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Nach monatelanger Kritik: Facebook will härter gegen Hasskommentare vorgehen

Seit Monaten wächst der Druck auf Facebook wegen seines Umgangs mit Hasskommentaren. Jetzt hat das weltgrößte Online-Netzwerk verschärfte Maßnahmen angekündigt.

Bild mit hochgerecktem Facebook-Daumen im Hintergrund

Daumen runter: Studienteilnehmer, die auf Facebook verzichteten, fühlten sich unter anderem konzentrierter und weniger gestresst

Der Internetriese Facebook kündigt nach monatelanger Kritik einen härteren Kurs gegen Hasskommentare an. In Zukunft würden "in Deutschland Androhungen von physischer Gewalt als glaubhafte Drohungen eingeschätzt und entfernt", teilte das weltgrößte Online-Netzwerk am Dienstag mit. Bisher sollten bei der Abwägung, ob ein Eintrag entfernt wird, mehrere Faktoren berücksichtigt werden - zum Beispiel, wie realistisch es erscheine, dass eine Drohung umgesetzt werde.

"Ich bin überzeugt, dass dies zur Folge hat: Es werden deutlich mehr kontroverse Inhalte auf Facebook in Deutschland gesperrt", erklärte Unternehmenssprecherin Tina Kulow. Auch die Toleranz gegenüber leichtfertig dahingeschriebenen Kommentaren mit fremdenfeindlichem Unterton werde eingeschränkt. Dabei würden Facebooks sogenannte Gemeinschaftsstandards nicht geändert, "aber wir verbessern die Art und Weise, wie wir sie in Deutschland umsetzen, nachhaltig".

Facebook wurde massiv vorgeworfen, fremdenfeindliche Inhalte auch nach Hinweisen von Nutzern nicht konsequent genug zu entfernen. Zudem stellte ein Würzburger Anwalt Strafanzeigen gegen Manager des Online-Netzwerks.

Die neue Richtlinie zur Entfernung von Gewaltdrohungen sei zusammen mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) entwickelt worden, der Facebook beigetreten sei, hieß es.

mad / DPA