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Internet: Immer mehr Spam-Mails

Bisher waren Filter gegen die Flut von Spam-Mails ein wirksames Mittel, um die lästige Post abzuwehren. Aber die Zahl der Spam-Mails, die sich auf immer neuen Wegen ins Postfach schleust, wächst an.

Ein gut gepflegter Spam-Filter lässt einen Großteil von unerwünschten Werbe-E-Mails erst gar nicht ins Postfach hinein. Doch mit Hilfe von Viren und Trojanern entwickeln Spammer neue Methoden, gegen die heutige Filter wenig Chancen haben, erläutert das Magazin iX in seiner aktuellen Ausgabe.

Die Zukunft sieht nicht rosig aus

Die Zukunft von Spam-Filterung sieht nicht rosig aus. Ein wichtiges Merkmal zur Identifizierung der Werbe-E-Mails ist die Herkunft. In den Mail-Headern verstecken sich Hinweise, von welchem Server die Mails verschickt werden. Mit Hilfe einer Klassifizierung von weißen Listen für erwünschte Herkunft und schwarzen Listen für unerwünschte Herkunft lässt sich Spam aussortieren. Diese Methode wird insbesondere von IT-Profis in Unternehmen eingesetzt, um Spam bereits im Vorfeld zu filtern, um sie gar nicht erst zum Endanwender durchkommen zu lassen.

Doch der häufige Wechsel der Herkunft macht es den Filtern immer schwerer. "Hinzu kommt, dass die Spammer vermehrt Viren und Trojaner nutzen, um ihre Werbe-Mails mit einem vermeintlich seriösen Absender zu versehen", erklärt der Experte Bert Ungerer. Ungeschützte Systeme in Unternehmen bieten Trojanern und Viren ein breites Feld, sich mit Kommunikationsmerkmalen einer seriösen Herkunft zu versorgen, ohne dass der vermeintliche Absender etwas davon merkt.

Billiges Marketing-Instrument

Auch wächst die Gefahr, dass sich die inhaltliche Lücke zwischen Spam und erwünschten E-Mails schließt. Mehr und mehr eigentlich seriöse Firmen entdecken E-Mail als billiges Marketing-Instrument und kaufen Adressen aus dubiosen Quellen und spammen munter auf eigene Faust drauflos. Das Resultat ist ein Anstieg des Mail-Anteils in der Überganszone der Filtersoftware zwischen "wahrscheinlich Spam" und "wahrscheinlich kein Spam", die Nutzer manuell aussortieren müssen. "Am Ende könnten solche Mails den heutigen Spam in den Schatten stellen", befürchtet der Experte Bert Ungerer. "Ein Albtraum, den nur intensive Aufklärung und eindeutige Rechtsprechung beenden können."

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