Zu Anfang muss man sich eine grundsätzliche Frage stellen, so Warentest: Will man bequem alles aus einer Hand bekommen oder ist einem die Freiheit wichtiger, Bücher aus verschiedenen Quellen zu beziehen und sie auch mal verleihen zu können? Ersteres ist bei Amazons Kindle-Plattform der Fall. Sie bietet bequemen Zugriff auf eine große Buchauswahl und läuft dabei sehr rund. Wer sich auch mal ein E-Book aus der Bibliothek oder von Freunden leihen will und sich beim Buchhändler mehr Abwechslung wünscht, ist dagegen bei der Konkurrenz wie Tolino oder Pocketbook besser aufgehoben. Sie sind eng mit dem Buchhandel verknüpft, erlauben aber mehr Freiheit.

Luxus hat seinen Preis

Bei den Geräten selbst steht keine der Varianten besser da: Beide bieten gute Geräte in allen Preisklassen. Alle neun Modelle, drei Kindles und sechs Geräte anderer Hersteller, bewegen sich in der Gesamtbewertung im engen Notenspektrum zwischen 1,7 und 2,5. Das ist durchaus bemerkenswert - schließlich gibt es Preisunterschiede von fast 200 Euro. Die Premium-Modelle setzen sich dabei vor allem mit Luxus-Funktionen wie wasserdichten Gehäusen, mehr Laufzeit oder Umschalttasten von den günstigeren Modellen ab.

Das beste Modell im Test ist der Tolino Epos 2. Neben dem extragroßen und sehr scharfen Bildschirm kann er vor allem mit zahlreichen Zusatzfunktionen wie einem wasserdichten Gehäuse, Linkshändermodus, Umschalttasten, einer mit der Tageszeit wechselnden Lichttemperatur sowie einer besonders stark vergrößerbaren Schrift punkten. Mit 18 Stunden ist aber die Lesezeit recht mager. Trotzdem bringt die Gesamtnote 1,6 (gut) den Testsieg. Das hat aber seinen Preis: Mit 259 Euro ist der Tolino das teuerste Modell im Test.

Auch beim Kindle ist das teuerste Gerät ganz vorne. Der Oasis (2019) bietet bis auf das Riesendisplay mit besonders großer Schrift dieselben Luxus-Funktionen wie der Tolino, zudem läuft er mit 41 Stunden Lesezeit deutlich länger. Weil er aber nur Bücher von Amazon erlaubt, wertet Warentest die Handhabung ab. Und so reicht es nur für einen "guten" (1,7) zweiten Platz. Ohne die Abwertung wäre er also Testsieger gewesen. Der Preis liegt bei sportlichen 229 Euro.

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Starke Sparmodelle

Dabei gibt es für beide Modelle günstige Alternativen. Der Kindle Paperwhite (2018) ist laut Gesamtnote (1,8) etwa fast so gut wie das Edelmodell, allerdings fehlen Linkshändermodus und Lesetasten, die Akkulaufzeit fällt mit 31 Stunden merkbar kürzer aus. Dafür ist der Preis mit 115 Euro aber auch nur halb so hoch. Ähnlich ist es beim Pocketbook Touch HD 3: Der ist nicht nur bei den Leseeigenschaften genauso gut wie der teure Tolino, sondern erlaubt sogar das Darstellen von Word-Dateien und die Einbindung von Dropbox. Zudem vereint er die längste Laufzeit (79 Stunden) mit dem leichtesten Gewicht im Test. Mit einer Gesamtwertung von "gut" (1,7) ist er gleichauf mit dem Kindle Oasis bei einem deutlich günstigeren Preis von 140 Euro.

Das größte Schnäppchen ist aber der Tolino Page 2. Der kann bei Handhabung und Display fast mit den Großen mithalten, kommt so auf eine Gesamtwertung von "gut" (2,0). Trotzdem muss man Einschnitte hinnehmen: Er bringt keine der Luxusfunktionen mit, ist weder wasserdicht noch hochauflösend. Auch die Akkulaufzeit ist mit 19 Stunden wenig beeindruckend. Als Budget-Gerät ist er aber nicht zu schlagen: Der Preis liegt bei gerade mal 69 Euro.

Den vollständigen Test finden Sie gegen Gebühr bei test.de.


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