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Krypto-Firma Polynetwork Ein Hacker stahl ihnen 600 Millionen Dollar – nun bieten sie ihm einen Job an

Die Angriffe laufen laut Microsoft schon seit Monaten, bekamen aber erst vor Kurzem einen Corona-Anstrich (Symbolbild)
Der nur "Mr. Whitehat" genannte Hacker gab sich ungewohnt kooperativ (Symbolbild)
© PeopleImages / Getty Images
Der Diebstahl machte letzte Woche Schlagzeilen: Mehr als 600 Millionen Dollar in verschiedenen Kryptowährungen hatte ein Hacker dem Unternehmen Polynetwork durch eine Sicherheitslücke abgezweigt. Jetzt nahm die Geschichte eine unerwartete Wendung.

Es war der größte Diebstahl in der Geschichte der Kryptowährungen: 600 Millionen Dollar, umgerechnet knapp 510 Millionen Euro, hatte ein nach wie vor unbekannter Hacker aus den Wallets des Krypto-Unternehmens Polynetwork gestohlen. "Es hätte auch eine Milliarde sein können", protzte er. Doch eine Woche später, winkt ihm nicht das Gefängnis, sondern eine Belohnung von einer halben Millionen Dollar. Und ein neuer Job - als Sicherheitschef des bestohlenen Unternehmens.

Das hat Polynetwork bei Twitter angekündigt. "Wir haben keine Pläne, Mr Whitehat rechtlich verfolgen zu lassen und laden ihn ein, unser Chief Security Adviser zu werden", heißt es auf dem offiziellen Account des Unternehmens. Was zunächst schwer überrascht, ist letztlich ein konsequentes Ende für eine wendungsreiche Geschichte.

"Ich habe genug Geld"

Denn schon kurz nach dem der Diebstahl bekannt wurde, äußerte sich auch der Hacker selbst dazu. Nach ersten Prahleverhalten – die Beute hätte noch größer sein können, wenn er sich auch die "shitcoin", also weniger wertvolle Währungen, geschnappt hätte – änderte sich bald der Ton. Ihm gehe es nicht ums Geld, vielleicht würde er bald etwas zurückgeben, verkündete er in Einträgen zu kleineren Überweisungen mit dem Geld. Und begann tatsächlich bald, größere Summen von Kryptomünzen an ihre Besitzer zurückzuschicken. Mittlerweile ist der größte Teil des Geldes wieder bei Polynetwork angekommen.

Dem Hacker scheint es wirklich um etwas anderes gegangen zu sein, als möglichst viel Beute zu machen. Während die meisten Hacks von Kryptobörsen über gestohlene Zugangsdaten erfolgen, hatte Mr. Whitehat - eine Anspielung auf die "guten" Hacker im Gegensatz zu den kriminellen Blackhats - eine Lücke in der Verschlüsselung selbst entdeckt. Und diese nun wohl auch im Detail gemeldet, damit sie geschlossen wird. Dabei kommunizierte er immer wieder mit Polynetwork, beantwortete zudem auch Fragen anderer Internetnutzer.

Hände tippen an einem Laptop

Dass es nicht ums Geld ging, zeigt auch der Umgang mit der Bezahlung, die er bereits erhalten hat. "Wir haben eine Belohnung von 160 Ether überwiesen, was etwa 500.000 Dollar entspricht", bestätigte Polynetwork bereits. Doch der Hacker dachte bereits laut darüber nach, den Betrag zu spenden, statt ihn selbst zu behalten. "Ich habe genug Geld", verkündete er. Für das Unternehmen ist auch das in Ordnung. "Was auch immer er damit vorhat: Wir haben nichts dagegen." Ob er das Job-Angebot annehmen will, hat der Hacker bisher noch offen gelassen.

Quellen:Twitter, Kommunikation des Hackers


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