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Internet-Berühmtheit: "The Fat Man Walking" ist angekommen

Von Kalifornien zu Fuß nach New York, um Gewicht zu verlieren und "sein Leben zurückzugewinnen": Im Internet hatte Steven Vaught als "The Fat Man Walking" von seinen Strapazen berichtet. Jetzt ist er am Ziel. Erleichtert und leichter.

Wie so vielen Reisenden ging es dem Amerikaner Steve Vaught bei seinem Marsch quer durch die USA um mehr als das Ziel. Er wollte auf seinem fast 5.000 Kilometer langen Weg über viele Dinge nachdenken und sich selbst wiederfinden.

Nach 13 Monaten kam der stark übergewichtige 40-Jährige am Dienstag in New York an und wurde von einer begeisterten Menschenmenge begrüßt. Auf der rund 5.000 Kilometer langen Strecke hat er rund 45 Kilogramm abgenommen. "Ich bin froh, dass ich hier bin, aber für mich ging es nie nur um das Ziel", sagte er beim Überqueren der George-Washington-Brücke von New Jersey nach Manhattan. "Es ging um die Reise."

186 Kilo schwer und depressiv

Vaught brach am 10. April 2005 in seinem Heimatort Oceanside in Kalifornien auf. Damals wog er noch 186 Kilogramm. Zudem litt er an schweren Depressionen, weil er vor 15 Jahren zwei ältere Menschen mit seinem Auto überfahren hatte. Heute fühlt er sich in jeder Hinsicht wesentlich wohler, wie er vor den Zuschauern in Manhattan betonte. Auf seinem langen Weg schlief Vaught in Zelten oder in Motels.

Er hatte einen Verschleiß von 15 Paar Schuhen, gut 30 Paar Socken und sechs Rucksäcken. Auch bewegte er sich nicht immer auf einer geraden Linie. Als er durch Texas kam, verbrachte er eine ganze Woche in einem Hotel, um von seinen Anti-Depressions-Medikamenten loszukommen. Und über Weihnachten flog er nach Kalifornien zurück, wo er dann unter Aufsicht eines Experten trainierte.

Der Weg war das Ziel

"Es ging mir nicht darum, mich wie besessen an irgendwelchen Zahlen oder Zeiten zu orientieren und auch nicht an Daten oder Meilen", betonte Vaught. So hatte er nach eigenen Worten keinen Schrittzähler dabei und zählte auch keine Kalorien. Wichtig sei es für ihn einfach gewesen, die Strecke von Küste zu Küste zu bewältigen und dabei zu sich selbst zu finden. Sein oberstes Ziel sei also eine Verhaltensänderung gewesen, und die habe er erreicht.

Mit seinem Projekt zog Vaught das Interesse mehrerer Dokumentarfilmer auf sich. Auch ein Verlag will seine Geschichte veröffentlichen.

Vaught hatte während seiner gesamten Reise auf seiner Website "TheFatManWalking.com" ein Tagebuch geführt und Fotos veröffentlicht, darunter auch Bilder von seinen mit Blasen übersäten Füßen. Im Laufe der Zeit hatte sich eine loyale Gefolgschaft im Internet gebildet, die Vaught per Mail und auch in der Realität mit Rat und Tat zurseite standen.

Auf die Frage, was er nach seiner Ankunft in Manhattan tun werde, antwortete Vaught: "Neue Socken anziehen".

Elizabeth LeSure/AP / AP
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