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Niederlage von Autoren: Google darf weiter Bücher digitalisieren

Im Streit mit Google hat eine Vereinigung von Buchautoren am Obersten US-Gericht eine Niederlage erlitten. Google Books darf weiter Millionen von Büchern im Netz zur Verfügung stellen.

Google hat den Copyright-Streit zwischen Google Books und Buchautoren vom Obersten US-Gericht gewonnen

Google hat den Copyright-Streit zwischen Google Books und Buchautoren vom Obersten US-Gericht gewonnen

Google hat vom Obersten US-Gericht grünes Licht für seine Digitalisierung und Verbreitung von Millionen Büchern im Internet bekommen. Mit der Entscheidung des Supreme Court vom Montag wurde der seit einem Jahrzehnt andauernde Rechtsstreit in den USA um das Mammutprojekt Google Books endgültig beendet. Der Internetriese hat bereits seit dem Jahr 2004 Millionen von Bücher digitalisiert, die im Netz durchsucht und teilweise gelesen werden können.

Ohne Kommentar wies das Oberste US-Gericht in Washington eine Berufungsklage der US-Schriftstellervereinigung Authors Guild ab. Sie hatte angeführt, die Verbreitung der Digitalversionen von Büchern ohne Bezahlung der Autoren verstoße gegen das Urheberrecht.

Google Books ist "kein Ersatz für die Originale"

Der Verband hatte sich wegen des Urteils eines Bundesberufungsgericht vom vergangenen Oktober an den Supreme Court gewandt. In dem Urteil hatte das New Yorker Gericht eine frühere Gerichtsentscheidung von 2013 bestätigt, mit der dem Konzern erlaubt worden war, Bücher zu digitalisieren und in Auszügen zur Verfügung zu stellen.

Das Berufungsgericht befand, dass Autoren keine "absolute Kontrolle" über ihre Werke hätten. Google verfolge zwar kommerzielle Zwecke, verstoße mit dem Dienst aber nicht gegen den "fairen Umgang" mit Büchern. Die auf Google Books abrufbaren Ausschnitte seien kein "Ersatz für die geschützten Aspekte der Originale".

"Google Books nutzt den Autoren"

Google reagierte "dankbar" auf die Entscheidung des Supreme Court. Sein Produkt sei wie ein "Kartenkatalog für das digitale Zeitalter" angelegt und helfe den Nutzern, Bücher zu finden und zu kaufen, erklärte der Konzern. Insofern nutze Google Books "den Interessen der Autoren".

Die Authors Guild kritisierte dagegen, die Gerichte hätten dem nur "kurzfristigen Nutzen für die Öffentlichkeit" Vorrang gegeben und den "sehr reellen potenziellen Schaden für die Autoren" verkannt. 

ivi / AFP
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