Internettelefonie Revolution auf dem Telefonmarkt


Eine neue Technologie verändert die Telekommunikations-Branche: die Internettelefonie VoIP. Experten beobachten einen rasanten Anstieg der Anschlusszahlen.

Selten zuvor hat eine neue Technologie die Telekommunikations-Branche so verändert, wie es die Internettelefonie Voice over IP (VoIP) getan hat. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Allein in Deutschland nutzen seit Mitte 2004 rund eine halbe Million Menschen die neue Technologie. Für 2007 erwartet das Marktforschungsinstitut IDC 15 Millionen VoIP-Anschlüsse.

"In spätestens fünf Jahren hat VoIP die heute bekannte Telefonie komplett abgelöst", ist sich Philip Yim, Vizepräsident von Allied Telesyn sicher. Das Unternehmen bietet unter anderem Netzwerklösungen für Service-Provider an, die ihren Kunden weltweit das Telefonieren über das Internet ermöglichen. Die Deutsche Telekom will nach eigenen Aussagen innerhalb der nächsten Jahre ihr Netz zu 100 Prozent auf IP-basierte Gesprächsvermittlung umstellen.

Dank einer rasanten Entwicklung lässt sich nicht mehr nur mit einem PC über das Internet telefonieren, sondern auch über spezielle VoIP-Telefone, die wie ein herkömmliches Telefon aussehen und auch so funktionieren. Unternehmen wie Nikotel bieten solche Telefone bereits zu Preisen von deutlich unter 100 Euro an und liefern sie komplett vorkonfiguriert an ihre Kunden aus, so dass die Geräte nur noch mit dem DSL-Anschluss verbunden werden müssen.

Noch komfortabler lässt sich Voice over IP nutzen, wenn die Gespräche mit herkömmlichen analogen oder ISDN-Telefonen geführt werden können, die ja bereits in jedem Haushalt vorhanden sind. Möglich wird das mit einer kleinen Box, die der Berliner Hersteller AVM entwickelt hat. Die so genannte Fritz!Box Fon sitzt wie eine Schaltstelle zwischen dem DSL-Anschluss und dem Computer. Einmal installiert, können damit Telefonate auch ohne eingeschalteten Computer über das Internet geführt werden.

Noch macht allerdings Voice over IP den Festnetzanschluss nicht ganz überflüssig. Zum Beispiel lassen sich nicht alle Rufnummern über das Internet-Protokoll erreichen. Der Notruf 112 funktioniert meist nicht, da die örtliche Zuordnung ohne Vorwahl bislang noch nicht gewährleistet werden kann. Und andererseits ist der Telefonanschluss bei fast allen Anbietern auch immer noch Voraussetzung, um überhaupt einen DSL-Anschluss nutzen zu können. Die Grundgebühr fällt also weiterhin an, selbst wenn man den Telefonanschluss gar nicht mehr nutzen möchte.


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