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Geld an Freunde senden: Student entdeckt versteckte Funktion im Facebook-Messenger

Ein amerikanischer Student will im Facebook-Messenger eine bislang versteckte Funktion entdeckt haben, mit der man Geld an Freunde schicken kann. Ist das die Attacke auf Paypal?

Facebook experimentiert mit neuen Funktionen, mit denen man etwa Freunden Geld via App senden kann.

Facebook experimentiert mit neuen Funktionen, mit denen man etwa Freunden Geld via App senden kann.

Bislang ist der Bezahldienst Paypal die Nummer eins, wenn es um das Bezahlen im Internet geht. Das möchte Facebook offenbar ändern: Wie das US-Techportal "Techcrunch" schreibt, plant das soziale Netzwerk eine Funktion, mit der man Freunden bequem via App Geld senden kann. Entdeckt wurde die Funktion vom Stanford-Studenten Andrew Aude. Mit dem Hacker-Tool Cycript zerlegte er den Facebook-Messenger, im Code der Software entdeckte er entsprechende Hinweise. Vermutlich wird die Funktion in den nächsten Monaten vorgestellt.

Laut Aude soll der Geldtransfer nur mit Maestro-Karten funktionieren, Kreditkarten und Direktüberweisungen werden noch nicht unterstützt. Facebook soll angeblich zwischen 40 und 50 Cent pro Transaktion zahlen müssen, von den Nutzer sollen zunächst keine Gebühren verlangt werden - das kann sich bis zum Start natürlich noch ändern.

Facebook hat auf die Medienberichte bislang nicht reagiert.

Facebook heuerte Paypal-Experten an

Facebooks Eintritt in den mobilen Bezahlmarkt kommt nicht überraschend. Im Juni wechselte David Marcus, ehemaliger Chef des damals zu Ebay gehörenden Bezahldienstes Paypal, zu Facebook. Dort ist er seitdem für die Entwicklung der Messaging-Produkte mitverantwortlich.

Im August gab es zudem Berichte, dass Facebook an einer Funktion arbeitet, mit der man Einkäufe innerhalb anderer Apps bezahlen könne. Dafür müsse man nichts weiter tun, als sich mit seinen Facebook-Daten anzumelden, erklärte das Unternehmen. Bislang handele es sich nur um einen "Versuch in sehr kleinem Maßstab", an dem "ein oder zwei Partner" beteiligt sind. Facebook betonte, es wolle den etablierten Bezahldiensten mit seinem Test keine Konkurrenz machen.

Der Internet-Branchendienst "All Things Digital" merkte aber an, dass das soziale Netzwerk auf diese Weise weitere Daten über seine Nutzer und ihre Einkaufsgewohnheiten sammeln und so gezieltere Werbung ermöglichen könne.

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Christoph Fröhlich
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