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Stiftung Warentest: "Oft Fantasiewerte": Nur zwei von 21 Fitnesstrackern und Smartwatches messen richtig

Wer im Sommer endlich mal die Pfunde purzeln lassen will, liebäugelt vielleicht mit einem Fitness-Tracker. Doch die Zahlen der vermeintlich smarten Armbänder haben oft mehr mit Fantasie zu tun als mit akkuraten Messungen, sagt Stiftung Warentest. Die beiden Ausnahmen kommen von Apple und Garmin.

Fitness-Tracker gehören für viele Menschen zum Sport dazu (Symbolbild)

Fitness-Tracker gehören für viele Menschen zum Sport dazu (Symbolbild)


Getty Images

Es ist ein ziemlich hartes Urteil: Messungen von Fitnesstrackern und Smartwatches seien meist eher grobe Schätzungen und "oft Fantasiewerte", schreibt die Stiftung Warentest in der neuen Ausgabe. Die Tester hatten acht aktuelle Smartwatches und Fitnesstracker geprüft und 13 Modellen aus einem Test im Dezember gegenübergestellt. Das klare Ergebnis: Die meisten Geräte messen nicht korrekt.

Von 21 Modellen konnten nur zwei in der Kerndisziplin Fitness eine "gute" Leistung vorlegen: Die Apple Watch Series 5 und die Garmin Forerunner 245 Music. Auch die messen nicht perfekt. Beide sind beim Jogging-Puls etwa nur mittelmässig - und damit trotzdem die besten Modelle in diesem Testpunkt. Das liegt daran, dass die Werte der meisten Fitnessbänder in dem Bereich eine schlichte Katastrophe sind. Das Xiami Mi Smart Band 4 etwa maß bei einer Test-Joggerin einen Maximalpuls von 104 beim Joggen. Tatsächlich lag er aber bei 181. Da kann man sich die Messung auch sparen.

Die Apple Watch liegt klar vorne

Tatsächlich ist die Messung am Handgelenk deutlich ungenauer als etwa mit einem Brustgurt. Die Armbänder bewegen sich, die Sensoren sind oft auf der weniger gut ablesbaren Oberseite des Handgelenks angebracht. Dass man aber trotzdem mehr erwarten kann, führt die Apple Watch vor. Ob beim Gehen, Joggen, Radfahren oder Schwimmen: Die Apple Watch erfasst den Puls immer mindestens mittelmäßig, oft sogar sehr gut. Die Garmin Forerunner 245 Music misst den Puls immerhin beim Radfahren gut, bei Joggen und Gehen ordentlich. Beim Schwimmen versagt aber auch sie.

Dass die Fitnessnoten der Smartwatches soviel besser sind, liegt auch am verbauten GPS-Modul, erklärt die Stiftung Warentest. Statt zurückgelegte Distanzen anhand von Handgelenksbewegungen schätzen zu müssen, können sie sich auf konkrete Standortmessungen verlassen. Das kommt den anderen beiden Disziplinen des Fitness-Unterpunkts zugute: Bei der zurückgelegten Strecke und den dabei verbrauchten Kalorien stecken die beiden Smartwatches und die Drittplatzierte Garmin Vivoactive 4 jedes der Bänder komplett in die Tasche.

Fitnesstrainerin Freya Greskowiak zeigt einen Tabata-Work-out für die Arme und Schultern im Video.

Smartfunktionen als Bonus

Dass sich die Apple Watch Series 5 mit ihrer Gesamtwertung "gut" (1,8) dann aber doch sehr deutlich von der Garmin und ihrer "guten" (2,2) Wertung absetzen kann, liegt an den klassischen Smartwatch-Funktionen. Was Nachrichten, Telefonate und Navigation angeht, macht der Apple Watch keiner was vor, bei der Musikwiedergabe sieht Warentest die Garmin-Modelle vorne.

Der größte Nachteil der Smartwatches ist sicher der Preis. Während der Preis-Leistungstipp der Fitnessbänder, das mit "befriedigend" (3,3) bewertete Honor Band 5, ab gerade mal 27 Euro zu bekommen ist, muss man für die smarten Uhren deutlich mehr auf den Tisch legen. Die Apple Watch Series 5 kostet mindestens 390 Euro, die ohne Smartphone nutzbare LTE-Version gar ab 510 Euro. Für die Garmin-Uhren bezahlt man ebenfalls mindestens 270 Euro (Forerunner 245 Music), beziehungsweise 250 Euro (Vivoactive 4). 

Den Hobby-Sportlern bleibt also die Wahl: Will man nur eine Tendenz wissen, ob man sich diese Woche mehr oder weniger bewegt hat, und gelegentlich vom schlechten Gewissen noch mal nach draußen getrieben werden, dann reicht auch ein günstiges Fitnessband. Wer aber auch Puls und Kalorienverbrauch erwartet, kommt um die teure Anschaffung einer Smartwatch nicht herum. Die bietet dann aber immerhin noch die netten Smartfunktionen obendrauf.

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