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Townhall-Meeting des Facebook-Chefs: Viel Blabla und nur eine Kontroverse: So lahm war Zuckerberg in Berlin

Facebook-Chef Mark Zuckerberg war nach Berlin gekommen, um sich den Fragen des Facebook-Volkes zu stellen. Dass da kaum Skandale herauskommen, war klar. Spannend wurde die lahme Show nur bei einem Thema: Flüchtlinge.

Mark Zuckerberg Facebook Berlin

Mark Zuckerberg: Der Facebook-Chef stellte sich in Berlin den Fragen seines Volkes. Oder umging sie.

Wenn ein Land wäre, Mark Zuckerberg wäre der uneingeschränkte Herrscher. Und ein bisschen fühlte es sich auch an, wie wenn ein Staatschef sein Volk besucht, als Mark Zuckerberg in Berlin Fragen der Facebook-Nutzer beantwortete. Klar, das ist der Sinn eines Townhall-Meetings, wie es in den USA durchaus üblich ist. Da kommt der Repräsentant und lässt sich Fragen stellen, in letzter Zeit gerne auch vorausgewählte. Um Kontroversen und Streit zu vermeiden. Zuckerbergs Auftritt war unterm Strich aber zu sehr PR, um wirklich spannend zu werden.

Denn dass der Facebook-Chef gerne Vater ist und sein Hund mit seiner Tochter klar kommt, ist für den durchschnittlichen Facebook-Nutzer hierzulande ja nun wirklich nicht interessant. Es wirkte vielmehr wie Wahlkampf-Posen, die den Kandidaten menschlich machen sollen. Nur dass Zuckerberg gar nicht kandidieren muss, um Chef zu bleiben. Werben muss er aber trotzdem, die öffentliche Meinung zu Facebook war in den letzten Monaten nicht die beste. Deshalb bekamen auch die gefälligen Fragen beinahe soviel Platz, wie die wirklich interessanten. Etwa die nach Facebooks Privatsphäre-Verständnis oder dem Umgang mit Hass-Kommentaren. 

Viele offene Fragen

Die blieben weitgehend unbeantwortet. Denn das Zuckerberg zugibt, bei Hass-Kommentaren bislang nicht besonders geglänzt zu haben, ist zwar ganz nett. Auch dass Facebook nun 200 Mitarbeiter beschäftigt, um Hasskommentare zu löschen ist natürlich gut, wenn auch nicht neu. Das alles beantwortet aber nicht die gestellte Frage. Die lautete nämlich, wie seine Mitarbeiter eigentlich in Zukunft entscheiden wollen, was Hate Speech ist - und was nicht. Dafür fiel Zuckerberg ein, dass man erst einmal lernen musste, dass in auch Migranten als schützenswert gelten. Uff. Da muss man erstmal drauf kommen, klar.

Mit der merkwürdigen Antwort konfrontieren, durfte den Facebook-Chef aber keiner. Nachfragen waren nicht erlaubt, auch Journalisten durften nur still als Zuschauer dasitzen. Und brav mitschreiben, wie Zuckerberg sich seine Zeit einteilt (Priorisieren ist wichtig), was er von virtueller Realität hält (ist der nächste Schritt nach Bild und Film) und dass seine Tochter erst mit 13 Jahren zu Facebook darf (weil das das Mindestalter für die Anmeldung ist). Erkenntnisgewinn um den Nullpunkt.

Zuck als Flüchtlings-Freund

Nur zwischendurch kam mal etwas wirklich Interessantes durch, etwa Zuckerbergs Haltung zu bei Facebook geklauten Fotos. Seiner Meinung nach ist es nicht in Ordnung, für Zeitungsberichte einfach Bilder zu klauen, die nicht öffentlich zugänglich waren. Dass das in Deutschland bei allen öffentlich geposteten Bildern auch nicht erlaubt ist, wusste der Facebook-Chef leider nicht. Immerhin ließ er sich mit einem klaren Bekenntnis zur deutschen Flüchtlingspolitik doch zu einer ganz konkreten und vermutlich auch durchaus kontroversen Aussage hinreißen. Und dabei hatte er doch eben erst gelernt, dass auch vor Hate Speech zu schützen sind. Aber bevor das richtig beim Publikum angekommen war, hatte er die Bühne auch schon wieder verlassen. Fluchtartig. Der König war fertig und hatte nun anderes zu tun.

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