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Weil 51 Cent fehlten: Alltagsheld zahlte für Omas Einkauf und wird zum Internet-Star

Sie wollte nur ein Brötchen, etwas Aufschnitt, Milch und eine Tafel Schokolade - doch auch diesen dürftigen Einkauf konnte sich eine ältere Dame im Supermarkt nicht leisten. Ihr fehlten 51 Cent. Ein Mann, der an der Kasse hinter ihr stand, reagierte gedankenschnell - und wird nun im Netz gefeiert.

Für seine gute Tat wurde ein Alltagsheld auf Facebook zum Star. 

Für seine gute Tat wurde ein Alltagsheld auf Facebook zum Star. 

Er hatte keinen Kaffee mehr - also huschte Dirk-Oliver Lange, ein Coach aus Hamburg, schnell in den Supermarkt. An der Kasse stand eine ältere Dame vor ihm. "Gut gekleidet, aber das Leben hatte doch deutliche Spuren in Ihrem Gesicht hinterlassen", schreibt er in einem längeren Post auf Facebook. Dass ihn die Begegnung mit diesen älteren Dame zu einem Internetstar machen würde, hatte er sich kaum träumen können. Denn inzwischen haben über 7,5 Millionen Facebook-User seinen Post gelesen. 

Die Dame hatte ihre Einkäufe auf das Kassenband gelegt: Ein Brötchen, Milch, eine Packung abgepackter Aufschnitt.

"Die Waren, die sie aufs Laufband legte, ließen darauf schließen, dass sie allein war", schreibt Lange. Dafür sollte sie 2,18 Euro bezahlen. Statt einen Geldbeutel zu zücken, griff die Dame tief in ihre Manteltasche und holt eine Handvoll Kleingeld hervor. Ungeduld breite sich bei den Wartenden an der Schlange aus, auch die Kassiererin reagierte entsprechend. Lange schreibt: "Die Kassiererin zählte das Geld und sagte mit einem etwas angestrengten Ton, 'es fehlen 51 Cent'. Die ältere Dame erwiderte: 'Ich habe nicht mehr'. 'Dann müssen sie etwas zurücklassen', sagte die Kassiererin. Die ältere Dame tat sich schwer mit einer Entscheidung und zeigte dann auf die Schokolade."

Altersarmut und der Alltagsengel

Diese Geschichte ist kein Einzelfall, sondern längst Alltag in Deutschland. Das zeigen auch die Reaktionen auf den Post: Auch sie haben schon Menschen getroffen, die sich ihren Einkauf nicht leisten können und an der Kasse Dinge zurücklassen müssen.


Lange brach diese Situation das Herz - und er reagierte blitzschnell. Er machte der Kassiererin ein Zeichen, dass er den Betrag übernehmen wolle. " Ich gab ihr einen fünfzig Euro Schein mit dem Hinweis, das Wechselgeld bitte der älteren Dame zu geben. Vielen Dank an dieser Stelle, dass sie dies sofort verstand und dementsprechend schaltete. Sie rechnete ab, gab der Dame das Restgeld zurück, zusammen mit dem Kleingeld, mit den Worten: 'Vielen Dank, es ist alles in Ordnung so'", schreibt Lange. 

"Darf ich Sie in den Arm nehmen?"

Daraufhin wurde es ganz still in der Warteschlange hinter ihm, berichtet Lange. Und die ältere Dame? "Mit Tränen in den Augen sah mich die ältere Dame an und fragte mich: 'Sie sind ein guter Mensch, darf ich sie einmal in den Arm nehmen?' Ich antwortete ihr: 'Ich würde mich freuen'.

Lange traf die ältere Dame noch einmal am Ausgang und konfrontierte sie mit einer Bitte: "'Bitte gehen sie erneut in den Supermarkt und kaufen sie heute alles ein, was sie gerne an Lebensmitteln kaufen möchten. Dann machen sie mir eine Freude', sagte ich. Sie nickte und ich wünschte ihr einen schönen Tag. Als ich ging sah ich aus dem Augenwinkel, wie sie erneut in den Supermarkt ging. "

Tue Gutes - und poste darüber!

Die Reaktionen unter seinem Post sind nicht alle euphorisch, auch einige Nörgel prangern die "Selbstinszenierung" und das "Tue Gutes und sprich darüber"-Gehabe an. Doch einer seiner Bekannten bringt es auf den Punkt: "Normalerweise finde ich, sollte man solche Geschichten leise fuer sich halten, bin dennoch froh, dass du es hier schreibst! Bin unglaublich "stolz"'jemanden wie dich unter meinen, auch wenn nicht unter den engsten, Freunden zu haben! Danke fuer die Wachsamkeit, dein Mut, Feingefuehl und vor allem Inspiration!"

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