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Internet-Chat: Wie "zwerg66" eine 13-Jährige sexuell belästigte

Für Kids und Teenies sind Chats kein Spielplatz: Immer wieder versuchen Männer, Sexualkontakte anzubahnen. "zwerg66" wurde von stern TV gestellt - und mit seinem Verhalten konfrontiert.

"Was ich jetzt gerne machen würde, schreibe ich Dir lieber nicht. Ist nicht jugendfrei", schrieb "zwerg66" in einem Internet-Chat an "laramarie90" - einer Gesprächspartnerin, die er für ein 13-jähriges Mädchen hielt. Doch das war nur der harmlose Anfang. Später schickte zwerg66 Nacktfotos, beschrieb in SMSen seine Erektion und drängte auf ein reales Treffen. Was "zwerg66" nicht wusste: Hinter dem Pseudonym "liesamarie90" verbargen sich ein stern-TV-Team. Bei dem vereinbarten Treffen stand der zweifache Familienvater plötzlich vor laufenden Kameras.

Sexuelle Belästigung ist "Alltag"

Beate Schöning, die seit Jahren über sexuelle Belästigung im Internet recherchiert und bei stern TV Studiogast war, sagte: "Es ist Alltag im Internet, dass Kinder sehr gezielt angesprochen werden." Zum Beweis ließ sie neben der Sendung einen Chat laufen, in dem sie sich als junges Mädchen ausgab. Sofort stellten andere Chatter Fragen wie: "Trägst Du einen BH?", "Bist Du noch Jungfrau?" oder auch "Bist Du rasiert?". Dass solche Dialoge überhaupt zustande kommen, obwohl die Anbieter solcher Chats damit werben, sie würden den Jugenschutz strikt einhalten, ist für Schöning normal: "Die Provider behaupten, ihre Chats wären kindersicher - aber das ist nur Kosmetik."

Schönings Verein "Netkids e.V." und andere Organisationen, die sexuellen Missbrauch im Internet verhindern wollen, empfehlen daher, mit Chats sehr vorsichtig umzugehen.

Grundregeln fürs Chatten
1.) Eltern sollten wissen, in welchen Chats sich ihre Kinder tummeln und die Technik soweit beherrschen, dass sie Einblick in die Chats des Kindes nehmen können.
2.) Wer chattet, sollte nie persönliche Daten wie Name, Adresse oderHandynummer herausgeben - auch keine Emailadresse!
3.) Fotos von sich selbst zu verschicken ist tabu.
4.) Wer im Chat belästigt wird, sollte den Kontakt zu dem Chatbekannten abbrechen und unbedingt mit den Eltern oder einer anderen Vertrauensperson darüber reden.
5.) Selbstgewählte Chatnamen sollten keine Rückschlüsse auf die reale Person, deren Geschlecht und Alter zulassen: lieber "spot05" als "angie14w".

Polizei oft hilflos

Die Polizei kann allerdings oft nicht viel ausrichten. Anders als in den USA ist die Anbahnung sexueller Kontakte in Chats nicht verboten - auch wenn die Gesprächspartnerinnen minderjährig sind. Internet-Experte Rainer Richard, Kriminalhauptkommissar in München und ebenfalls Studio-Gast bei stern TV: "Das ist das Problem des Gesetzgebers. Hier haben wir eine Lücke im System." Nur wenn es tatsächlich zu Missbrauchsfällen kommt, kann die Polizei einschreiten.

Und das ist immer öfter notwendig, wie eine Auswahl aktueller Fälle zeigt.
- im Mai 2005 flog eine Gruppe von Hildesheimer Jugendlichen auf, die eine 13-jährige mehrfach vergewaltigt hatten. Der Erstkontakt kam über einen Chat zustande.
- im Februar wurde in Bünde ein Mann verhaftet, der eine 14 Jahre alte Schülerin im Chat kennenlernte und später missbrauchte.
- im Dezember 2004 wurde der Fall eines 40-jährigen Versicherungsagenten aus dem Raum Schweinfurt bekannt, der in zirka 25 Fällen Mädchen im Chat ansprach und viele von ihnen später missbrauchte.

"Ich wollte doch nur warnen"

"zwerg66", der Familienvater aus Wuppertal, der auf die Tarnung der stern-TV-Reporterinnen hereingefallen war, hatte allein während des Recherchezeitraums Kontakte zu mehr als 200 Chatpartnerinnen aufgebaut. Bei dem in Köln arrangierten Treffen mit einem weiblichen Lockvogel stotterte er in die Kameras, er wolle die Mädchen doch nur "warnen" und "davon abbringen" - also vom Sex. Auf die Frage, warum er dann Nacktfotos verschicke und ständig nach Geschlechtsverkehr frage, wusste er auch keine Antwort.

Nachdem "zwerg66" das Gespräch abgebrochen hatte, folgten die Reporterinnen dem Mann bis zu seinem Auto, das in einem Parkhaus stand. In dem Audi-Kombi war ein Kindersitz montiert, außerdem lagen Plüschtiere umher. "Ich liebe meine Kinder über alles", sagte "zwerg66".

Staatsanwaltschaft machtlos

Männern wie "zwerg66" müssen einstweilen nichts befürchten. Günther Jauch berichtete während der Sendung, dass Strafanzeige gegen den Mann gestellt wurde, die Staatsanwaltschaft das Verfahren aber vermutlich aufgeben werde. Also sind vor allem Eltern aufgefordert, ihren Nachwuchs zu schützen - pubertierende Jugendliche sind sexuell neugierig und tappen deswegen um so leichter in die Internet-Fallen der Täter. Kommentar Beate Schöning: "Eltern denken oft, das Internet sei wie Fernsehen" - in vielen Fällen ein Trugschluss.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(