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Teenies flüchten in Scharen: Warum Facebook nicht mehr cool ist

Ist Facebook noch cool? Laut einer neuen Studie hat bereits jeder zweite Teenie das soziale Netzwerk verlassen. Mark Zuckerberg kann dennoch gelassen bleiben.

Myspace, #link;www.stern.de/digital/studivz-vor-dem-aus-nutzer-bevorzugen-facebook-1839560.html;StudiVZ#, Friendster - einst waren das die schillerndsten Tummelplätze im Netz. Heute kennt kaum noch jemand unter 20 Jahren diese Namen. Bald kommt womöglich ein neuer Eintrag auf der Liste der vergessenen Netzwerke hinzu: Facebook. Wie eine Studie der Investmentbank Piper Jaffray zum Konsumverhalten und den Markenvorlieben von US-Teenagern zeigt, nutzen nur noch 45 Prozent der 13- bis 19-Jährigen die Plattform von Mark Zuckerberg. Ein halbes Jahr zuvor waren es noch 72 Prozent. Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage unter 7200 US-Schülern.

Eine mögliche Erklärung für die Flucht aus Facebook ist die mittlerweile starke Präsenz von Erwachsenen - unvermeidbar bei weltweit mehr als 1,3 Milliarden Nutzern. Auch den Klarnamenzwang dürften viele als störend empfinden.

Ebenfalls einen starken Rückgang jugendlicher User verzeichnet laut Piper Jaffray Google+. Innerhalb eines halben Jahres sank der Nutzeranteil von 29 auf 12 Prozent. Einer der großen Gewinner ist Twitter: Der Kurznachrichtendienst steigerte sich auf 34 Prozent - knapp jeder dritte US-Teenie nutzt die Plattform.

Teenies flüchten von Facebook zu Facebook

Facebook dürfte dem Nutzerrückgang trotzdem gelassen entgegensehen, denn viele Teenies wechseln vermehrt zu Plattformen wie Instagram und Whatsapp. Beide Unternehmen wurden für mehrere Milliarden von Facebook gekauft. Instagram ist mittlerweile das beliebteste der acht von Piper Jaffray untersuchten sozialen Netzwerke.

Dennoch: Finanziell erlöst Facebook den Großteil seines Umsatzes derzeit noch mit Werbung auf dem sozialen Netzwerk. Die Abogebühren von Whatsapp dürften bislang nur Peanuts beisteuern, auch Instagram hat bis heute kein tragfähiges Geschäftsmodell. Mit dem jüngst gestarteten Werbenetzwerk Atlas dürfte Facebook aber eine Grundlage für die Zukunft geschaffen haben.

Christoph Fröhlich
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