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Fans außerhalb der USA empört HBO schmeißt "Game of Thrones"-Gucker raus


Game of Thrones ist ein Hit, auch bei Raubkopierern. Doch auch manch zahlendem Kunde droht jetzt Ärger mit HBO: Der Sender will Auslands-Nutzer sperren - kassiert aber kräftig weiter.
Von Malte Mansholt

Die Intrigen und Affären in der Fantasy-Welt Westeros fesseln aktuell weltweit die Zuschauer an den Fernsehschirm, wieder einmal. Die gerade angelaufene fünfte Staffel von Game of Thrones bricht erneut Rekorde - bei den Zuschauerzahlen wie bei den Raubkopien. Das liegt auch an einem neuen Angebot des PayTV-Senders HBO, der die Serie aufwändig produzieren lässt. Mit dem reinen Online-Angebot HBO Now bietet der Sender erstmals die Möglichkeit, seine Serien-Hits auch ohne US-Kabelvertrag zu genießen. Eine Möglichkeit, die sich auch im Ausland viele Nutzer nicht entgehen ließen. Doch die sollten jetzt mit Ärger rechnen.

Denn eigentlich ist die Nutzung außerhalb der USA nicht vorgesehen: HBO verbietet sie sogar explizit in seinen Nutzungsbedingungen, IP-Adressen außerhalb der USA blockt der Sender konsequent. Durch Tricks ließ sich aber trotzdem auf das Angebot zugreifen. Mittels so genannter VPN-Tunnel gaukelten die Nutzer einfach eine US-IP-Adresse vor, beim Konkurrenten Netflix erhielt man vor dem Deutschland-Start ähnlich einfach Zugriff auf House of Cards und Co.

Droh-Mails für Auslandsnutzer

Doch während Konkurrent Netflix bei den internationalen Zuschauern gerne tadelt und dann doch eine Auge zudrückt, macht HBO nun ernst. Wie der Blog "Torrentfreak" berichtet, trudeln bei Nutzern aus Deutschland, Kanada, Australien und Großbritannien E-Mails des Senders ein. Die weisen darauf hin, dass der Nutzer im Verdacht steht, aus einem nicht-berechtigten Staat auf den Online-Dienst zuzugreifen.

Die Nutzer sollen per Anruf bestätigen, dass sie sich tatsächlich im US-Territorium aufhalten - sonst wird ihr Account gesperrt. HBO betont allerdings, dass die Sperre nicht das Abo bei dem Dienst aufhebt - das sollen die Kunden selbst machen. Wer also einfach gar nichts unternimmt, hat zwar keinen Zugriff mehr auf den Dienst. Zahlen darf er dafür aber weiterhin.

Folgen auch für Netflix?

Nun spekulieren viele Nutzer, wie genau HBO auf sie aufmerksam wurde. Einige vermuten, dass sie ihre ausländische Kreditkarte verraten hat. Andere waren zum Zeitpunkt der Registrierung nicht per VPN getarnt. Die genaue Vorgehensweise ist daher interessant, weil auch viele Amerikaner per VPN auf den Dienst zugreifen, etwa Studenten, die ein Campus-Netzwerk nutzen. Netflix hat bisher wohl auch deshalb eine strenge Sperrung verweigert, weil diese Nutzer dann auch vor verschlossenen Türen ständen. Sollte sich die Kombination aus Sperrung von VPN-Nutzern und der Möglichkeit einer erneuten Freischaltung per Anruf durchsetzen, könnte von Seiten der Rechteinhaber auch mehr Druck auf Netflix entstehen, seine Nutzungsregeln endlich strenger durchzusetzen.

Noch hat HBO keinen Nutzer gesperrt. Wann genau die Fristen zur Bestätigung des Accounts ablaufen, ist nicht bekannt. Spätestens dann dürfte sich aber zeigen, ob der Sender - anders als Netflix - mit seiner Drohung ernst macht.


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